„Es wird einmal…“ – wie wir mit Erzählungen für die Zukunft lernen

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Mit „N1: Nachhaltig(keit) – Lernen durch Erzählungen“ startet am 8. Dezember 2017 die Konferenzreihe „Narrationen und Erzählformen in der BNE“. Deadline für die Anmeldung ist der 6. Dezember 2017.

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CCCLab und Projekthof Karnitz e.V. als herausragende Bildungsinitiativen ausgezeichnet

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Das CCCLab und der Projekthof Karnitz e.V. wurden in den Kategorien Netzwerke und Lernorte als herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung geehrt.

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ENavi und KMGNE |Forschung trifft Alltag: Kooperationen im Reallabor (Modell-) Region Mecklenburg

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Das Kopernikus-Projekt „Energiewende-Navigationssystem“ (ENavi) ermöglicht es  Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam in den nächsten zehn Jahren technologische, soziale und wirtschaftliche Lösungen für den Umbau des Energiesystems vor Ort zu entwickeln. Vertretende des KMGNE begleiten dabei zwei  Modellregionen. Beim Treffen am 16./17.10.2017 in Wismar ging es darum, wie die lokalen Administrationen, Engagierten und  Wissenschaftler in den nächsten Jahren zusammenarbeiten wollen, um gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung nach Lösungen für ein zukunftsfähiges Energiesystem und ein gutes Leben in den ländlichen Regionen zu suchen.

Direkt am Hafen in den Container-Räumen des  Technologie- und Gewerbezentrums Wismar versammelten sich Stadtvertreter aus den Gemeinden Rhena und Röbel sowie Wissenschaftler aus dem ENavi-Projekt.

Okt17_Wismar Workshop MV

KOMOB mit Blick auf den Hafen in Wismar (c) A.Kraft

Zunächst ging es um die Einbettung der Modellregionen in  die Kopernikus-Forschungsprojekte. Udo Onnen-Weber vom Kompetenzzentrum ländliche Mobilität sagte, Wissenschaft müsse politikfähig sein, um in konkreten Situationen operieren zu können, beispielsweise bei einer konkreten Investitionsentscheidung für erneuerbare Energien beraten zu können. Eine Hauptherausforderung sei allerdings vor allem die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung für getroffene Maßnahmen. Das Ziel von ENavi ist daher, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung für sie nützliche Maßnahmen zu suchen, welche u.a. von jedem einzelnen umgesetzt werden können. Die Betrachtungen müssen insofern auch über die Frage der Energieversorgung hinausgehen und mögliche Rückfinanzierung, Nahmobilitätsangebote und andere Faktoren der Daseinsvorsorge einschließen.

Die leitende Verwaltungsbeamtin Lützow-Lübstorf, Iris Brincker, legte aktuelle Klimaschutzaktivitäten wie die Installation einer E-Ladeinfrastruktur und die damit verbundenen Probleme dar.

Yvonne Rowohlt vom Geodatenzentrum Landkreis Nordwestmecklenburg präsentierte das bereits existierende Energieportal Nordwestmecklenburg, welches eine ganze Reihe von Informationen über die Installation erneuerbarer Energien für die Bürger bereitstellt. Kann diese bestehende Struktur im aktuellen Projekt eingebunden werden? Vielleicht über Coaching-Angebote für erneuerbare Energien für Bürger(meister)?

Im Folgenden wurden die Forschungsschwerpunkte vorgestellt. Wie können Stakeholder-Empowerment-Tools im Projekt sinnvoll eingesetzt werden, um in komplexen Entscheidungssituationen Klarheit und Akzeptanz zu fördern? (Reiner Lemoine Institut) Eher technisch war die Frage, wie das Energiesystem über verschiedene Sektoren hinweg auf regionaler Ebene den Bedürfnissen der Menschen und den umweltbedingten Notwendigkeiten angepasst werden kann (BBHC). Wie drückt sich Akzeptanz durch Verhaltensweisen der Bevölkerung aus und wie entwickelt sie sich? (Fraunhofer ISE) Diese Themen wurden am Folgetag in Workshops näher besprochen.

Dr. Joachim Borner vom KMGNE stellte anschließend den zentralen Reallabor-Ansatz vor, der in den Regionen angewendet werden soll. Was ist das Selbstverständnis der Wissenschaftler in den Modellregionen? Wie lässt sich der bisher vernachlässigte ländliche Raum unter Einbeziehung des Wissens der lokalen Bevölkerung nachhaltig stärken? Was ist die Vorstellung der Menschen von ihrer besseren Zukunft? Wie lässt sich diese Zukunft in Bildern, in Erzählungen ausdrücken? Ziel des Vortrags war es, ein gemeinsames Verständnis der Wissenschaft und Praxisakteure über die Vorgehensweise im gemeinsamen Suchprozess zu erreichen. Im Anschluss gab es eine ausführliche Diskussion.

Fazit: Das erste Treffen hat viele neue Fragen aufgeworfen, aber auch Ängste und Sorgen beseitigt. Die Praxisakteure stellten fest, dass diese Reallabor-Arbeitsweise für die Wissenschaftler genauso neu ist wie für sie. So herrschte beim gemeinsamen Abendessen eine lockere Atmosphäre während am Morgen noch alle verhalten der Dinge harrten die da kommen würden. Die Arbeit in den Modellregionen kann losgehen: gemeinsam, auf Augenhöhe, transparent und offen.

Okt17_Wismar Workshop MV (9)

Blick aus den Container-Räumen am Hafen in Wismar (c) A.Kraft

 

Forschung für Transformation – Energiewende lokal umgesetzt

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Die Erde und vor allem das Klima wandeln sich. Durch uns – die Menschen. Darum müssen wir etwas tun, und zwar zunächst einmal aufhören, immer mehr klimaschädliches CO2 u.a. bei der Stromerzeugung in die Luft zu pusten. Dieser Aufgabe stellen sich derzeit bereits viele Nationen und vor allem lokale Akteure. Aber wie setzt man solch eine Energiewende um, wie steuert man sie – auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene?

