Uta v. Winterfeld | Schwankungen

Birgit Speulmann | Regen |CC BY-NC 2.0

Birgit Speulmann | Regen |CC BY-NC 2.0

 

Eine Freundin und ich gehen am Rhein entlang und laufen von Bonn nach Bad Godesberg. Sie lebt seit dreißig Jahren in St. Augustin bei Bonn am Rhein. Der Rhein sei nicht mehr normal, sagt sie. Er habe entweder zu viel Wasser oder er habe zu wenig Wasser, aber normal sei der Wasserstand kaum noch. Und der Übergang von „zu viel“ zu „zu wenig“ werde immer schneller.

Etwas Ähnliches höre ich aus Thüringen. Der Vorsitzende einer Verwaltungsgemeinschaft erzählt:

Es gibt im Schwarzatal immer wieder punktuelle Starkregen und die sogenannten Jahrhunderthochwasser treten alle zehn Jahre auf… Was von der Bevölkerung extrem wahrgenommen wird, sind die Schwankungen. Von extrem viel zu extrem wenig Wasser, von niedrigen bis zu hohen Temperaturen. In der Region Schwarzatal gibt es viel Fotovoltaik, dieses Jahr (2012) lag die Sonneneinstrahlung im April so hoch wie noch nie vorher und höher als im Juni und Juli.

Die Starkregen treten häufiger auf und betreffen fast jede Gemeinde. Die Wasserhosen in Allendorf und Unterweißbach (ein Orkan mit zwei Kilometern Durchmesser, der Boden kann das Wasser nicht mehr aufnehmen) haben dazu geführt, dass ein größeres Rückhaltebecken gebaut wurde.

Einerseits regnet es heftigst. Das Wasser treibt die Äste voran und drückt sie gegen die Häuser. Es bilden sich Moränen und das Vorgeröll bleibt am Zaun liegen. Andererseits ist der kleine Buschbach in diesem Sommer ausgetrocknet.

Hier ist vorbeugen wichtig. Im Bereich der Klimaanpassung zum Beispiel durch eine intensivere Begehung der Bäche, die sauber gehalten werden, damit dann bei Flut die Geröllmassen nicht kommen. Im Bereich des Klimaschutzes zum Beispiel eine energieeffizientere Heiztechnik. Jeder und Jede gibt seine und ihre Stecknadel im Heuhaufen dazu.

  • Auf der Sommeruniversität in Karnitz möchte ich über Schwankungen sprechen. Wie wird der Klimawandel kommuniziert – weshalb kommen die „Schwankungen“ so wenig vor? Und was bedeuten sie – z.B. für die Menschen und angesichts des demographischen Wandels?

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