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2012 | Deutschland, Deutsch

Wachstum – Entwicklung – Wohlstand!?

Eine anregende Diskussion

Verschiedene Wege! Verschiedene Ziele? (Foto: Hannes Bever)

Lange galt es umstritten, aber nun ist es eigentlich nicht mehr von der Hand zu weisen: Der
Wachstumsmythos ist nicht haltbar. Unsere Grenzen sind überschritten, ein Kollaps bei unserer Lebensführung ist nicht mehr aufzuhalten – bereits jetzt schon zu Lasten von mehr als 2 Milliarden unterernährten Menschen auf der Welt. Aber müssen wir nun schrumpfen?

Eine endgültige Antwort darauf wird es kaum geben können. Dennoch widmet sich eine muttige Jornalistin dieser Fragen. Dabei Unterstützen sie der weltweit bekannten Ökonom Mr. J. und der Wirtschaftswissenschaftler Mr. M.. Alle Personen sind natürlich frei erfunden, argumentative Überschneidungungen mit dem weltweit bekannten Ökonnom Dennis Meadows – Die Grenzen des Wachstums – und dem Wirtschaftswissenschaften Tim Jackson – Wohlstand ohne Wachstum – sind rein zufällig.

Jornalistin: Wohlstand und Wachstum, diese beiden Begriffe scheinen in der politischen Auseinandersetzung eng verknüpft. Der anhaltende Wohlstand einer Gesellschaft kann nur gewährleistet werden, wenn die Wirtschaft weiter wächst und so ihren Wohlstand generiert. Ein Rückgang oder Stoppen dieses wirtschaftlichen Wachstums würde demnach zwangsläufig auch zu einem Rückgang des Wohlstandes führen. Wer möchte das schon? Besonders wenn damit so viele soziale Aspekte betroffen sind, wie Arbeitsplätze, Wohnsituation und Lebensstile.
Ist die Gesellschaft also in einer Zwickmühle? Weiterer Wachstum, um den Wohlstand zu halten oder Verzicht von Wohlstand für den Schutz von Ressourcen? Ist eine nachhaltige Gesellschaft, in der Wohlstand herrscht, überhaupt möglich?

Mr. J: Wachstum und Wohlstand, sind das denn zwei untrennbare Komponenten?

Jornalistin: Wie wichtig ist der Wachstum für die Gesellschaft?

Mr. M: Insgesamt eher problematisch, denn das weltweite wirtschaftliche Wachstum ist bereits an seinen Grenzen. Ein unendliches Wachstum  ist nicht möglich, dennoch wird suggeriert, dass die Wirtschaftsleistung ansteigen muss, damit wir zu mehr Wohlstand gelangen. Doch wie soll etwas in einer endlichen Welt unendlich wachsen?

Mr. J: Besonders in der Politik wird Wachstum als einzige Möglichkeit dargestellt gesellschaftlichen Wohlstand zu generieren und beizubehalten. Dabei ist Wohlstand viel stärker an soziale Aspekte geknüpft. Denn was ist ein „gutes Leben“ für das Individuum? Wenn die rein monetäre Dimension von Wohlstand über Bord geworfen wird, dann kann eine neue Definition von Wohlstand möglich werden. Dringend notwendig ist es auch die Wahlmöglichkeiten des Einzelnen der Definition hinzuzufügen und die Frage zu stellen, welche Grundlagen hat jemand, sich frei zu entfalten und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben?

Mr. M: Dabei sollte aber die zentrale Frage sein, nach langfristigen Lösungen zu suchen und nicht nur den Blick bis zur nächsten Wahl zu werfen! Die leidlich eingenommene Haltung, besonders in der Politik, nur kurzfristige Resultate vorweisen zu wollen, führt zwangsläufig zu einem Kollaps. Das Lösen vorhandener Probleme bedarf aber einer langfristigen Sicht.

Jornalistin: Ist ein Abrücken vom Wachstums denn überhaupt möglich?

Mr. J: Nicht nur möglich, sondern sogar absolut notwendig! An den unzähligen kleinen Initiativen auf lokaler Ebene lässt sich erahnen, dass alternative Varianten möglich sind. Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit brauchen wir Ressourcenschonung, aber Wachstum steht diesem Ziel im Wege.

Mr. M: Ehrlich gesagt ist es sogar höchste Zeit zum Abrücken. Die Auswirkungen eines Zögerns können wir nur schwer erahnen und auch wenn nicht alle Veränderungen negativ sein müssen, ist es intelligent sie im Auge zu behalten.

Jornalistin: Wie sieht der Weg denn ohne Wachstum aus und wie erreichen wir ihn?

Mr. J: Wichtig ist ein Umdenken, besonders im Sinne des Wohlstandes. Es geht nicht um einen Verzicht von Wohlstand, nur um eine genaue und veränderte Definition. Ist Wachstum für Wohlstand tatsächlich notwendig? Ist Wohlstand in einer nachhaltigen Gesellschaft möglich? Kann es ohne Wachstum Entwicklung geben?

Mr. M: Wichtig ist, die Menschen “aufzuklären“, welche Gefahren existieren und wie auch der einzelne Mensch darauf reagieren kann. Ihm auch nahe bringen, dass auch soziale Aspekte wie das familiäre und freundschaftliche Miteinander Wohlstand bedeutet. Und es darf egal bei welcher Lebensführung nie vergessen werden, dass wir in einer globalen Gesellschaft immer auch die Verantwortung für andere tragen und insbesondere für die in Armut lebenden Menschen. Im Jahr 2050 werden eine Milliarde Menschen an Unternährung leiden. Das kann nicht unser Ziel sein.

Neugierig auf mehr? Dann klick hier:

http://www.ted.com/talks/tim_jackson_s_economic_reality_check.html

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/14/Standardszenario_World3-03.PNG

www.grenzendeswachstums.de

AutorInnen: Hannes Bever, Anja Schelchen und Christine Hellerström.

Discussion

One thought on “Wachstum – Entwicklung – Wohlstand!?

  1. Schöne Idee, die Herren M. und J. zu befragen. Beide scheinen in der Tat ähnliche Standpunkte wie Jackson und Meadows zu präsentieren. Mir fiel spontan der Happy Planet Index ein, der ja eben andere Komponenten des “Wohlstandes” misst. http://www.happyplanetindex.org/
    Habt ihr konkrete Ideen, wie wir unsere Verantwortung zeigen und leben können; wie kann das familiäre und soziale gestärkt werden?

    Posted by kaneu2511 | 27/06/2012, 14:22

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