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Bildung für Transformation – Stadt und Land zusammen gedacht

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Die Erde steht vor Herausforderungen wie Wandel des Klimas, der Bevölkerungszahl und –Struktur, sowie der Notwendigkeit alle ausreichend und nachhaltig zu versorgen. Alle Regionen – ländliche wie städtische – sind dabei von den Veränderungen betroffen. Darum reicht es auch nicht die Herausforderungen lokal begrenzt, z.B. durch den Aufbau einer Smart City, anzugehen. Die Stadt braucht das Land für die Versorgung, genauso wie das Land die Stadt als infrastrukturelles, wie auch soziales Zentrum benötigt. Doch wo fängt man mit der Veränderung an und wo hört man auf?

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Die Workshopleiter der Sommeruniversität 2017 stellen sich vor: Online TV

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Robinson Delgado

Nací y crecí en Santiago de Chile, donde estudié Dirección y Producción de Televisión (Instituto AIEP) entre 1997 y 1999. En el mismo período viajé a Suecia, donde trabajé en Öpna Canalen (canal abierto comunal).

Durante cinco años de mi vida también me dediqué a trabajar en la construcción y en 2005 obtuve un Diplomado en Comunicación (Universidad Internacional de Verano en Santiago). Desde entonces continué mis actividades en la Universidad Internacional de Verano como tallerista en producción audiovisual.

En 2007 comencé mi propia empresa de instalaciones audiovisuales y 3 años después abrí el estudio Crearock (producción musical), donde también realicé todas las instalaciones audiovisuales implementadas con un sistema de televisión.

Durante las dos últimas ediciones de la Expo Universal (Shanghai 2010 y Milán 2015) colaboré en la instalación audiovisual del contenido en los Pabellones de Chile. El Pabellón de Milán fue desarmado y ahora estoy trabajando para su reconstrucción en Temuco (Chile). Recientemente también realicé instalaciones audiovisuales en un barco Royal Caribbean.

Con estudios en Dirección y Producción de Televisión y la experiencia de trabajar en el rubro de construcción, se reúnen las competencias para realizar todos tipos de trabajos en instalaciones audiovisuales y exportar mis conocimientos técnicos en todo el mundo.

En la presente edición da la Universidad Internacional de Verano mi taller se centrará en habilidades y competencias técnicas, tratando de dar a los participantes todas las herramientas necesarias para desarrollar proyectos televisivos, creyendo que la buena calidad del resultado depende mucho del contenido técnico en él.

Die Workshopleiter der Sommeruniversität 2017 stellen sich vor: Video Clip

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Ole Schwarz

Ole Schwarz lebt in Berlin, hat Freie Kunst in Braunschweig, Berlin und New York studiert. Sein Haupttätigkeitsfeld sind künstlerische und kommerzielle Foto- und Videoproduktionen in unterschiedlichen Bereichen.

www.werkstattberlin.de

 

 

 

 

Fabian Cohn

Fabian Cohn wurde 1977 in Basel (CH) geboren. Er arbeitet als freischaffender Pantomime, Regisseur und Choreograph mit Sitz in Braunschweig. Er realisiert eigene Film- und Bühnenprojekte und ist als Drehbuchautor tätig. Seine Ausbildung zum Pantomimen/Mimen absolvierte er an der ETAGE in Berlin.

www.fabian-cohn.ch / www.yetcompany.net

Überlegungen zur Anwendbarkeit von SDG 10 auf deutsche Verhältnisse

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Global_Distribution_of_Wealth_Quelle: Wikipedia

Goal 10: Reduced Inequalities – Ungleichheit verringern

 

In 2012 hatten zwölf europäische Länder eine gerechtere Einkommensverteilung als Deutschland; gemessen am Gini-Koeffizienten zur Vermögensverteilung – einer gängigen Messgröße von Einkommensungleichheit. Zwar erscheint der Index der Bundesrepublik im globalen Vergleich relativ human, aber dennoch bewegen wir uns damit innerhalb Europas lediglich im Mittelfeld.

Zudem nahm die Einkommensspreizung laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seit 1991 merklich zu: Während die Einkommen gutverdienender Haushalte preisbereinigt um 27% stiegen, verloren Geringverdiener real 8%. Damit hatten deutsche GutverdienerInnen 2014 im Schnitt fast viermal so viel Einkommen zur Verfügung als GeringverdienerInnen.
Die vorliegende Kluft zwischen Arm und Reich bedeutet auch, dass Manager deutscher DAX-Unternehmen ein ungleich Vielfaches vom Einkommen eines einfachen Angestellten desselben Konzerns verdienen – auch wenn diese Unterschiede beispielsweise in den USA noch höher ausfallen mögen.
Während Vorstandsvergütungen globaler Konzerne inklusive Boni schier ins Unermessliche steigen können, stagniert das Einkommen einfacher Angestellter schon seit Jahren.

Diese Zahlen sind vor allem deshalb besorgniserregend, weil wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass soziale Ungleichheit innerhalb von Gesellschaften zu erhöhter Kriminalität und sozialem Unfrieden führt.
Darüber hinaus bilden sich abgeschlossene Räume, die für einen Teil der Bevölkerung nicht mehr zugänglich sind. So kann sich ein Hartz4-Empfänger keinen Restaurant- oder Cafébesuch leisten, ein prekär Beschäftigter ginge nie ins Kino, und ein „Aufstocker“ nicht ins Theater. Eine alleinerziehende Mutter kann nicht mit ihrem Kind im Zug verreisen, und ein Auszubildender kommt nicht in die Diskothek.
Umso erstaunlicher ist es, dass allseits bekannte Maßnahmen zur Bekämpfung von Ungleichheit noch immer nicht oder nur halbherzig umgesetzt werden.

Welches sind die Ursachen für diese Entwicklung?

In Deutschland trägt zu einem nicht geringen Teil die Steuergesetzgebung zu dieser Ungleichheit bei; mit hohen Steuersätzen für mittlere- und verhältnismäßig niedrige für hohe Einkommensklassen.
Hinzu kommen die hohe Zahl an steuerlichen „Schlupflöchern“, die sich für Gutverdienende ergeben und die „Steueroasen“, die dabei ab einer gewissen Größenordnung eine Rolle spielen. Sie sind Mitverursacher der ungleichen Vermögensverteilung – obwohl es sie in ähnlicher Form auch für Großverdiener anderer Kontinente und Staaten gibt.

