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Pollution Pods

Pollution Pods

Fünf geodätische Kuppeln sind miteinander verbunden und bilden einen Ring. In jeder Kuppel wird die Luftqualität von fünf Weltstädten nachgebildet. Ein sorgfältig gemischtes Rezept emuliert die relative Präsenz von Ozon, Feinstaub, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid, die diese Städte verschmutzen. Ausgehend von der gastgebenden Stadt durchläuft der Besucher zunehmend verschmutzte Zellen, von trockenen und kalten zu heißen und feuchten Orten.

Die Freisetzung giftiger Gase aus häuslichen und industriellen Quellen beschleunigt nicht nur die globale Erwärmung, sondern wirkt sich auch direkt auf unsere heutige Gesundheit aus. Im Westen, in Städten wie London, leidet eines von fünf Kindern an Asthma. In Entwicklungsländern wie Delhi hat mehr als die Hälfte der Kinder eine verkümmerte Lungenentwicklung und wird sich nie wieder vollständig erholen. Diese Umweltverschmutzung ist jedoch durch Bilder schwer zu verstehen, da der Smog in Städten wie Delhi fast romantisch anmutet und viele der gefährlichsten Giftstoffe gar nicht sichtbar sind.

Ein Großteil dieser Verschmutzung wird verursacht durch
den unersättlichen Appetit des kapitalistischen Konsumverhaltens. Während wir hier in der entwickelten Welt in einer Umgebung mit relativ sauberer Luft leben, werden die Menschen in Ländern wie China und Indien durch die Luftgifte vergiftet, die von Industrien erzeugt werden, die Aufträge aus dem Westen erfüllen.

Die Erfahrung eines Spaziergangs hindurch
zeigt, dass diese Welten miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Unser Bedürfnis nach immer billigeren Waren spiegelt sich in der schlechten Gesundheit vieler Menschen in der Welt und in der schlechten Gesundheit unseres Planeten als Ganzes wider. In dieser Installation können wir die Umgebungen fühlen, schmecken und riechen, die für einen großen Teil der Weltbevölkerung die Norm sind.

Hintergrund

Die Pollution Pods wurden im Rahmen von Climart entwickelt, einem interdisziplinären und internationalen Forschungsprojekt, das Umweltpsychologen, Naturwissenschaftler und Künstler zusammengebracht hat, um zu untersuchen, wie Umweltkunst als Instrument zur Kommunikation des Klimawandels funktioniert.

Das Climart-Team hat mit Chemikern des Norwegischen Instituts für Luftforschung und AirLabs zusammengearbeitet, um überzeugende Darstellungen der verschmutzten Luft in Städten auf der ganzen Welt zu schaffen. Diese Forschung wurde auf Geruchsspezialisten aus dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden ausgeweitet.

Die Installation wurde erstmals in Trondheim im Rahmen des STARMUS-Festivals gezeigt, das Präsentationen von führenden Künstlern, Astronauten und Wissenschaftlern wie Steven Hawkins und Charlie Duke umfasste. Später wurde die Installation im Somerset House in London gezeigt.

Pollution Pods stand im Mittelpunkt des Climart-Forschungsprojekts, bei dem ein Psychologenteam der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) untersucht hat, ob Kunst die Wahrnehmung des Klimawandels durch die Menschen verändern kann.

Das Climart-Team setzt sich wie folgt zusammen:

  • Christian A. Klöckner, Umweltpsychologe, NTNU (Projektleiter)
  • David Buckland, Direktor, Cape Farewell
  • Sam Jury, Künstler, (Ko-Koordinator)
  • Laura Sommer, Umweltpsychologin, NTNU
  • Paul Stern, Umweltpsychologe, Nationaler Forschungsrat
  • Janet Swim, Umweltpsychologin, Penn State University
  • Martina Zienert & Joachim Borner, Umweltkommunikatoren, Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung
  • Peter Huybers, Klimawissenschaftler, Harvard Universität
  • Edgar Hertwich, Umweltwissenschaftler, Universität Yale

Technische Aspekte

Die Installation besteht aus einem Rahmen aus norwegischem Altholz mit Rinde auf der Außenseite. Daran ist eine PVC-Biokunststoffmembran aufgehängt. Die Luftverschmutzung wird in den Gondeln auf unterschiedliche Weise durch Luftbefeuchter, Dunstgeneratoren, Diffusoren, Ventilatoren und eine Ozonmaschine simuliert. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird durch Heizungen und Klimaanlagen geregelt.

Die gesamte Anlage benötigt eine Spitzenstromversorgung von 63 Ampere, obwohl der Stromverbrauch im Durchschnitt unter 30 Ampere liegt.

Die Anlage ist in acht Palettenkisten verpackt, die jeweils 1,2 x 1,0 x 1,8 Meter groß sind und insgesamt 1500 Kilo wiegen. Sie kann per Schiff oder in einem Transporter auf langen Rädern transportiert werden.

Für den Aufbau der Anlage sind zehn Techniker erforderlich, die zwei Tage lang arbeiten. Der Rückbau erfordert zehn Techniker, die einen Tag lang arbeiten.

Da die Anlage für die Öffentlichkeit zugänglich ist, werden mindestens zwei Wächter benötigt, die sowohl die Öffentlichkeit überwachen als auch die Verschmutzungsemission regulieren. Zwei Feuerlöscher werden mit der Anlage geliefert.

Technische Zeichnungen können hier heruntergeladen werden.

Sicherheitsdatenblätter können hier heruntergeladen werden.