Jugendliche besorgt um ihre Zukunft

Die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel ist längst im Alltag der Jugendlichen angekommen

Unpolitisch, hört man, sei die „Generation Fun“ von heute und sieht gleichzeitig im Fernsehen immer wieder Reportagen von betrunkenen Jugendlichen, aggressiven Jungen oder shoppenden Mädchen. Auch die Ergebnisse der Pisa-Studie geben nicht mehr Grund zur Hoffnung. Aber irgendwie will die neue Studie des Bundesumweltministeriums da nicht ganz rein passen. Denn laut dieser machen sich 84 Prozent der Jugendlichen in Deutschland zwischen 10 und 14 Jahren Sorgen um die Entwicklung des Weltklimas.

Das wollten wir noch einmal genauer wissen und haben in Gesprächen mit  Sophie (15 Jahre), Lina (16 Jahre), Lydia (14 Jahre) und Sarah (24 Jahre) noch einmal genauer nachgefragt. Am Ende waren wir mehr als verblüfft, wie sehr sich die Jugendlichen heutzutage schon mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzen. Selbst Zeitschriften wie die BRAVO, die immer am Puls der Zeit bei den Jugendlichen sind, haben bereits das Thema aufgegriffen und zu einem festen Bestandteil ihres Heftes gemacht. Nichts zu spüren von einer uninteressierten Generation. Ganz im Gegenteil, zieht man einen Vergleich, so muss man feststellen, dass hier eine viel stärkere Sensibilität für den Klimawandel erkannt werden kann und das Thema mehr als zuvor im Alltag der Jugendlichen angekommen ist.

Es ist deutlich ein Konsens über die Einstellung erkennbar, dass man als Einzelperson nicht sehr viel ausrichten kann und sich hilflos fühlt. Trotzdem versuchen die Jugendlichen aber bereits im Rahmen des Möglichen ihren Beitrag zu leisten. So fährt Lydia als erste Maßnahme nun jeden Tag mit dem Rad zur Schule, statt sich von ihrer Mutter mit dem Auto bringen zu lassen und Lina trennt ganz bewusst ihren Müll.

Desinteresse und Passivität kann man diesen Jugendlichen nicht vorwerfen. Wir trafen eine kluge und selbstbewusste Generation, die ganz offensichtlich besorgt um ihre Zukunft ist und bereits besser als mancher Erwachsene weiß, dem mit einfachen und greifbaren Maßnahmen zu entgegnen.

Wir bedanken uns für die augenöffnenden Gespräche!

Wie fühlst du dich im Zusammenhang mit den Klimafolgen?

Sophie: Ich fühle mich ehrlich gesagt ein bisschen hilflos. Man weiß ja eigentlich nicht wirklich extrem viel darüber. Ich denke, dass der Klimawandel ein Problem ist, bei dem alle Menschen zusammen arbeiten sollten. Ein einzelner kann gegen den Klimawandel ja leider nicht viel ausrichten. Außerdem mache ich mir darüber Sorgen, ob der Schaden, den die Menschen in der Atmosphäre angerichtet haben nicht schon zu groß ist. Klar ist natürlich, das man Geschehenes nicht mehr ungeschehen machen kann aber ich frage mich, wie lange die Erde noch bewohnbar sein wird. Andererseits gibt es ja auch noch die Leute, die behaupten, dass es gar keine Klimaerwärmung gibt, sondern sozusagen nur eine Klimaverschiebung bzw. das Klima nur verrückt spielen würde. Ich habe aber in gewisser Weise auch Angst vor dem Klimawandel.

