Transformation zur klimaverträglichen Weltgesellschaft

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde vor knapp 20 Jahren von unserer Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium vor der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 gegründet.

2011, ein Jahr vor der erneuten UN-Konferenz in Rio, die unter dem Motto „Nachhaltige Entwicklung“ steht, bringt der WBGU als 8. Hauptgutachten seit seinem Bestehen einen“Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ heraus. Eine geplante und dringend notwendige Revolutionsanleitung wird damit politischen Entscheidungsträgern und der interessierten Öffentlichkeit in die Hände gegeben.

Um unsere heutige Welt in das Zeitalter der vollständigen Dekarbonisierung zu führen, sind Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel vor allem in folgenden drei zentralen Transformationsfelder notwendig: Energie, Urbanisierung und Landnutzung.Innerhalb dieser Transformationsfelder muss sich, laut WBGU, in erster Linie Produktion, Konsummuster und Lebensstil ändern. Dies wird jedoch durch politische, ökonomische und institutionelle Abhängigkeiten gehemmt , wie z. B. den Agrarsubventionen.

Die weltweite Nachfrage nach Energie steigt stetig, auch Ländern des Südens kann der „Hunger nach Energie“ nicht verwehrt werden. Doch schon jetzt verursacht laut WBGU der Energiesektor rund zwei Drittel der langlebigen Treibhausgase. Somit ist es von besonderer Wichtigkeit, erneuerbare Energiequellen auszubauen. Dies dient zum einen dem Atmosphärenschutz, zum anderen haben erneuerbare Energien das Potenzial, bestehende Abhängigkeiten abzubauen und somit das bestehende weltwirtschaftliche System zu verändern.

Die Urbanisierung schreitet immer weiter voran. Dabei sind urbane Räume schon jetzt für drei viertel des weltweiten Energiebedarfs verantwortlich, immer höherer Energiebedarf wird folgen. Wichtig ist, besser schon gestern die urbanen Räume so klimaeffizient wie möglich zu gestalten. Die Weltbevölkerung wächst und sie wächst schnell. Schon jetzt können sich viele Menschen auf der Erde nicht ausreichend ernähren, Tendenz steigend. Viele Waldflächen und empfindliche, klimaschützende Ökosysteme müssen Ackerflächen weichen. Dabei geht es oft nicht einmal um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, sondern vielmehr um die Erzeugung von relativen Luxusgütern wie z.B. Rindfleisch.

Die Diskussion über die Grenzen des Wachstums ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so der WBGU. Oftmals scheinen Transformationsbewegungen, die in der Gesellschaft entstehen, sogenannte „Graswurzelbewegungen“, gering. Doch wir befinden uns in einem dynamischen System, in dem auch kleine Maßnahmen große Veränderungen einleiten können.

Verbindliche Vereinbarungen seitens politischer Institutionen sind wünschenswert, um den Transformationsprozess zu beschleunigen. Ein neuer globaler und gleichberechtigter Gesellschaftsvertrag ist dringend notwendig, denn unser aktueller Lebensstil hat keine Zukunft. Transformationen sind möglich, müssen aber in die richtige Richtung gelenkt werden – das Hauptgutachten des WBGU liefert den Startschuss.

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