Dies beides führt dazu, dass milliardenschwere Einzelpersonen und globale Konzerne sich ihrer Steuerpflicht in Deutschland erfolgreich entziehen können, während Kleinstunternehmen sofort zur Kasse gebeten werden, sobald sie in Verdacht geraten, Steuern zu unterschlagen. Zuallererst muss man also bei Einkommen und Besteuerung für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Auch die Sinnhaftigkeit eines Großteils der heutzutage existierenden Finanzmarktprodukte ist nicht immer klar ersichtlich; besonders für den durchschnittlichen Anleger. Sicherlich braucht es Staaten und Unternehmen, die Finanzmittel für eine sinnvolle Investition vorstrecken und das damit verbundene Risiko auch finanziell einkalkulieren. Aber ein Gewinn, der darauf basiert, dass Einzelpersonen, Unternehmen und sogar Staaten bankrottgehen, oder dass sich arme Menschen keine Nahrungsmittel mehr kaufen können, ist mehr als unmoralisch.

Ferner hat die allgemeine Ungleichheit einer Gesellschaft viel mit Bildung zu tun. Als Hauptschüler hat man in Deutschland niedrigere Chancen, einen Ausbildungsplatz (der einem gefällt) zu finden und ist später eher von Armut bedroht. Besonders hart trifft es die Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen und deshalb keine Ausbildung machen können. Hier ist eine spätere Benachteiligung in Beruf und Einkommensverhältnissen vorprogrammiert.


Welcher Strukturveränderungen bedarf es also in Deutschland?

Hier unsere Lösungsansätze. Wir fordern:

  • Einkommen angleichen
    Zum Beispiel durch die Einführung von Gehaltsobergrenzen. Unternehmen sollten dazu verpflichtet werden, eine maximale Einkommensspanne (z.B. 20:1) ihrer MitarbeiterInnen – inkl. Manager und Vorstände – einzuhalten. Denn trotz der komplexeren Kompetenzsanforderungen und einer höheren Verantwortung von Fach- und Führungskräften ist ein xxx-mal höheres Einkommen nicht zu rechtfertigen.

 

  • Steuerlast fair verteilen
    Das Anheben der Steuerhöchstsätze und ein gerechterer Steuerausgleich für kleinere Einkommen ist eine weitere Option. Dies schließt die – wenn auch umstrittene – Anhebung der Erbschafts- und Vermögenssteuer ein. Außerdem die höhere Besteuerung von Schenkungen oder eine Senkung der Mehrwertsteuer.
    Dieses Paket an Maßnahmen schafft Anreize dafür, verdientes Geld wieder in den Geldkreislauf einzuspeisen – und sinnvoll zu investieren, statt es zu horten und mit Zins- und Finanzgeschäften weiter zu vermehren.

 

  • Internationale Steuerschlupflöcher schließen
    Der internationale Austausch von Informationen zu Unternehmensgewinnen und Steuerzahlungen müssen gesetzlich verankert und Steueroasen so wirksam ausgetrocknet werden. Dies ist ohne die Kooperation mit anderen Ländern unmöglich – Deutschland und die EU könnten hier jedoch eine stärkere Vorreiterrolle einnehmen und den Druck auf internationaler Ebene erhöhen.

 

  • Internationale Finanzmärkte regulieren und schädliche Finanzprodukte verbieten
    Spätestens seit der Finanzkrise von 2008 ist klar, dass die internationalen Finanzmärkte strenger reguliert werden müssen – die seit langem diskutierte Finanztransaktionssteuer wäre dazu der erste Schritt. Zudem sollten die KonsumentInnen ehrlicher über die sozial-ökologischen Folgen angebotener Produkte und Dienstleistungen (wie Kredite, Aktien) aufgeklärt werden und eindeutig gemeinwohlschädigende Finanzprodukte verboten werden.

 

  • Revision der Sozialgesetzgebung und Agenda 2010
    Auch die so genannten Hartz4-Gesetze könnte man revidieren, um z.B. Arbeitslosen einen längeren Bezug von ALG1 zu sichern, oder den Menschen über die Grundsicherung hinaus weitere zweckgebundene Fördermittel zukommen zu lassen, so wie es bis Anfang der 2000er Jahre noch war. Wünschenswert wäre der Ausbau eines staatlich geförderten Systems von Förderung und Ermäßigungen im Kulturbereich, in Jugend- und Seniorenzentren, Volkshochschulen etc.
    Langfristig wäre auch ein existenzsicherndes Grundeinkommen für alle denkbar.

 

  • Steuern in Bildung, Gesundheit und soziale Grundsicherung investieren
    Die Anpassung und Erhebung von Erbschafts-, Vermögens-, und Finanztransaktionsteuern, sowie den höher besteuerten privaten und Unternehmensgewinnen generiert neue Ressourcen, die für nachhaltige Ziele investiert werden können. Die Mittel würden frei für notwendige Investitionen in Gesundheit und soziale Sicherungsnetze, sowie in Bildung und Infrastruktur.
    Dazu gehören etwa bezuschusste Einrichtungen wie Kinderbetreuung, Altenpflege, Einrichtungen für körperlich, sozial und psychisch Benachteiligte usw. Gleichzeitig würde dies bedeuten: keine Benachteiligung des ländlichen Raumes mehr und flächendeckender Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung.

Die Workshopleiter der Sommeruniversität 2017 stellen sich vor: Transmedia Storytelling

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Giovanni Fonseca, Facilitator von Lernprozessen

Hallo! Ich bin Giovanni Fonseca und helfe Lernenden seit 20 Jahren sinnvoller zu lernen. Ich bin ein neugieriger analytischer Beobachter, deswegen lebe ich in einen permanent Lernprozess. Ich liebe es, etwas Neues zu lernen!
Ich habe Elektroingenieur studiert, aber immer im Bereich Bildung gearbeitet, insbesondere Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Seit mehr als 10 Jahren habe ich sowohl in öffentlichen Bildungsinstitutionen, als auch in privaten gearbeitet, nicht nur in formalen Bildungsprojekten, sondern auch in non-formalen und informellen. Außerdem bin ich seit 4 Jahre als Selbständiger Internationaler Berater für BNE habe ich verschiedene Bildungsprojekte mit Institutionen aus Chile, Deutschland, Indien, Mexiko und Südafrika zusammen entwickelt.
In dieser Sommeruniversität (2017) bin ich mit Thomas Klein Co-Leiter des Transmedia
Storytelling Workshops. Aus meiner Leidenschaft für Bildung werde ich Euch bei der
Realisierung der Produkte unterstützen. Auch werde ich euch zeigen, wie die Technologie ein nützliches Werkzeug ist (kein Ziel), um sinnvollen organischen Lernprozesse zu fördern. Fragen, Kommentare? Teilt sie über Twitter, nutzt die Hashtags: #SUI17 und #TravelTransform, bis bald!
Folgen@giofonseca