Lina: Diese ganze Geschichte mit dem Klimawandel macht mir schon ein bisschen Angst, denn es ist irgendwie etwas, was sich überhaupt nicht steuern oder aufhalten lässt. Außerdem fühle ich mich der Situation total ausgesetzt – ich weiß, dass ich als einzelner Mensch nicht sehr viel gegen den Klimawandel unternehmen kann; na ja, außer halt so das übliche: Biostrom nutzen, Mülltrennung, Wasser und Energie sparen, nicht Auto fahren sondern die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und so weiter. Ansonsten habe ich auch irgendwie ein schlechtes Gewissen, denn es ist ja schließlich der Mensch, der so unbedacht mit der Umwelt umgeht.
Und letztendlich bin ich ehrlich gesagt auch ziemlich skeptisch, ob sich dieses Problem je in den Griff kriegen lässt. Das würde ja wirklich ein entschlossenes, eindeutiges, kompromissloses Handeln erfordern, und ich denke nicht, dass Länder wie die U.S.A. oder China oder Russland ihre Produktionen verringern, und somit auf sehr viel Profit verzichten würden.
Ich sehe den Klimawandel und seine Folgen als ein sehr ernstes Problem, dass sich nicht so ohne weiteres lösen lässt.

Lydia: Ich habe bisher schon vieles in Zeitschriften wie der Bravo und der Geolino darüber gelesen. In der Bravo gibt es dazu immer extra Seiten und letztens gab es sogar ein Sonderheft, wo über die Auswirkungen des Klimawandels informiert wird. Ich bin der Meinung, dass man auf jeden Fall dagegen ankämpfen muss und ich möchte natürlich auch etwas machen, da es mir nicht egal ist. Zum Bespiel fahre ich jetzt immer mit dem Fahrrad zu Schule.

Sarah: Ich denke, dass ich Fortschritte machen kann, was meinen Wasserverbrauch und die Benutzung meines Autos betrifft. Wenn es möglich ist, den Weg zu Fuß oder dem Fahrrad zu machen. Aber der Klimawandel ist so verbreitet, dass es schwer wird ihn zu stoppen, weil man selbst nicht bereit ist Einschränkungen zu akzeptieren und sich anzupassen.

Wie stellst du dir deine Lebensweise in 20 Jahren vor?

Sophie: Ich denke in 20 Jahren wird man noch viel mehr als heute auf seine Lebensweise  achten. Möglicherweise werden ja Gasdeodorants endlich verboten und vielleicht werden wasserbetriebene Autos entwickelt. Natürlich wäre es perfekt, wenn man Autos und Flugzeuge abschaffen würde, aber ich denke, dass so ein Schritt, auch bei so einer ernsten Lage so gut wie unmöglich wäre.

Lina: Oh je, ich hab keine Ahnung, wie das so in 20 Jahren aussehen soll… Wahrscheinlich werde ich persönlich immer noch meinen kleinen Teil zum Klimaschutz beitragen.
Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass man sich nach und nach immer mehr der begrenzten Ressourcen bewusst wird, und dass viele Länder anfangen werden, mehr in alternative Energien zu investieren – und das würde natürlich auch das Klima schützen.

Lydia: Ich denke, dass man auch weiterhin gegen den Klimawandel ankämpfen muss, dass es aber keine großen Veränderungen geben wird, weder positiv noch negativ.

Sarah: Ich denke in 20 Jahren, wird sich der Klimawandel auf mein Leben auswirken. Wahrscheinlich ist, dass alles teurer wird (Flugzeug usw.), weil man die CO2-Emission reduzieren muss. Alles was Reisen oder Urlaub betrifft, alles wird teurer sein. Aber im Alltag wird sich sich nicht sehr viel ändern.

Was erwartest Du dir von den Erwachsenen?

Sarah: In der Zukunft hoffe ich, dass ich es mir leisten kann ein ökologisches Haus zu bauen, z.B. mit geothermischen Energien oder photovoltaischen Panels. Sonst bin ich fast sicher, dass nicht Vieles sich ändern wird, weil wir immer noch unseren Wagen brauchen werden. Was ich tun kann, ist einen umweltfreundlichen Wagen und ein  umweltfreundliches Haus zu kaufen, aber nur wenn ich es mir leisten kann…

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