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Schwachstellenanalyse der Lebensmittelverschwendung am Beispiel einer Wertschöpfungskette in Deutschland

Äpfel sind das beliebteste Obst der Deutschen. Trotzdem werden viele Äpfel weggeschmissen. Woran liegt das? Und wie groß ist das Ausmaß der deutschen Verschwendung von Lebensmitteln?

Auf Basis des aktuellen internationalen und nationalen Forschungsstandes nimmt Lena Rabea Nauland die Schwachstellen der Lebensmittelverschwendung für die Bereiche landwirtschaftliche Produktion, Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucher in Privathaushalten in ihrer Arbeit in den Fokus. Am Beispiel der Wertschöpfungskette des Apfels werden Ursachen der Verschwendung beleuchtet. Die liegen hauptsächlich beim Endverbraucher, der im Privathaushalt maßgeblich durch falsche Einkaufsplanung und fehlendes Wissen um die Nahrungsmittel voreilig noch Genießbares entsorgt.

Zunehmend verstärkt dazu die geringe Wertschätzung von Lebensmitteln besonders durch die junge Generation und kleine Haushalte die Entstehung von Abfällen, aber auch gesellschaftlich und finanziell bessergestellte Verbraucher zählen zu den Hauptverursachern. So wird jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, weggeschmissen.

Hinsichtlich der aktuellen Ernährungslage der Weltbevölkerung ist es besorgniserregend, dass trotz der ausreichenden Lebensmittelproduktion 870 Millionen Menschen an Unterernährung leiden.

Das resultiert nicht zuletzt aus festgelegten Normen und Standards, die innerhalb der Produktion zu ungerechtfertigter Verschwendung führen. Von den Medien massiv aufgegriffen wurde in der Vergangenheit die krumme Gurke, img_5383-560x420aber auch der Apfel unterliegt Normierungen. Rein visuelle Schäden, wie Schorf oder das Fehlen des Stieles, die keine Auswirkungen auf den Geschmack haben, führen dennoch zur Aussortierung.
Ferner ist die Überproduktion von Lebensmitteln in Europa sowie die Situation am europäischen Absatzmarkt für den Verkauf zu ungerechtfertigten Preisen verantwortlich, sodass ein Teil der Ware den Endverbraucher gar nicht erreicht. Faktoren wie Witterungsbedingungen oder falsche Handhabung der Ware bei Ernte und Lagerung verursachen zwar ebenfalls Verlustmengen, diese, da kalkulierbar, aber in einem deutlich reduzierten Umfang. Viel eher sind es die Maßstäbe der Großabnehmer und Sonderangebote in den Discountern, die insgesamt zu der massiven Verschwendung führen.

Auch, wenn der Umgang mit Lebensmitteln im ökologischen Anbau und der Vermarktung eine deutlich stärkere Wertschätzung erfährt, muss die gängige Praxis umstrukturiert werden. Von Vertretern der Politik, Akteuren entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette und am Ende der Kette den Konsumenten selbst. Denn den Wandel anzustoßen, dazu bedarf es eines ersten Schrittes: Bewusstsein.

 

Quelle:

Nauland, Lena Rabea (2015): Schwachstellenanalyse der Lebensmittelverschwendung am Beispiel einer Wertschöpfungskette in Deutschland, HNE Eberswalde, Berlin.

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