Versión en Español | Spanish Version | Version auf Spanisch

¡Hola! Soy Giovanni Fonseca y desde hace 20 años facilito procesos de aprendizaje, es decir, ayudo a aprendices a vivir procesos de aprendizaje más significativos. Soy un curioso y analítico observador, y esto me lleva a vivir en un aprendizaje continuo, ¡me apasiona aprender cosas nuevas!
Estudié Ingeniería Eléctrica Electrónica, pero siempre he trabajado en el sector educativo, en particular en Educación para el Desarrollo Sustentable/Sostenible (EDS). Por más de una década he trabajado tanto en instituciones educativas públicas como privadas, y no sólo en proyectos educativos formales, sino también no-formales e informales. Además desde hace 4 años, como Consultor Internacional Independiente en EDS, he desarrollado conjuntamente diversos proyectos educativos con instituciones de Alemania, Chile, India, México y Sudáfrica. En la presente edición de la Universidad Internacional de Verano (2017) co-facilitaré junto con Thomas Klein, el Taller de Transmedia Storytelling (Relatos o Narraciones Transmediales). Desde mi pasión por la educación les ayudaré en la realización de los productos y les podré mostrar cómo la tecnología puede ser una herramienta educativa (jamás un fin, por sí misma) para fomentar procesos significativos de aprendizaje orgánico. ¿Preguntas o comentarios? Compártelos en Twitter utilizando los hashtags: #SUI17 y
#TravelTransform, ¡hasta pronto!
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Hello! I am Giovanni Fonseca and since 20 years I am a facilitator of learning processes, which means I help learners to learn in a more meaningful way. I am a curious analytic observer and that’s why I live in a permanent learning process, I love to learn something new!
I have a degree in Electrical and Electronic Engineering, but I have worked always in the field of Education, more precisely in Education for Sustainable Development (ESD). Since 10 years I have worked in public educational institutions as well as private ones, not only in formal educational projects but also in non-formal and informal ones. Also, as Freelance
International Consultant in ESD, I have developed different kind of educational projects together with organisations from Chile, Germany, India Mexico and South Africa. During the International Summer University 2017 I will co-facilitate the Transmedia Storytelling workshop together with Thomas Klein. I will help you to make the products from my passion about education and showing you how useful technology is, as a tool – never as objective by itself – to foster more meaningful organic learning processes. Comment or questions? Share them via Twitter using the hashtags: #SUI17 and #TravelTransform, see you all soon!
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Die Workshopleiter der Sommeruniversität 2017 stellen sich vor: Workshop Malen

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Christian Kabuß, Maler und Musiker

Experimenteller Umgang mit Kunst als gegenüber den Wissenschaften eigenständiger Erkenntnisform:

Im Bereich der Malerei selbst geht es mir darum, tätige, mit allen Sinnen, dem ganzen Körper empfundene Wahrnehmung so ursprünglich und tief geschichtet wie möglich in Bildlichkeit umzusetzen. Ausgehend davon kommt es mir in meinen Workshops darauf an, auf Augenhöhe mit den Teilnehmern aktuelle Themen, philosophische Fragestellungen und Ansätze nicht bildlicher Künste in Malerei und Zeichnung weiterzuentwickeln: Nachhaltigkeit und Naturästhetik, Körpererfahrung und Gestik, das Verhältnis von Bildlichkeit und Klang.


Bisherige Tätigkeiten:
Als Maler und Musiker erforsche ich Um- und innere Welten, zeige meine Arbeiten im Aus- und Inland, spiele ein feines, experimentelles Jazz-Klavier. Meine Workshoptätigkeit kommt von der Musik, ihrem Verhältnis zur Bildlichkeit her – erste Erfahrungen in der Arbeit mit jungen Kommilitonen an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, dann musikalisch illustratorischer Deutschunterricht für die neuen Mitbürger aus aller Welt und die Workshopreihe Bild-Klang mit Jugendlichen am Projekthof Karnitz.

E-Mail: kontakt@christiankabuss.de
Homepage: www.christiankabuss.de

Die Workshopleiter der Sommeruniversität 2017 stellen sich vor: Workshop Radio/Podcast

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Sebastian Schöbel-Matthey

Gebürtiger Oranienburger, studierter Berliner, seit 2012 Journalist beim Rundfunk Berlin-Brandenburg und seit Februar 2016 Korrespondent im ARD-Hörfunkstudio Brüssel.
Angefangen habe ich als Autor und Infografiker in der Onlineredaktion des rbb und als Reporter beim Inforadio. Die Kombination von alten und neuen Ausspielwegen gehörte für mich von Anfang an zum  Job dazu, auch wegen meiner multimedialen Ausbildung an der electronic media school in Potsdam-Babelsberg. Jetzt faszinieren mich v.a. die neuen Möglichkeiten für das Radio: Podcasts, besser noch „Audio on demand“ allgemein, bieten völlig neue Möglichkeiten für Radiojournalisten. Für mich als „Öffi-Funker“ dabei natürlich absolutes Vorbild: National Public Radio in den USA.

Twitter: @SebaSchoebel
Email: sebastian.schoebel@hr.de

Die Workshopleiter der Sommeruniversität 2017 stellen sich vor: Workshop Animation

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Human Sharghi Namin

Geboren 1980 in Teheran zu Zeiten der Revolution und des ersten Golfkriegs zog Human Sharghi Namin mit seiner Familie zuerst an die US-amerikanische Ost- und dann Westküste. 1987 ging es dann von San Francisco nach Nordrhein-Westfalen.
Hier studierte er 2001 an der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf Amerikanistik und Beat-Literatur bei Klaus Uellenberg sowie Klangmontage an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bei Prof. Dr. Elena Ungeheuer. Als Vorgruppe von u. a. Beatsteaks, Datsuns, Hellacopters und Mia verbrachte er Anfang bis Mitte der 2000er mit Rockauftritten in Emo- und Posthardcore Bands und spielte Bass und Gitarre. 2005 studierte er Design und Kunst an der Fachhochschule Düsseldorf und Dortmund bei Prof. Ovis Wende, H. D. Schrader, Prov. Dr. Ralf Bohn und Prof. Dr. Marcus S. Kleiner. 2013 folgte ein Studium der Animation zum audiovisuellen Autorenfilmer bei Prof. Frank Geßner und Prof. Gil Alkabetz an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.

