Den Jugendlichen geht der Klimawandel am Arsch vorbei? …

Während Erstklässler schon „als kleine Klimaschützer unterwegs“ sind, geht vielen Jugendlichen Schulen der Klimawandel am Arsch vorbei. Dabei ist bereits unter den Jugendlichen eine hohe Problemwahrnehmung vorhanden und sie sind auch bereit, sich einzubringen und selbst etwas für das Wohl der Menschen und der Umwelt zu tun. Nach der Problemwahrnehmung kommen jedoch schon schnell die ersten große Fragezeichen. Wo und wie kann man sich engagieren? Hat mein Handel wirklich einen Einfluss? …

Vom Wissen zur eigenen Alltagspraxis ist der Weg jedoch weit und Alltagserfahrungen mit dem Klimawandel sind kaum vorhanden. Diese Übersetzung einer spezifischen Umweltwahrnehmungen findet zuerst in der Familie statt.  Für den Erwerb von Umweltwissen kommt dann im Laufe der Kindheit  – neben den Eltern – den Schulen und den Medien eine größere Bedeutung zu.

Die passive Rolle der Schulen und LehrerInnen wird jedoch von den befragten Jugendlichen kritisch beurteilt. In den Schule wird das Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel kaum bis gar nicht behandelt oder die Umsetzungen von schulbezogenen Klimaschutzmassnahmen (gesunde Jause, Öko-Fest, Fairtrade Kaffee) gestalten sich schwierig, weil LehrerInnen dagegen sind. (Interview L, Interview M)

Laut aktuellen Studien (Sinus Sociovison 2008, Bertelsmann Stiftung 2009, Shell 2012, BMU 2009 …) besitzen Jugendliche eine hohe Sensibilität hinsichtlich der Gefahren durch Klimawandel und Umweltverschmutzung sowie eine positive Grundeinstellung gegenüber Klima- und Umweltschutzmaßnahmen ABER …

  • Sie wünschen sich eine stärkere Behandlung von Umweltthemen im Unterricht. Sie möchten im Unterricht gerne mehr über den Klimaschutz und den Natur- und Artenschutz, gefolgt von erneuerbaren Energien, Wasserthemen, umweltbewusstes Leben und Atomenergie erfahren. (BMU 2009)
  • Die Jugendlichen fordern generell eine Bildung, die es ihnen ermöglicht, die Welt zukunftsfähiger zu gestalten. (Bertelsmann Stiftung 2009)

Diese Jugendlichen sind auch bereit, sich einzubringen und selbst etwas für das Wohl der Menschen und der Umwelt zu tun. Nach der Problemwahrnehmung kommt jedoch schon schnell das erste große Fragezeichen. Wie kann man sich engagieren? Hat mein Handel wirklich einen positiven Einfluss? Ich darf doch gar kein Auto fahren!

Insofern birgt das dargelegte große Interesse von Kindern und Jugendlichen an Umwelt- und Zukunftsthemen ein enormes und ermutigendes Aktivierungspotenzial für konkrete umweltschützende Maßnahmen. Es braucht jedoch mehr als nur eine Problembeschreibung, sondern eine aktivierend Betreuung. Denn Kinder und Jugendlichen sind bereit, Aufgaben zu übernehmen – und zwar vor allem dort, wo konkrete Handlungs-Angebote gemacht werden. (World Vision Deutschland 2008) Andernfalls werden Sie genau so verloren vor dem Thema stehen, wie unsere PolitikerInnen seit der groß angekündigten Energiewende.

AutorInnen:
Eva Größler, David Lechner, Johann Simowitsch, Ha Linh Mia Truong 12/06/2012)

Quellen:
Interview L …
Interview M …
BMU 2009 …
Bertelsmann Stiftung 2009 ….
World Vision Deutschland 2008 ….

Eine Antwort auf „Den Jugendlichen geht der Klimawandel am Arsch vorbei? …

  1. Mir scheint es fast so, als ginge besonders den Lehrenden der Klimawandel am Arsch vorbei bzw. lässt sich auch wie im Artikel „Ist die Schule am Klimawandel“ eine gewisse Übersättigung und Überforderung erahnen. Die Frage der zentralen Handlung vor Ort scheint auch hier zentral, wie kann ich in meiner Lebenswelt was verändern und vor allem warum? Dazu wäre das Herunterbrechen des Themas notwendig. Was wäre ein Punkt, der vor Ort stattfinden kann und warum sind die Lehrenden gegen die Einführung des Fairtrade Kaffees oder einer gesunden Jause? Konnten die Jugendlichen konkrete Handlungswünsche oder Alternativen formulieren?

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