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J.Borner | Fragen zu Transparenz und Partizipation

Ein Rückblick von Joachim Borner auf die Tagung Partizipation und Transparenz in der Wissenschafts- und Forschungspolitik, die am  31.05.2013 in Berlin in der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften stattgefunden hat. Veranstalter war die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende. 

A review by Joachim Borner about the conference “Partizipation und Transparenz in der wissenschafts- und Forschungspolitik” (Participation and transparency in the politics of science and research), which took place on May, 31 in Berlin at Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, organized by Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende. 

Dr. Joachim Borner | KMGNE

Dr. Joachim Borner | KMGNE

„Wir können die Entwicklung der Gesellschaft nicht durch Abkopplung der Wirtschaft aus Wissenschafts- und Forschungsprozessen erreichen“ – ist so eine falsche Frage im gegenwärtigen Diskurs zur wissenschaftlichen Gestaltung der Transformation. Sie wurde auf der Tagung mehrfach formuliert.

Eine ebenso falsche Forderung ist die nach besser ausbalancierten Stakeholderstrukturen in den Aushandlungsprozessen über die Zweckbestimmung von Steuermitteln für Forschungsprogramme – entschieden und verwaltet von Ministerien und Ämtern. Was gut scheint, ist es nicht. Denn wenn nur die Zahl von Interessengruppen – also lobbyistischer Gruppen – vergrößert wird, vermehrt sich nur die Anzahl derer, deren Interesse zu bedienen sind. Relevanzfragen aus der Sicht des Gemeinwohls entstehen da eher nicht.

  • „Richtige“ Fragen wären: Wie kann ziviler zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft argumentiert und ausgehandelt werden? Welche Diskursformen sind geeignet, um Gemeinwohl anzuvisieren? Welche Kompetenzen brauchen die Akteure, die den Prozess der Transformation und den Prozess der Reflektion von Forschung aus Sicht der gesellschaftlichen Relevanz begleiten?

Dann könnte es sich lohnen, Bürgerwissen in die Wissenschaften zu tragen (wobei noch unklar ist, wie sich das die Wissenschaften bieten lassen). Dann bekämen wissenschaftsorganisatorische und –kommunikative Fragen – wie das Agenda setting, der Transfer von Erkenntnissen (und Fragen) in die Gesellschaft und Wirtschaft, die Transdisziplinarität komplexer Forschungsfragen und –designs evidente Charaktere.

Wissenschaft hätte schon die Verantwortung – für Optionen und vor allem für Fragen, nicht für Empfehlungen. Sie muss die Dynamiken// die Prozesse der Auseinandersetzungen, die Kämpfe um die Kräfte- und Machtverhältnisse von Hierarchien, zwischen Akteursgruppen, zwischen „alten“ und „neuen“ Technologien, Ökonomien und Wohlfahrtsidealen transparent machen.

Unterhalb der Kraft gesellschaftlicher Bewegungen, die sagt: das disziplinäre Gestochere wollen wir nicht mehr, das disziplinäre Welt-anschauen „tut man nicht“ – geht es nicht bei einer Forschungswende.

Denn schon beim Transfer von wissenschaftlichem Wissen in gesellschaftliche Entwicklungsprozesse merken wir, dass da irgendwelche Souveräne sind: Die Bevölkerung, das Volk in Regionen. Denen kommen wir nicht mit der technologischen Kategorie Transfer bei. Da braucht es Kommunikation – partizipative und deliberative!

Wir brauchen Beispiele, wie durch die Einbeziehung der (kompetenten) Zivilgesellschaft und wie durch transdisziplinäre Kulturtechniken der Wahrnehmung, Erkenntnis und kollaborativen Kontroverse die Effektivität und Evidenz von Forschung und Entwicklung komplexer und dynamischer Handlungsproblematiken steigt.

Forschungswende: Dokumentation der Tagung
Statements von TeilnehmerInnen

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