Lebenswerte Zukunft gestalten! Nur für wen?!


Heutzutage ist der Glaube vieler Menschen tief verankert, dass Wachstum Arbeitsplätze sichert und hieraus der derzeitige Wohlstand verbessert und/oder erhalten werden kann. Diese Meinung wird in vielen Medien stetig wiederholt, was sicherlich dazu beiträgt, dass der Glaube sich festigt. Bildlich sind hier etwa die Banker aus den USA zu verzeichnen, die in Zeiten der Rezession ohne Job mit ihren kleinen Kartons aus den Büros kommen.
In Bezug auf den Klimawandel und die Grenzen des Wachstums scheinen derartige große, länderübergreifende persönliche Einschnitte zuzunehmen. Die Risiken sind so groß, dass kaum jemand sie einschätzen kann, die Gewinne sind so riesig, dass man sie nicht fassen kann und wenn etwas nicht gut läuft sind entsprechend die Katastrophen ebenfalls sehr groß und betreffen viele Menschen. Neben den wirtschaftlichen Katastrophen sind Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren so verheerend gewesen, dass sie viele Menschen aller Einkommensgruppen trafen und auch technisch sehr fortschrittliche Länder schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Tim Jackson: Auswege aus Wachstumsfalle, Konsumismus und Renditejagd from transitionme on Vimeo.

Eine Einschätzung darüber ob es angesichts des Klimawandels überhaupt noch um Wachstum geht oder Schrumpfung das Mittel der Wahl für die Zukunft ist… Die Frage ist nicht uneingeschränkt zu beantworten. Hinsichtlich des CO2 Ausstoßes (durch Industrie und konsumlastigen Lebenswandel) ist Wachstum für die Zukunft überhaupt keine Option. Die Forschungs- und Industriezweige, die sich jedoch mit allem beschäftigen, was zur Nachhaltigkeit beiträgt, müssen rapide wachsen. Die Märkte für derlei nachhaltige Produkte müssen wachsen und sich soweit entwickeln, dass sich Nachhaltigkeit auch jeder leisten kann. Doch wie kann sich ein Markt dahingehend entwickeln? Die Technologie muss sich soweit entwickeln, dass die Produkte günstiger werden und die Nachfrage muss so hoch sein, dass der Umsatz über Masse generiert werden kann. Investitionen sind also nötig. Womit wir wieder bei dem Thema Wachstum angelangt wären, da Investitionsvolumen aus wachstumsabhängigen Überschüssen generiert wird.

Soweit zu unseren Theorien – die zweifelsohne in einem geschlossenen Raum erdacht sind und sicherlich eine Vielzahl von Einflussfaktoren unberücksichtigt lassen. Zu einer abschließenden Antwort können wir trotz allem nicht finden. Einerseits ist eine Schrumpfung zwingend erforderlich auf der anderen Seite scheint Wachstum auch hinsichtlich des Klimawandels unverzichtbar. Die Frage ist wohl grundsätzlich, was eigentlich schrumpfen oder wachsen sollte um auf diesem Planeten eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Noch viel grundsätzlicher ist allerdings die Frage:
Auf dem Rücken welcher Menschen müsste die Schrumpfung eigentlich ausgetragen werden und wer sollte von dem nötigen Wachstum profitieren?

photo by: foreignpolicy.com

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