Deutschland – ein Entwicklungsland – Die SDGs als Zwischenziele zu einer gerechten und nachhaltigen Weltgemeinschaft!

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Bei der Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsziele braucht es nicht nur in Deutschland eine Priorisierung, in der wir verschiedene Ebenen unterscheiden müssen, sondern eine globale. Natürlich ist es wichtig Hunger zu reduzieren, aber was ist hierbei die gemeinsame Basis? Welche Ziele sollten zunächst erfüllt sein, damit andere wirklich ganzheitlich angegangen werden können? Welche sind eher vordergründig als “Prestige-Ziele” zu sehen, nachhaltig und effektiv nur durch ein ganz anderes System zu bewerkstelligen? Dafür müssen zunächst ein paar grundlegende Fragen beantwortet werden.

Was ist die geistige Basis einer gerechten und nachhaltigen Weltgemeinschaft?

Damit Menschen gemeinschaftlich und kohärent handeln, braucht es gute Bildung und Aufklärung, die sich für ein Weltbürgertum einsetzt. Es braucht Menschen, die sich als globale Bürger begreifen und Verantwortung für sich, die Gesellschaft und unsere Umwelt übernehmen – ob im ländlichen oder im städtischen Gebiet.

Das SDG4 ist hierbei als „Bildungsziel“ zu nennen, wird jedoch nicht explizit genug. Es bleiben die Fragen offen: Worum geht es eigentlich im Bereich von Bildung? Welche Parameter sind wichtig?

Sowohl Kinder als auch Erwachsene müssen in einer nachhaltig ausgerichteten Bildung Grundlagen wie die Bedeutung von Menschenrechten kennenlernen. Sie brauchen persönliche Erfahrung und einen hohen Reflexionsgrad im Bereich menschlichen Miteinanders und sollten eine Antwort in Bezug auf die Frage nach Verantwortung für sich, für die Gesellschaft und die Welt entwickeln. Da dies eine generationenübergreifende Angelegenheit ist, muss auch Erwachsenenbildung viel mehr gefördert und in den Fokus gerückt werden. In Deutschland sieht sich über 50% der erwachsenen Bevölkerung als “ausgelernt” an. Es braucht also nicht nur an Schulen zielgerichtete und ansprechende globale Bildungsformate, sondern auch in Altersheimen, Werk- und Arbeitsstätten…etc.. Diese Formate sollten auch einen direkten Bezug zum alltäglichen Arbeitsleben und seiner globalen Wirkung herstellen. Wie sind die heutigen Dynamiken der Welt zu verstehen? Was bewirke ich jeden Tag mit meiner Arbeitskraft, meinem Konsum und Lebensstil? Was kann ich direkt tun, um mehr Verantwortung für die globale Lage zu übernehmen? Auch in Altersheimen gibt es viel geistiges Potential, welches ausgeschöpft werden kann – gerade bei Menschen die noch etwas in der Welt bewirken wollen und denen Enkeltauglichkeit durchaus wichtig ist. Integrative Mehrgenerationswohnformen können viel bewirken, da der Lerneffekt nicht einseitig ist. Es kann sich eine Gemeinschaft bilden, so sowohl Sozial- , als auch Umweltkompetenz befördert.

Im ländlichen Raum Deutschlands braucht es hierbei im Bereich globaler Bildung tendenziell noch mehr größere Perspektiven, um vorhandene geistige Grenzen abzubauen. Während im städtischen Raum zwangsläufig mehr Offenheit durch die Konfrontation der verschiedenen Lebenswelten entsteht, gibt es auf dem Land wenig wissenschaftlich-betreuten, bildenden Umgang mit brennenden Themen wie Flüchtlingsproblematik, Umweltzerstörung, Klimawandel oder Energie- und Ernährungswende.

Ohne Bildung in Bezug auf unsere globale Lage und unsere damit einhergehende Verantwortung werden wir jedoch nicht zu einer nachhaltig handelnden Menschheit werden. Dabei muss Bildung die Balance finden, einerseits die globale Dringlichkeit zu vermitteln andererseits aber auch den lokalen Nutzen und Möglichkeiten herauszustellen. Sonst entsteht das Gefühl der Überforderung und am Ende tut sich nichts (aktuell wissen eigentlich alle, dass es schlimm ist, und dennoch tut sich zu wenig).

Was ist die physische Basis einer gerechten und nachhaltigen Weltgemeinschaft?

Landwirtschaft ist zentral für unser Leben. Aus ihrer Frucht, den Nahrungsmitteln, können wir Menschen unser Grundbedürfnis nach Nahrung stillen. Was jedoch braucht es, um diese langfristig und effizient betreiben zu können? – Es braucht zunächst die Einhaltung unserer Planetarischen Grenzen und damit einhergehend eine Stabilität unserer Ökosysteme. Wenn diese Basis für Alle wegbricht, Können auch andere SDG nicht mehr verfolgt werden, wie etwa Hunger- und Armutsbekämpfung. Wir müssen schlicht die Organe der Erde am Leben erhalten, denn auf einem toten Körper können wir nicht existieren. Das zweite SDG ist also ein wichtiges Ziel einer globalen Weltgemeinschaft, braucht aber als Grundlage den Schutz unserer Ökosysteme, das SDG15.

Neben vereinzelten städtischen Initiativen wird Naturschutz, Landwirtschaft und Artenvielfalt hauptsächlich im ländlichen Raum relevant. Um eine ganzheitliche Vorgehensweise garantieren zu können, braucht es auch in diesem Bereich zunächst eine gute Kenntnis und Förderung der Grundlagenforschung. Er ist zudem selbstverständlich stark verbunden mit der Bekämpfung des Klimawandels und der Sicherung von Artenvielfalt.

