Hoffnung statt Angst – Umweltkommunikation braucht konkrete Utopien

Jugendliche fürchten sich vor dem Klimawandel nur bedingt. Das ist vielleicht gar nicht schlecht, denn Angst führt oft zum Rückzug und zu Passivität. Gelingt es dagegen, eine nachhaltige Zukunft als etwas Positives vorstellbar zu machen, dürfte das Hoffnung und damit auch den Mut zum eigenen Handeln stimulieren.

Nach einer Umfrage, die Forsa im Auftrag des BMU durchführte, sorgen sich Jugendliche zu 70 Prozent höchstens ein bisschen wegen des Klimawandels, nur 14 Prozent hatten deswegen große Sorgen. Eigene Umfragen unter Jugendlichen bestätigen dies: Auf spontane Fragen hin fühlen sich Jugendliche nur selten persönlich sehr vom Klimawandel emotional beeinträchtigt – höchstens ein bisschen. Vielen ist das Geschehen viel zu abstrakt, um deswegen verängstigt oder Ähnliches zu sein. Ist das schlimm, wenn es darum geht, Menschen zu neuartigem Verhalten zu motivieren, um das Klima zu schützen? Möglicherweise nicht, denn Angst ist kein guter Motivator. Angst ruft häufig nur Rückzug und andere defensive Verhaltensweisen ehrvor, statt zur Kreativität zu motivieren. Motivierend wirkt es dagegen, Menschen für neue Ziele zu begeistern, die mit positiven Inhalten belegt sind. Das Kunststück der Umweltkommunikation sollte deshalb darin bestehen, das ohnehin Nötige – etwa Energiesparen etc. – nicht als Einschränkung darzustellen, sondern veränderte Lebensweisen als Fundus neuer oder vergessener Lebensweisen zu entdecken, den Erfindergeist in Richtung nachhaltiger Technologie zu motivieren und insgesamt Nachhaltigkeit als etwas zu begreifen, das Leben schöner oder lebenswerter machen kann.

Der erste Schritte dahin besteht darin, Kinder und Jugendliche zu informieren und vielleicht auch emotional dort abzuholen wo sie verortet sind. So ist das Mitgefühl für die Bedrohung der Eisbären (die eine 10 jährige Schülerin bei der Frage „Wie fühlst du dich im Zusammenhang mit den Klimafolgen?“) vielleicht eine Brücke, um die Zusammenhänge globaler Klimaveränderungen aufzuzeigen. Der Blogbeitrag „Klimawandel?! Super Sache: In Zukunft gehen wir öfter baden!“  thematisiert die fehlende Informationsbasis. Aber fehlt es wirklich an Informationen? Oder liegt hier eher ein „Kommunikationsgap“ vor, d.h. werden die Informationen nicht richtig an die Adressaten gebracht? Sind die Informationen eingebunden in die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen? Sind sie Bestandteile von Projektunterricht in den Schulen? Themen von Arbeitsgruppen?Nur Portale im Internet zum Thema Klimaschutz bereitzustellen, reicht da nicht aus.

Dass der Weg zum eigentlichen Handeln dann auch noch lang sein kann, wird u.a. in mehreren Lernvideos zum Thema „Klimaschutz und Klimaanpassung durch Kommunikation“ von Andreas Lieberum, der bei ecolo (Agentur für Ökologie und Kommunikation) sowie für dem Projekts „nordwest 2050“ Geschäftsführer ist, gezeigt.

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