90 mal zur Sonne und zurück

Die Mehrheit aller Kinder und Jugendlichen macht sich Sorgen um das Weltklima und über ein Fünftel von ihnen hat, so eine Umfrage des Bundesumweltministeriums schon an konkreten Aktionen zum Klimaschutz teilgenommen.
Wir haben einige Jugendliche dazu befragt und können diesen Eindruck bestätigen.  “Ich habe ein bisschen Angst und fühle mich verunsichert”, haben wir von einer jüngeren Interviewpartnerin gehört, die wie viele ihrer Altersgenossen ein Gefühl der Bedrohung empfinden.
Das geht besonders den Jüngeren so:  “Da werden höchstens von 25 Jahren gesprochen, das ist ja nichts”. Was genau auf sie zukommt, können sie sich jedoch kaum vorstellen. Die Gletscher werden schmelzen, der Meeresspiegel ansteigen, die Eisbären ihr Zuhause verlieren. Aber was genau bedeutet das für ihr eigenes Leben, was wird sich alles verändern? Nur die wenigsten können sich wirklich vorstellen, wie ihr Leben in zwanzig Jahren aussehen wird.
Die Jugendlichen mit denen wir gesprochen haben klagten über zu wenig Wissen, vor allem darüber, was sie selbst tun können. In der Schule kamen unsere Befragten bisher nur wenig in Kontakt mit dem Klimawandel. Wen wundert es, dass für sie andere Themen weitaus wichtiger sind und der Klimawandel weit entfernt? Bleibt in unseren von Leistungsdruck geprägten Schulen überhaupt noch Zeit für Umweltschutz und gesellschaftliche Probleme? Sollte nicht gerade dort das Bewusstsein und Wissen vermittelt werden, wie Einzelne etwas bewegen können?

Stom sparen? Das machen wir doch alle. Aber es gibt viele weitere Punkte an denen wir zu CO2-Ausstoß beitragen. Dass eine 3er WG 4.350 kWh Strom im Jahr verbraucht, hab ich schnell nachgelesen.  Wer aber weiß schon wie viel Energie es benötigt, um ein Fahrrad zu bauen? Der Lenker reist alleine 30-40.000 km – einmal um die Welt. Die Herstellung des 6kg Rahmens ohne Transport verbraucht mindestens 32 Liter Heizöl. Wieso steht das nicht drauf? Auf meinem Joghurt steht doch auch wie viel Fett drin ist. Zu viel Fett ist ungesund. Zu viel CO2 auch. Hab ich jetzt also für mein neues Fahrrad 300€ in die Verbrennung von Heizöl investiert? Ich weiß es nicht.

Aber das wird geändert!
Die Ampel für Lebensmittel schafft es zwar nicht bis zum Verbraucher. Eine CO2-Kennzeichnung, die mit absoluten Werten für jeden Verbraucher die selbe Bedeutung hätten, stößt aber auf großen Zuspruch. Denn an dritter Stelle direkt nach Industrie (26,5%) und Verkehr (26,2%) belastet die Lebensmittelproduktion die Umwelt mit 20% der Treibhausgasemmission. In Österreich strebt das Aldi Pendant Hofer mit der Marke “Zurück zum Ursprung” eine Stärkung des Bewusstseins für CO2 Emissionen an. Das unabhängige Forschungsinstitut für biologischen Landbau Österreich führte einen Vergleich von “Zurück zum Ursprung” Lebensmittel zu konventionellen Lebensmitteln durch, um den “CO2-Fussabdruck” einzelner Lebensmittel zu bestimmen. Laut dieser Studie haben alle bewerteten Produkte eine zwischen 10-35% bessere CO2-Bilanz als vergleichbare herkömmliche Produkte.
Ein Klimasiegel wie es in Schweden gerade eingeführt wird, könnte ein Bewusstsein für alle Verbraucher schaffen. Das Siegel ist in Schweden bisher freiwillig

und gibt den CO2-Ausstoß für die gesamte Produktionskette ermittelt anhand von Kennwerten an. Denn Regierungen und Organisationen können zwar die Weichensteller für Umwälzungsprozesse sein und können der Industrie Vorgaben machen, aber der Bürger als Verbraucher hat immernoch den größten Einfluss.

Das Bundesumweltministerium hat ermittelt, dass bei einer Verdopplung der Fahrradkilometer anstelle des innerorts intensiven CO2-intensiven PKW-Verkehrs eine Einsparung von über vier Millionen Tonnen CO2 möglich ist. Ein kleines Rechenbeispiel zum Vergleich mit Benzinverbrauch und PKW-Kilometern. Ein Liter Benzin verbrennt mit dem hinzukommenden nötigen Sauerstoff zu 2,33 Kilogramm CO2. Ignoriert man den Herstellungs- und Wartungsaufwand für einen PKW erzeugt dieser bei einer Nutzung von nur 10.000 km pro Jahr und einem Verbrauch von 6,5 l pro 100 km, 1500 kg CO2 im Jahr (10.000×6,5/100×2,33=1515). Vier Millionen Tonnen CO2, das wird frei wenn 2,7 Mio. Deutsche ein Jahr Auto fahren oder ich 90 mal zur Sonne und zurück.

Das ‘Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit’ hat die Kampagne Kopf an Motor aus gestartet und möchte genau an dieser Stelle ansetzen und den Spritverbrauch durch vermehrten Gebrauch des Fahrrads senken.

Was kann jeder tun? Fahrrad fahren, lokal produzierte Nahrungsmittel kaufen, grünen Strom beziehen.
Ein Gefühl für den CO2-Fussabdruck bekommen und was man für eine positive Entwicklung tun kann? Diesen Blog lesen!

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von Elisabeth Holzner und Manuel Dingemann

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