Als konkretes Beispiel spielt dabei die nachhaltige Landwirtschaft eine tragende Rolle. Unter anderem sollten alle relevanten Ökosysteme, die Bodenqualität sowie das Klima durch sie geschützt werden. Demnach ist die Nutzung von Düngemittel, Herbiziden und Pestiziden sowie die Abhängigkeit fossiler Energieträger und klimaschädlicher Produktionsweisen (bspw. Massentierhaltung) zu hinterfragen und Alternativen zu finden. Dafür sind Rahmenbedingungen zu geben: regulierende Gesetze, Anreizsysteme (CO2- und Stickstoff-Steuer für Nahrungsmittel) und Maßnahmen wie beispielsweise Pufferstreifen, um landwirtschaftliche Flächen zum Schutz der Ökosysteme, sind nötig. Ferner muss der Etablierung von Monokulturen und der Nutzung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen zur Energieerzeugung bzw. der reinen Futtererzeugung für Nutztiere entgegengewirkt werden. Dazu muss sich die europäische und auch die deutsche Förderlandschaft ändern. Noch immer werden Großbetriebe gefördert und kleinere Betriebe können sich nicht halten. Die Änderung der Förderlandschaft hätte einen starke Auswirkung auf den ländlichen Raum, dieser könnte mehr Aufschwung erleben, durch eine regionalere Produktionsweise.

Diese Handlungsstränge starten im ländlichen Raum, münden jedoch schließlich auch in internationale Zusammenarbeit. Der globale Gedanke bedeutet im landwirtschaftlichen Bereich, dass die eigene Produktion nicht mehr für den Export subventioniert werden darf, da dies anderen Ländern erschwert, der eigenen Produktion nachzugehen. Nur wenn alle Länder die gleichen Möglichkeiten haben, eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern, kann Umwelt- und Klimaschutz gelingen und eine tatsächliche Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ermöglicht werden.

Wie kann all dies so effizient wie möglich umgesetzt werden?

Um eine kohärente und globale Nachhaltigkeitsentwicklung zu realisieren und dabei so effizient wie möglich vorgehen zu können, braucht es die Stärkung globaler – , aber auch die Förderung von sogenannten „Multi-Akteur“ -Partnerschaften. Das letzte SDG tritt auf die Bühne.

Zunächst scheint das SDG17 wenig bis keine Relevanz in Bezug auf Anforderungen, die sich für deutsche Rahmenbedingungen, Strukturen, Produktionsweisen und Lebensstile im ländlichen Raum ergeben, zu haben. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich dieses letzte SDG jedoch als eines der wichtigsten Ziele, um sinnvoll zum Handeln zu kommen.

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ – mit diesem Ausspruch beschrieb schon Aristoteles den Grundsatz der Synergie. Es geht hierbei also längst nicht nur um die noble Geste partnerschaftlichen und gemeinsamen Vorgehens, nein, es geht schlicht um Effizienz und – wie es in den SDG’s überall vorkommt – um kohärentes globales Handeln. Nun betrifft dieser Grundsatz Globaler Partnerschaften nicht nur die Ebene internationaler Politik wie z.B. die Mobilisierung finanzieller Mittel, Kapazitätsaufbau im Bereich der sogenannten Entwicklungsländer oder die Förderung gerechter und nachhaltiger Handelsbedingungen. Auch der Bereich sogenannter systemischer Fragen wird im Zuge des SDG17 genannt. Im Unterpunkt 17.17 heißt es wörtlich: “Die Bildung wirksamer öffentlicher, öffentlich-privater und zivilgesellschaftlicher Partnerschaften aufbauend auf den Partnerschaften und Mittelbeschaffungsstrategien bestehender Partnerschaften unterstützen und fördern.”

Wie kann dies nun gelingen?

Insbesondere an der Schnittstelle zwischen den sogenannten „Grassroot-Bewegungen“ und Politik können in hohem Maße innovative und entscheidende Strategien hin zu einer stabilen und nachhaltigen Entwicklung generiert werden. Es muss dabei von allen politischen und administrativen Seiten ein partizipativer und hochtransparenter Dialog gesucht werden, um auch in zivilgesellschaftliche Kreise vorzudringen. Man sollte dabei „auf Augenhöhe“ kommunizieren, um gemeinsam die nächsten Schritte zu besprechen, kreative Ideen zu fördern und neue spannende Formate zu entwickeln. Es sollten Multiplikatoren gefunden und gefördert werden, welche verschiedene soziale Schichten und Bewegungen ansprechen, ländliche Regionen mit städtischen Perspektiven in Kontakt kommen und vice versa, regionale mit nationalen und internationalen Ebenen in Austausch gelangen…etc.. All dies kann jedoch nur gelingen, wenn klar umrissene und allgemein verständliche Strukturen entwickelt werden und wahrhaft nach Zusammenarbeit im Sinne eines kleinsten gemeinsamen Nenners gesucht wird. Hierfür muss – man kann es nicht anders sagen – insbesondere von der Politik wirkliche Beziehungsarbeit geleistet werden. Wie können wir eine konstruktive und authentische Gesprächskultur in unserem System etablieren? Welche Formate eignen sich am besten hierzu? Wie kann gegenseitiger Respekt und produktiver Austausch gefördert werden?

Nur so kann das volle Potential einer offen ausgerichteten gemeinsam handelnden Gesellschaft ausgeschöpft und Multi-Akteur-Partnerschaften entstehen.

Das Wort “Mittelbeschaffungsstrategie” kreist zudem längst nicht nur um die Beschaffung von Sachmittel wie Geld, Technologie und Baumaterial handelt. Insgesamt läge hierbei der Fokus viel zu sehr auf Geld. Geld spielt zwar eine grundlegende Rolle in unserer Welt und dem System des Kapitalismus, aber Motivation und Begeisterung können so nicht vermittelt werden. Es gibt – auch in Deutschland – unglaublich viele Menschen, welche von Leidenschaften angetrieben sind, sie aber nicht sinnvoll umsetzen können. In jedem Wissenschaftler, jedem überzeugten Sozialarbeiter – überall da wo es nicht primär darum geht, Geld oder Prestige zu gewinnen, gibt es eine eigene Faszination etwas in der Welt und Gesellschaft zu bewegen. Diese zu fördern kann ungeahnte Energie freisetzen! Sie schlummert überall.

Für eine grundsätzliche Veränderung ist anstatt Geld viel eher eine Grundversorgung, eine Grundsicherheit, wichtig. Eine bestimmte Lebensqualität soll für alle Menschen bereitgestellt sein. Hierfür gibt es viel mehr Möglichkeiten der Absicherung als das momentan als alternativlos hingestellte Lohn-Arbeitssystem. Das Modell des Bedingungslosen Grundeinkommens ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Oder einfach eine Grundvergütung für ehrenamtliche, nachhaltige Arbeit. Es braucht neue Instanzen, konsequente, zielgerichtete Umsetzung, um Menschen zu empowern.  Die Angst der Politik vor systemischen Veränderungen hemmt Pilotprojekte – mehr Mut, vielleicht auch zu versagen – wäre gut. Letztlich zeigen private Initiativen zum Grundeinkommen, welche sich über Crowdfunding finanzieren, dass die Menschen ein starkes Gemeinschaftsgefühl besitzen und die Welt ein Stück besser machen wollen. Die Energien, Kräfte und Wünsche wohnen jedem einzelnen von uns inne: Für eine geeinte Menschheit, die Verantwortung für Sich, die Gesellschaft und unseren Planeten übernimmt!

