Szenarien für Arbeit und Karriere in der Region, Tatjana Tomm

Diskurs

Die wirtschaftlichen Bedingungen bilden den Rahmen für die berufliche Erstausbildung. Welche Szenarien wirtschaftlicher Regionalentwicklung sind aus Ihrer Sicht wünschenswert? Welche Aufgaben ergeben sich daraus für Betriebe und Wirtschaftspolitik?

Nach wie vor schaffen und bieten der Mittelstand und / oder die kleinen Handwerksbetriebe die meisten Ausbildungs- und Arbeitsplätze, und zwar in Deutschland und in der EU: 99,8 Prozent der Unternehmen in der EU haben weniger als 250 Beschäftigte. Dort sind 74 Millionen Menschen beschäftigt. Zum 30.6.2003 gab es in Deutschland 2,1 Millionen Betriebe. Davon beschäftigten 1,7 Millionen, also 80 Prozent, weniger als zehn sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter, lediglich zehn Prozent hatten 20 oder mehr Mitarbeiter/innen. Nur 4.766, also nur 0,2 %, waren Großbetriebe mit mehr als 500 Beschäftigten. Mit anderen Worten: 99,8 Prozent der Betriebe, also fast alle, sind klein oder mittelgroß! Doch der Mittelstand dominiert nicht nur die Zahl der Betriebe, bei ihm stehen auch die meisten Beschäftigten in Lohn und Brot: 21;2 Millionen von insgesamt 27 Millionen. Das sind 78,5 Prozent.

Daraus folgt die absolute Notwendigkeit der Förderung der klein- und mittelständischen Unternehmen in allen Bereichen und in jeder Beziehung, d. h. nicht nur finanziell durch Ausweitung der Förderung über EQJ beispielsweise oder die Fortführung der rheinland-pfälzischen Initiative 6000 plus*, sondern auch in Bezug auf Abbau bzw. Reduktion auf das absolut Notwendige der behördlichen Auflagen und / oder verwaltungstechnischen Bedingungen und / oder gesetzlichen Bestimmungen.

*Im Rahmen des Programms sollen mehr als 6000 zusätzliche Arbeits- bzw. Ausbildungsplätze für junge Menschen unter 25 und ältere Arbeitslose über 55.geschaffen werden, u. a. durch finanzielle Anreize (monatlicher Zuschuss in Höhe von 280 Euro für den Betrieb bzw. den Arbeitgeber über 18 Monate für jeden zusätzlichen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz) und ergänzende sozialpädagogische Betreuung. Zur Zeit ist dieses Projekt befristet bis Ende 2007.

Beitrag von:
Tatjana Tomm, Dipl. Kauffrau; Projektkoordinatorin im Rahmen eines Equal Projekts beim Bildungswerk des Alzeyer und Wormser Handwerks gGmbH

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