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2012 | Deutschland, Deutsch

Wir Wachsen Weiter

Oder: warum wir immer auf großem Fuß leben werden und trotzdem Schritt halten können

Ist eine Welt ohne Wachstum möglich? Können wir einen fairen und nachhaltigen Lebensstil in Deutschland umsetzen?

Wissenschaftler wie Dennis Meadows und Tim Jackson weisen schon lange auf die begrenzte Ressourcenbasis sowie unsere störungsanfällige Ökologie hin und damit darauf, dass das Wachstum an seine Grenzen stossen und unsere Wirtschaftsordnung irgendwann zusammenbrechen wird.

Heute, 40 Jahre nach Erscheinen des Buches „The Limits to growth“, sind bereits 150 % unserer natürlichen Ressourcen ausgeschöpft, die Grenze des Wachstums ist somit lange überschritten. Der Overshoot-Day war letztes Jahr bereits im September. Knackpunkt für Jackson ist dabei unser übersteigertes Konsumbedürfnis und der damit einhergehende gesellschaftliche Umgang sowie deren Folgen.

"We buy stuff, we don´t need with money, we don´t have" Tim Jackson

Können wir da noch was ändern?

Ja, das Zauberwort heißt “Materialrecycling” und basiert auf den Ideen eines geschlossenen Wertstoffkreislaufes, ein Wiederverwertungskreislauf. Wir benötigen die Entwicklung einer Wirtschaft, die stark auf Dienstleistungen und örtlich produzierte, nachhaltige Güter setzt, so Jackson.
Wenn es z.B. verringerte Arbeitszeiten gibt, fördert dies einerseits das Wohlbefinden der Beschäftigten, andererseits verringert es den fortwährenden, Wachstum erzeugenden, Produktivitätszuwachs.

Großer Fußabdruck! Kann man da noch weiter auf der faueln Haut liegen?

Großer Fußabdruck! Kann man da noch weiter auf der faulen Haut liegen?

Was heißt dies konkret für uns Konsumierende?

Basierend auf unserem ökologischen Fussabdruck können wir die Ausmasse unseres Lebensstiles betrachten und verändern. Unsere Ergebnisse liegen zwischen 3,6 und 6,1 Hektar. Jedem Menschen stehen jedoch bei einer gerechten Aufteilung nur 1,78 Hektar zur Verfügung. Erschreckend, und dabei dachten wir bei vielen Dingen schon bewusst darauf zu achten, umweltfreundliche Alternativen zu wählen.

Noch erschreckender ist die Information am Ende der Berechnung – wir in Deutschland können es gar nicht schaffen, einen fairen Fußabdruck von 1,78 Hektar zu erreichen. Der öffentliche Konsum, welcher den Ressourcenverbrauch für den Bau nationaler Infrastruktur zusammenfasst (z.B. Straßen, Krankenhäuser, öffentliche Gebäude), ist einfach zu groß.

2,14 ha war das niedrigste, was wir in unseren Versuchen erhalten haben – immerhin nah dran am Ziel eines gerechten Fußabdruckes.

Wie könnte so ein Lebenstil aussehen?

Ganz konkrete Anweisungen gibt es beim ökologischen Fußabdruckrechner leider auch nicht. Schade! Helfen würde am Ende eine Liste: Veränder XYZ und dein Fußabdruck wird sich um … verringern.

Es bleibt die Frage: Will oder kann ICH das auch verändern? Und diese Frage würden wir euch mit einem kleinen selbst entworfenen Fragebogen gerne stellen.

Fazit: Angesichts schwindender Ressourcen und eines bereits zu 60% zerstörten Ökosystems, besteht dringender Handlungsbedarf und jede_r Einzelne kann und muss seinen Beitrag leisten. Letzten Endes sind es doch die kleinen Schritte, die einen Wandel bewirken:  Dies zeigt z.B. Felix Finkbeiner mit seiner weltweiten (Kinder)Organisation “Plant for the planet” – 1.000 Milliarden Bäume pflanzen weltweit – 1 Million pro Land – 150 Bäume von jedem/r Einzelnen bis 2020. Ist machbar, die Kinder zeigen es!

Wie immer sind es die kleinen Dinge, die die grössten Unterschiede machen und langfristig zu einer nachhaltigeren Welt beitragen. Die ersten Schritte bleiben die wichtigsten…Auf gehts!

Discussion

One thought on “Wir Wachsen Weiter

  1. Da haben doch schon 2 Leute den Fragebogen ausgefüllt. Super. Vielen Dank an euch, unbekannterweise!
    Wir freuen uns wenn es noch ein paar mehr werden.

    Posted by fraudance | 27/06/2012, 23:20

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