“Neben uns die Sintflut”: Wie können nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster in Deutschland und Europa gefördert werden? (SDG 12)

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Die Anforderungen an die deutsche und europäische Politik zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster sind gewaltig. Denn in globalisierten „Externalisierungsgesellschaften“ (Lessenich, 2016) ist so gut wie jedes Produkt Teil einer komplexen Wertschöpfungskette, die auf der Logik des Outsourcings und damit der Ausbeutung von Mensch und Natur zum Sonderpreis beruht. Solang nicht nachhaltige Produkte und Produktionsprozesse deutlich günstiger verfügbar sind als nachhaltige, greift ein politischer Glaube an ethischen Individualkonsum zu kurz. Deutlich effektiver wäre eine umfassende Umstrukturierung finanzieller und steuerlicher Anreizsysteme zur Förderung einer gemeinwohlorientierten Produktion und Konsumption.

Internalisierung von sozial-ökologischen Kosten als Schlüssel

Warum konsumieren die meisten Menschen in Europa nicht nachhaltig? Platt gesagt: Weil es uns auch nicht gerade leicht gemacht wird. Ausgiebige Nährstofflisten und „Made in China“-Labels vermitteln uns den Anschein, zu wissen, woher unsere Produkte stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. Dennoch bleibt ein Großteil der sozial-ökologischen Kosten für Konsument*innen im Verborgenen bzw. kann leicht ignoriert werden, insbesondere, wenn sie weder im eigenen Land verursacht werden noch sich im Endpreis niederschlagen. Ganz im Gegenteil – der in Massenproduktion, aus EU- und Nicht-EU-Ländern hergestellte Honig ist sogar  dreimal so billig wie der Stadtbienenhonig vom Marktstand um die Ecke.

Unter diesen Umständen die Entscheidung für nachhaltigen, teureren Konsum dem/r einzelnen Konsument*in zu überlassen, halte ich angesichts der Dringlichkeit der globalen Umwelt- und Klimakrise und wachsenden sozialen Ungleichheiten für grob fahrlässig. Erst, wenn ein sozial-ökologisch verträgliches Produkt genauso viel oder weniger kostet als das unverträgliche, ist nachhaltiger Konsum auf breiter gesellschaftlicher Ebene möglich. In der Praxis bedeutet das: Unternehmen sollen für die sozial-ökologischen Kosten, die sie im Wertschöpfungsprozess verursachen, finanziell aufkommen, während sie für den sozial-ökologischen Nutzen, den sie bringen, finanziell belohnt werden. In der Gesamtrechnung würde dies dazu führen, dass nachhaltige Produkte günstiger werden als nicht nachhaltige Produkte.

Wirtschaftspolitik gemeinwohlorientiert ausrichten

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Die Gemeinwohlmatrix berechnet gesellschaftliche Kosten und Nutzen eines Unternehmens anhand fünf ethischer Dimensionen. Quelle: Gemeinwohlökonomie

 

Gleichzeitig sollten Subventionen, steuerliche und rechtliche Vorteile (z.B. bei der Kredit- und Auftragsvergabe, öffentlichen Beschaffung) für Großkonzerne in allen Branchen abgebaut werden, denn sie sind es, die den Großteil der sozial-ökologischen Kosten verursachen. Dies auch noch politisch zu fördern, ist absurd. Mit den daraus freiwerdenden Ressourcen sollte auf die gleiche Weise regionale, kleinteilige Produktion gefördert werden. Dies würde die Entstehung regionaler Wirtschaftskreisläufe mit weniger Transportwegen und direkteren, solidarischeren Handelsbeziehungen befördern und wäre somit ein langfristiger, struktureller Beitrag zu nachhaltigeren Produktions- und Konsummustern. Die Gemeinwohlökonomie-Bewegung (GWÖ) bietet z.B. mit der eigens entwickelten “Gemeinwohlbilanz” einen spannenden Ansatz zur Berechnung der sozial-ökologischen Kosten und Beiträge eines Unternehmens an die Gesellschaft.[1]

Kreislaufwirtschaft als Produktionsmaßstab der Zukunft

Bildergebnis für programa reciclagem de embalagens o boticario

Die Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft vom Produktdesign bis zum Recycling. Quelle: Ellen MacArthur Foundation

 

Zudem sollten Unternehmen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft[2] und Verlängerung der individuellen Nutzungsdauer in einem bestimmten Zeitrahmen dazu verpflichtet werden, ihre Produkte so zu designen, dass sie möglichst lange halten und (von Nutzern oder vom Unternehmen) repariert werden können. Auch sollte jedes Einzelteil nach der Nutzung wieder in den Stoffkreislauf eingebracht und wiederverwertet werden können. Flankierend könnten Forschungs- und Entwicklungsprogramme im Bereich Kreislaufwirtschaft gefördert und Anreize für Konsument*innen geschaffen werden, ihre Produkte reparieren zu lassen statt neu zu kaufen. Auch das Thema Lebensmittelverschwendung sollte durch entsprechende Gesetze und Anreizsysteme auf der Produzenten- und Konsumentenebene adressiert werden (z.B. durch eine Verpflichtung zur Verarbeitung von nicht normgetreuem Obst und Gemüse; zum Verkauf fast abgelaufener Produkte zum niedrigeren Preis; zur Lockerung des MHDs).

