In Brandenburg wird es vielleicht auch Kamele geben

„Brandenburg wird in 120 Jahren wahrscheinlich eine kleine Wüste sein…
und du kannst nicht einmal mehr auf die Malediven fliegen!“

Was wird in zwanzig Jahren sein? Wie werden wir leben und wie wird sich der Klimawandel bis dahin ausgewirkt haben? Das sind Fragen, die sich immer mehr Jugendliche heutzutage stellen. Laut einer Forsa Umfrage machen sich 84% der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren Sorgen um die Entwicklung des Weltklimas.

Markus, Milan, Philline, Patrick, Yannis, Indigo und Matti – Sieben Jugendliche aus verschiedenen Ecken Deutschlands im Alter zwischen 11 und 20 Jahren sind zusammengekommen. Sie diskutieren die Problematik des Klimawandels, finden Gemeinsamkeiten und spinnen Ideen für die Zukunft. Ein virtuelles Klimagespräch:

Milan: Ich habe Angst, dass der Klimawandel total groß wird. Dass die Niederlande zum Beispiel wirklich komplett überflutet werden. Und die Eisbären in 20 Jahren nicht mehr leben werden. Das ist wirklich total krass. Das ist nicht, dass in China ein Mensch ermordet wurde, sondern dass einfach mal ein gesamtes Land überflutet wurde.
Philline: Genau, Eisbären und Pinguine haben bald kein zu Hause mehr! Das Meer wird immer größer und das Land weniger! Irgendwo müssen Tiere und Menschen doch leben! Die Tiere und die Bäume trifft es am stärksten, ihr ganzer Lebensraum wird weggenommen.
Patrick: Schade, was die Menschen mit der Umwelt machen. Schade, dass die Menschen immer erst später handeln wollen!
Yannis: Ich glaub es muss erstmal was Schlimmes passieren.
Indigo: Zum Beispiel die Malediven, wenn die erstmal untergegangen sind…

Markus: Der Klimawandel trifft die Schwächsten der Schwächsten. Das Problem ist, dass ich nichts gegen den Zustand unternehme, weil ich vom Klimawandel in Deutschland noch nichts spüre. Vielleicht gibt es mal einen Wind der stärker bläst oder es regnet ein paar Tage mehr, aber sonst merken wir hier in den Industrieländern eigentlich gar nichts.
Matti: Stimmt, Dritte Welt-Länder tragen die meisten Folgen. Die Leben von der Hand in den Mund. Durch Trockenzeiten und fehlende Tiere haben sie Probleme ans Essen zukommen.
Das ist nicht gerecht, die haben es so schon schwer genug und tragen die Folgen.
Milan: Die Wüsten breiten sich aus. Dadurch kriegen die Tiere ein Problem und Leute, die mit Karawanen durch die Wüste reisen. Sie werden einfach länger durch eine Wüste brauchen. Und die Leute in Kanada müssen sich ein Basecap und Sandalen kaufen, weil es so warm wird.

Indigo: Ich denk mal, dass die Natur nicht so ausrasten wird, wie jetzt alle vorhersagen.
Yannis: Bei mir wäre es zum Teil auch Wunschdenken, dass einfach ein bisschen zum Guten geändert wird.
Indigo: Vielleicht gar nicht unbedingt Wunschdenken, vielleicht auch, weil man sich gar nicht so richtig vorstellen kann, dass da wirklich was passiert. Ich denk mal, dass es nicht wirklich realistisch oder gegenwärtig für uns ist, dass in 20 Jahren alles ganz anders sein kann.
Philine: Ich bin eher pessimistisch. Ich denke die Leute hören nicht auf weiter Auto zu fahren, alles wird moderner und die Computer und Technik nehmen den Menschen die Arbeitsplätze weg.
Markus: Der Tagesablauf in 20 Jahren wird viel mehr computergesteuert sein. Dem sehe ich skeptisch entgegen und ich habe auch ein wenig Angst davor. Ich stehe morgens früh, das Frühstück ist schon fertig, weil es von einer Maschine zubereitet wurde. Busse werden ohne Fahrer verkehren, vielleicht werden auch Autos schon vollautomatisch betrieben. Es bleibt zu hoffen, dass dabei solarbetriebene Autos oder Wasserstoffautos zum Einsatz kommen.

Zeichnung von Philis

So stell ich mir die Welt in 20 Jahren vor (von Philine, 12 Jahre)

Milan: Wenn alle mitmachen, die ganzen Wissenschaftler und alle etwas machen, ich glaube dann können wir es schaffen.
Matti: Die Konzerne und der Staat könnten auch was tun, aber gerade die Konzerne wollen oft großes Geschäft machen!
Markus: Deswegen müssen wir persönlich mehr machen.  Ich könnte viel mehr Fahrrad fahren. Das klingt immer so lächerlich, wobei eigentlich genau das auch ein Problem ist, dass es lächerlich klingt.
Matti: Wir sollten auch nicht unnötig Strom verbrauchen, sollten einheimische Produkte essen, Sachen selbst anbauen im Garten. Was macht ihr denn schon?
Milan: Ich heize mein Baumhaus mit meinem Holzofen, weil mein Gasofen zu viel CO2 produziert und dafür noch Gas aus dem Boden geholt werden muss. Wir haben zum Beispiel auch eine ‚Free Box’. Wenn man alte Klamotten, irgendwelche Bücher oder Schuhe hat, können wir die in die ‚Free Box’ tun. Wenn irgendjemand anders das braucht, kann er es sich holen, anstatt dass es neu produziert werden muss.

Yannis: Gut ist immer, wenn man Geld hat, am besten erstmal im Lotto gewinnen und dann das Geld in Projekte stecken
Milan: Ich erwarte von den Erwachsenen, dass sie die Welt retten. Zum Beispiel könnten Sie eine kleine Düse an die Erde bauen, sie damit von der Sonne weg katapultieren, sodass die Sonne nicht so nah an uns rankommt und es ein wenig kälter wird.

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