Szenarienarbeit II & Medialisierung der Nachhaltigkeit – Tag 3 der Sommeruni 2010

Der Vormittag des heutigen Tages wurde erneut für die Szenarienarbeit verwendet. Die gestrigen Ansätze wurden aufgegriffen. Ziel war es mittels der gestern ermittelten Faktoren Extrem-Szenarien zu kreieren und sich so der Spannbreite der Möglichkeiten, Risiken und Chancen bewusst zu werden. Ein Atommülllager im Vorgarten, Abwanderungswellen der Europäer nach Afrika auf Grund eines schwächelnden Golfstromes, Öko-Diktatur, aber auch 100% erneuerbare Energien und Leben in grossen Gemeinschaften – schlimmster Schrecken und schönster Traum so nah. Die Gruppen konzentrierten sich anschliessend mit dem Wissen um die Alternativen auf die gestellte Aufgabe einen Tagesablauf in 2040 zu schildern. Charaktere mussten festgelegt werden, ein Ort gefunden und vor allem sämtliche zuvor angesprochenen Rahmenbedingungen mit Inhalten befüllt werden. Und dies alles in Gruppenarbeit – Zeit für Ansagen, Durchboxen, aber auch Kompromisse.

Die Arbeit dauerte den ganzen Vormittag an, die Gruppen arbeiteten konzentriert und mit viel Kreativität. Am Nachmittag folgte ein Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ing. Fischedick, Vizepräsidenten des Wuppertal Instituts, zum Thema der Szenarienmethode und der Anwendung in der Praxis. Sein wirklich interessanter und selbst erklärender Vortrag findet sich als PowerPoint-Präsentation hier angeführt. Szenarien and Introduction_MF_2010 Erwähnt muss wohl werden, dass der Vortrag via Skype gehalten wurde. Die Sommeruni beweist damit, dass Dozenten für ein Termin von zwei Stunden nicht durch halb Deutschland fahren müssen und schont damit ihr CO2-Konto. Ton und Bild waren sehr gut und selbst die anschliessende Diskussion bereitete keine Probleme.

Für einen abendfüllenden Abschlussvortrag sorgte Prof. Dr. Clemens Schwender von der University of Managment and Communication Potsdam. Er referierte zur Medialisierung von Nachhaltigkeit und zeigte, dass Nachhaltigkeit kein eigenes Thema ist, sondern eine bestimmte Art, die Dinge zu sehen. Nachhaltigkeit lässt sich in jeglichen Formaten integrieren solange die Erwartungskonformität der Zuschauer bewahrt bleibt. Er widerlegte damit das langjährige Vorurteil, dass Nachhaltigkeit schwer zu kommunizieren sei. Das Schlüsselwort ist Ecotainment, das mit positiven Symbolen und Emotionen arbeitet und den Zuschauer persönlich anzusprechen sucht.

Buchempfehlungen des Tages:

Bechtloff, Dieter[Hrsg.]: Kunstforum International. Existenz am Limit. Kunst und Klimawandel, Ruppichteroth 2009
Menzel, Peter: Material World. A Global Family Portrait, San Francisco 1994
Schwender, Clemens, Werner F. Schulz & Martin Kreeb: Medialisierung der Nachhaltigkeit. 2008

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