Künstlerischer Workshop zu Plastikmüll

Inspiriert durch das CLIMART-Projekt, werde ich meine Masterarbeit in Psychologie an der Uni Potsdam über das Thema Umweltkunst als Kommunikationsform zur Steigerung von Naturverbundenheit schreiben. Dazu habe ich einen sechsstündigen Workshop entwickelt, in dem vier künstlerische Arbeiten im Original vorgestellt und praktische, künstlerische Übungen durchgeführt werden. Vor Beginn der offiziellen Untersuchung durfte ich in Zusammenarbeit mit dem KMGNE den Workshop am Fritz-Greve Gymnasium mit einer Gruppe von 15 SchülerInnen durchführen.

Inhaltlicher Schwerpunkt war das Thema Plastikmüll mit den Folgen im Ökosystem, sowie die Idee, die Erde als eine Art Körper zu begreifen. Zum Einstieg diente das Kunstwerk „Pegwell Bay“: Ein Präparateglas, das ein korallenähnliches Gebilde aus selbst gesammeltem Plastikmüll enthielt. Bei der Vorstellung der Kunstwerke bildeten die SchülerInnen zuerst ihre eigenen Assoziationen und erarbeiteten ihre persönliche Bedeutung. Daraufhin wurde die Entstehungsgeschichte mit Fotos von den Stränden, an denen das Plastik für das Kunstwerk gesammelt wurde, erzählt. Außerdem wurde Problemwissen zur Entstehung von Plastikmüll und Handlungswissen zur Vermeidung von Plastikmüll vermittelt. Anschließend wurde das zweite Kunstwerk der nachmodellierten Mägen von Eisturmvögeln, welche durch Mikroplastik verformt waren, vorgestellt. Diese durften die SchülerInnen auch haptisch erfahren und selber Mägen von durch Mikroplastik betroffenen Tieren mit Ton nachformen. Einige SchülerInnen formten die Mägen mit großer Konzentration und Zuwendung, wodurch offensichtlich eine empathische Beziehung entstand.

Die zwei weiteren Kunstwerke beschäftigten sich mit Ähnlichkeiten zwischen landschaftlichen und körperlichen Strukturen. Die künstlerische Übung bestand für die SchülerInnen darin, sich an ihrem eigenen Körper Details vergrößert als Landschaft vorzustellen und diese in Gruppenarbeit in Ton zu modellieren oder zu malen. Es entstanden kreative Ideen: Eine aus Blättern geformte Lunge, ein in eine Handinnenfläche eingeformte Tallandschaft, eine vergrößerte Faust als Berge mit Wasserfall. Ein besonders positives Feedback einer Schülerin war, dass sie das Gelernte zukünftig an ihre Kinder weitergeben möchte.

Die Ergebnisse des Workshops wurden bei dem anschließenden Tag der offenen Tür als Ausstellung präsentiert, wodurch die SchülerInnen selber als KünstlerInnen ihre Ergebnisse präsentierten und so eine persönlichere Beziehung zu den Umweltthemen entstand.

Julian Sagert

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