Geht schlecht gerecht?

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist durch #metoo  (endlich) wieder in der gesellschaftlichen Diskussion. #metoo zeigt, dass wir langsam beginnen alle zusammen neue Frauenbilder zu erzählen. Die Geschichten die über Frauen bisher erzählt werden zeigen auch warum dies nötig ist:

Eine respektlose Welt

Weltweit betrachtet ist die Gesellschaft aus Sicht von Frauen keine, in die man sich  als Unbetroffener gerne hineinversetzen möchte. Umso wichtiger, dass wir mal über die Fakten sprechen: Eine von drei Frauen wird in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexueller Gewalt durch Männer. 750 Millionen aller heute lebenden Frauen wurden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. 200 Millionen Frauen auf der Welt sind genital verstümmelt worden. Auf dem Arbeitsmarkt begegnet man ihnen mit Diskriminierung und Geringschätzung auf vielen Ebenen. In der Öffentlichkeit werden sie häufig auf ihr Äußeres reduziert.

Die Frage die ich mir bei diesen erschreckenden Tatsachen stelle ist, mit welchem Recht eine Gesellschaft die Hälfte ihrer Mitglieder meint so behandeln zu können oder zu dürfen? Für mich ist das zentrale Problem in dieser Sache zuvorderst nicht mangelnde Gerechtigkeit, sondern zunächst Respektlosigkeit. Würden Frauen nicht dreimal so viel unbezahlte Haus- und Pflegearbeit machen stünde die Männerwelt Kopf und kein Mann sollte vergessen, dass seine Geburt ein weiblicher Kraftakt war.

Neue Geschichten erzählen

„Alle selbstsüchtigen Neigungen, Selbstvergötterung und ungerechte Selbstbevorzugung, mit denen die Menschheit behaftet ist, haben ihren Ursprung in dem gegenwärtigen Verhältnis zwischen Mann und Frau“ schrieb schon 1869 der britische Philosoph, Politiker und Ökonom John Stuart Mill. Ich finde dieser Satz macht deutlich was unsere Aufgabe ist: Den Respekt vor der Leistung und den Talenten jedes Menschen unabhängig vom Geschlecht als unseren Maßstab nehmen. Es ist einfach unmenschlich Der Satz von Mill fiel damals aus seiner Zeit und war revolutionär. Ähnliche revolutionäre Gedanken brauchen wir jetzt für unsere Zeit: „Erneut große Einstellungswelle von Männern in Erziehungs- und Pflegeberufen. Gesetz zur Gleichstellung sozialer Berufe zeigt Wirkung“ oder „Männer solidarisieren sich mit Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden.“ oder „Frauen in Tansania empowern sich gegenseitig durch Solarinitiative unabhängige Unternehmerinnen zu werden.“

Die letzte Geschichte davon existiert übrigens bereits: Solarsisters

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