Instrumente und Methoden der Berufsorientierung, Andreas Liegerer

Diskurs

Kompetenzentwicklung gilt als Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Orientierung von Jugendlichen im Arbeits- und Berufsleben. Welche Ansätze und Methoden der Kompetenzentwicklung unterstützen diese Zielsetzung am besten?

Während formelle Kompetenzen durch Zertifikate belegt werden, gibt es für berufsrelevante informell erworbene Kompetenzen – bewusst oder unbewusst, zufällig, institutionell oder durch selbst organisiertes Lernen, in der Freizeit, in der Familie oder in Ehrenämtern angeeignet – noch kaum eine Dokumentationsform, was oft dazu führt, dass der Einzelne seine eigenen Kompetenzen gar nicht ausreichend wahrnimmt und sie deshalb bei Bewerbungen auch nicht erwähnt werden.

Obwohl in diesen Lebensbereichen erworbene personale und soziale Kompetenzen für die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen und damit auch für die allgemeinen Chancen am Arbeitsmarkt relevant sind, finden sie in Deutschland wenig Beachtung.

Mit Hilfe eines Nachweisheftes zur Sensibilisierung für die verschiedenen informellen Kompetenzen lassen sich Erfahrungen in bestimmten Lebensbereichen als individuelle berufsrelevante informelle Kompetenzen ausfindig machen und dokumentieren. Damit kann jede/r Einzelne die eigenen Potenziale erkennen, reflektieren und sich der vorhandenen Kompetenzen bewusst werden. Als Vorbereitung auf Bewerbungen kann dieses Nachweisheft dazu beitragen, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten lassen sich in folgenden Lebensbereichen dokumentieren: Bereich A: Familie, Haushalt und Organisation (z. B. Mithilfe bei Haushaltstätigkeiten, Geschwisterbetreuung), Bereich B: Schule (z. B. Lieblingsfächer), Bereich C: Hobbys, Interessen und andere Freizeitbeschäftigungen z. B. kreative Aktivitäten), Bereich D: besondere zusätzliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Kompetenzen (z. B. Erfahrung mit Auslandsaufenthalten), Bereich E: Ehrenamtliches Engagement (z. B. Jugendarbeit, Sportverein)

Beitrag von:
Andreas Liegerer, Diplom-Pädagoge und Journalist für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Bildungswerk des Alzeyer und Wormser Handwerks gGmbH

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