Eine unbequeme Wahrheit | Anne K.

Seit dem Film von Al Gore vor 10 Jahren hat sich die gesellschaftliche Diskussion über den Klimawandel und den globalen Wandel insgesamt gewandelt. Als Kind der “Generation Y” frage ich mich nicht nur, wie will ich in Zukunft arbeiten und wie will ich leben – ich frage mich auch, wie werden und wollen wir alle  – damit meine ich die Spezies Mensch insgesamt – leben!

Schüler, Student, Change Agent

Ich studierte zunächst Wirtschaftskommunikation in meiner Heimatstadt Berlin und lernte die komplexen Beziehungen und Prozesse zwischen Wirtschaft, Medien und Gesellschaft kennen. Die Macht der Medien und der Wirtschaft auf Politik – und damit die Zukunft meiner Generation empfand ich erst als erschreckend. Warum nicht Medien und Wirtschaft nutzen, um selbst mit zu gestalten?

In meinem derzeitigen Studiengang Global Change Management in Eberswalde, geht es vor allem um das Begreifen komplexer Systeme und globaler Veränderungen. Die Anthroposphäre und Ökosphäre sind nicht getrennt, sondern eins. Die Gesellschaft und Wirtschaft sind auf die Umwelt angewiesen und können ohne sie nicht existieren. Der Wald braucht dagegen keine Förster und funktioniert trotzdem.

Die Party geht weiterBerlin | Business-as-Usual trotz Klimawandel

Die Welt ist mit der Globalisierung unübersichtlicher geworden und  zahlreiche Prozesse haben sich beschleunigt. Im Fernsehen geht es darum wie man die beste Figur auf dem Laufsteg macht, in Zeitschriften wie man fit für den Sommer wird, in der Zeitung um den neuesten Promi- oder Politiker-Skandal und im Internet um Handzeichen der jungen Elisabeth II. Aber wer redet von morgen?

In Bonn wurden und in Paris werden dieses Jahr Weichen für unser aller Zukunft gestellt. Es geht um Fragen wie:

  • Wie können mehr Menschen weniger konsumieren?
  • Wie bekommen wir 10 Mrd. Menschen satt?
  • Wohin siedeln wir die vom Meeresspiegel-Anstieg bedrohten Menschen hin um?
  • Wie sollen die Menschen in Städten versorgt werden?
  • Welche Tier- und Pflanzenarten sind noch zu retten?
  • Wohin mit all dem Müll?
  • Was muss gegen den Klimawandel getan werden, damit es uns in 100 Jahren noch gibt?
  • Was sind wir bereit aufzugeben, um zu retten, was noch zu retten ist?

Ist es Ignoranz, dass keiner darüber redet? Sind diese Fragen und die damit verbundenen Forderungen zu “unbequem”? Man läuft durch Berlin, bekannt durch seine Partys und im Moment großer Touristenmagnet: Den Blick auf ihre Smartphones gesenkt rennen viele zur nächsten Party, zum nächsten Event, zum nächsten “Place-to-be”.

  • Sieht jemand die vertrocknenden Bäume in der Stadt, die unter Schädlingen ächzen, weil es in Berlin schon jetzt trockener und bald ca. 2°C wärmer ist?
  • Entscheiden sich Wohnungssuchende für Wohnungen mit Blick zum Innenhof, weil Dachgeschosse zu Backöfen werden?
  • Denken die Menschen in den Autokolonnen morgens 7:00 auf der Frankfurter Allee über das Absaufen der Malediven und den Kollaps der Meere nach?
  • Denken die KaDeWe Kunden am Nespresso-Stand über den Müllstrudel im Pazifik nach?

Zurück auf Null

Für mich ist es an der Zeit wirklich umzudenken, auch wenn ich gern in den Urlaub fliege etc. pp. Die Party ist vorbei, was nicht heißen soll, dass nun der Spaß aufhört! Spaß mit Verantwortung, mitgestalten und kooperieren, kommunizieren und austauschen, umdenken, neu denken und umschmeißen – das müssen unsere Parolen sein!

Während meines Praktikums bei KMGNE möchte ich meinen Beitrag zur kreativen Neugestaltung der Zukunft leisten und weiterhin so viel wie möglich über unsere Welt lernen. Andere aufzuklären und aufmerksam zu machen ist dabei auch ein Beitrag. Zukunft und nachhaltige Entwicklung gestalten kann jeder – los geht´s!