Dessauer Erklärung zur nachhaltigen Berufsorientierung – ein Beitrag zur Lissabonstrategie

Bildung braucht Kontinuität, Berufsorientierung braucht Systematik. Darin war man sich auf der Fachtagung „Berufsorientierung und Kompetenzentwicklung“ am 12. und 13. April in Dessau einig. Auf der Tagung, die gemeinsam vom Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung, der Lernenden Region „Agora des Lernens Dessau-Anhalt-Wittenberg“, dem Runden Tisch der Unesco Dekade Sachsen Anhalt, dem DGB Region Dessau und der Arbeitsgemeinschaft Jobstarter LSA veranstaltet wurde, waren Akteure der  beruflichen Bildung und Berufsorientierung, Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik  aus ganz Deutschland zusammen gekommen, um über die Anforderungen der Berufsorientierung in einer Gesellschaft im Wandel zu diskutieren.

Fachtagung In seiner Einführungsrede plädierte Dr. Borner, vom Kolleg für Management und Gestaltung Nachhaltiger Entwicklung dafür,  die gesamtgesellschaftliche Umbruchssituation als Chance zu begreifen und die regionalen Entwicklungspotenziale für neue Berufsbilder, Ausbildungen und Arbeit zu nutzen: „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Biomasse und Bioenergie aber auch Kultur- und Bildungstourismus sind Berufsfelder, die in der Zukunft die Region prägen werden.  Berufsorientierung darf dabei nicht mehr dem Zufall überlassen werden. Sie wird, wie Bildungsberatung auch, zu einem Teil des lebenslangen Lernens und ist längst nicht mehr nur Defizitberatung. Spätestens ab der Sekundarstufe brauchen wir eine regional organisierte Berufsorientierung, die mit regionalen Entwicklungsprozessen korrespondieren muss.“

Dass es das Ziel sein müsse, den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung im Sinne eines Lebenslangen Lernens zu verankern, stellte auch Dr. Ute Kabisch vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heraus. Wie weit man von einem nachhaltigen, akteursübergreifenden Handlungskonzept und partizipativen Strukturen innerhalb der regionalen Berufsorientierungslandschaft noch entfernt ist, zeigten die Diskussionen am ersten Tag. Die gemeinsame Kraftanstrengung aller Akteure muss darauf gerichtet sein, den jungen Menschen ein transparentes, alle Bildungsstrukturen umfassendes Angebot für die Entwicklung zukunftorientierter Kompetenzen zu unterbreiten.
Natürlich braucht es dafür professionelle Berufsorientierung und Bildungsberatung –  organisatorisch, als regionales Beratungsnetz einerseits und als nationale Verständigung über das Berufsbild des Bildungsberaters/Berufsorientierung andererseits.

In der Fachtagung wurden Empfehlungen und Anforderungen erarbeitet und in der  „Dessauer Erklärung“ zusammengefasst. Diese Erklärung formuliert eine Reihe zentraler Vorstellungen zu zukünftiger Berufsorientierung. Sie versteht sich als Teil der öffentlichen Diskussion zur Umsetzung der Lissabonstrategie der Europäischen Gemeinschaft.
Die Teilnehmer der Fachtagung sehen sich in der Verantwortung, die Erklärung in die Netzwerke und Institutionen der Bildungs- und Regionalpolitik zu kommunizieren und sich dafür einzusetzen, konzeptionelle Ansätze für eine nachhaltige Berufsorientierung in den regionalen Strukturen zu verankern.

Die „Dessauer Erklärung“ wird Ende April 07 veröffentlicht.
Weitere Informationen im Internet unter
www.agora-des-lernens.de

Presseinformation
Dessau, 16. April 2007
Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung gGmbH
 

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