Menschenrechte gelten weltweit – auch für Unternehmen

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Multinationale Konzerne lassen ihre Produkte gern dort herstellen, wo die Arbeitsbedingungen schlecht und Löhne niedrig sind, wie hier in Bangladesch. Quelle: Ver.di / ©Mustafa Quraishi

 

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Förderung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster wäre die verbindliche Verankerung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte[3] in nationalem Recht, inkl. wirkungsvoller Sanktionsmechanismen. Die UN-Leitprinzipien verpflichten Unternehmen und Staaten, menschenrechtliche Risikofaktoren in ihrer Lieferkette zu identifizieren; Maßnahmen zu ergreifen, um diese Risikofaktoren abzustellen und konkret Abhilfe zu leisten, wenn es zu Menschenrechtsverletzungen kommt (z.B. in Form von Entschädigungszahlungen). Der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung (2016) [4] hat dazu eine erste rechtliche Grundlage geschaffen, die allerdings weit hinter den Erwartungen zurück blieb und Unternehmen und Staaten noch viel zu viele Spielräume und Schlupflöcher lässt.[5]

 

Quellen:

[1] Die Gemeinwohlökonomie (GWÖ). https://www.ecogood.org/de/gemeinwohl-bilanz/

[2] Ellen Mac Arthur Foundation (n.d.). Circular Economy. https://www.ellenmacarthurfoundation.org/circular-economy

[3] UN Global Compact (2014). Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. https://www.globalcompact.de/wAssets/docs/Menschenrechte/Publikationen/leitprinzipien_fuer_wirtschaft_und_menschenrechte.pdf

[4] Auswärtiges Amt (2016). Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Aussenwirtschaft/Wirtschaft-und-Menschenrechte/Aktuelles/161221_NAP_Kabinett_node.html

[5] CorA-Netzwerk (2017). Kein Mut zu mehr Verbindlichkeit. http://www.cora-netz.de/cora/wp-content/uploads/2017/03/2017-02-06_CorA-ForumMR-VENRO_NAP-Kommentar_%C3%BCberarb.pdf

Weiterführende Literatur:

Brand, U., & Wissen, M. (2017). Imperiale Lebensweise. München: oekom Verlag.

Felber, C. (2012). Gemeinwohlökonomie. Wien: Deuticke Verlag.

Giegold, S. & Embshoff, D. (2008). Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus. Hamburg: VSA Verlag.

Lessenich, S. (2016). Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis. Berlin: Hanser Verlag.

Schöne Neue Welt? – Die Erde und die Nachhaltigkeits-Agenda 2030

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von Emily Joy Neumann, Madeleine Porr und Silke Schoenwald
Wo die wilden Kerle spielen

Paolo Calleri: “Wo die wilden Kerle spielen” (27.09.2015)

Sollte etwa das einzige nachhaltige Ergebnis der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) das persönliche Glücksgefühl gewesen sein, mit dem sich am 25. September 2015 die 193 Staats- und RegierungslenkerInnen in die Arme fielen? Zu widersprüchlich scheinen nämlich viele dieser Ziele der aktuellen globalen Wirklichkeit gegenüberzustehen.

Die drei Autorinnen kommentieren im Folgenden beispielhaft drei SDG und zeigen die Anforderungen im deutschen bzw. europäischen Kontext auf, damit es auch zu Glücksgefühlen durch das Erreichen dieser drei Ziele kommt.

 

E_SDG_Icons-12SDG Nr. 12: 
„Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen sicherstellen“


Dieses Nachhaltigkeitsziel behandelt hauptsächlich die Bewirtschaftung und Nutzung von Ressourcen, die Abfallvermeidung und das Einsparen von umweltschädlichen Chemikalien. Außerdem verlangt es ein Nachhaltigkeitsbewusstsein der Bevölkerung.

Widersprüche

Was da so nonchalant auf dem 12. Platz daherkommt, ist tatsächlich eine Absichtserklärung ganz grundlegender Art: Menschen ändern ja nur sehr ungern und schwerfällig ihr – mehrheitlich nicht nachhaltiges – Verhalten, ob nun als UnternehmensführerIn, beim persönlichen Einkauf oder beim Essen. Noch dazu, wenn sich im Laufe der Zeit auch gesamtgesellschaftliche Wertvorstellungen und Prioritäten verschoben haben. 

So ist das Gewinnstreben im kapitalistischen Wirtschaftssystem ein anerkanntes Handlungsziel geworden und hat sich damit in eines der Hauptprobleme verwandelt, die dem SDG 12 Beschränkungen auferlegen; denn für viele Unternehmen lohnt es sich – zumindest finanziell – schlichtweg nicht, nachhaltige(re) Entscheidungen zu treffen, solange nicht die tatsächlichen Kosten ihres Handelns bilanziert werden müssen. 

Doch wird das Wachstums- und Gewinnstreben der Unternehmen ja immer nur durch ein entsprechendes KonsumentInnenverhalten gestützt. Bestes Beispiel: der Fleischkonsum. Eine durch künstlich niedrige Preise und gezielte Werbemaßnahmen forcierte Nachfrage liefert den einschlägigen UnternehmerInnen die besten Argumente für Massentierhaltung und großflächigen Anbau von Tierfutterpflanzen – mit den bekannten Folgen: Tierquälerei, verminderte Anbauflächen für Nahrungspflanzen für Menschen, zunehmender Mangel an Trinkwasser für die Menschen, Anstieg des Kohlendioxids in der Erdatmosphäre und ungebremster Temperaturanstieg dort usw. …

Anforderungen für die Umsetzung

Welche Wege stehen uns für das Erreichen von SDG 12 auf deutscher und europäischer Ebene offen bzw. können sofort zu breiten Straßen ausgebaut werden?

  • umfassende generationenübergreifende Bildungs- u. Aufklärungsarbeit, die so genannte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
  • verantwortungsbewusster Umgang mit allen unseren Ressourcen – auf persönlicher ebenso wie auf institutioneller Ebene, mit dem Staat in der Vorbildfunktion; insbesondere die Produktion und Verwendung von Plastikverpackungen sanktionieren
  • deutlich sicht- und erfahrbare staatliche Förderung aller Initiativen zu BNE sowie Ressourcen-Schonung und -Effizienz, im privaten wie im unternehmerischen Bereich
  • für die betriebs- und die volkswirtschaftlichen Bilanzen zur Pflicht machen, dass die Folgekosten für Umwelt und Gesellschaft mit eingerechnet werden.

E_SDG_Icons-15SDG Nr. 15: 
„Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre 
nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, 
Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren 
und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen“

Widersprüche

Auch das drittletzte (!) Nachhaltigkeitsziel birgt jede Menge Zündstoff, denn es geht um nichts weniger als um die Rückkehr zu einem respektvollen Umgang mit dem Boden, auf und von dem wir leben. Und auch dieses Ziel steht einer diametral entgegengesetzten gängigen Sichtweise gegenüber: nämlich die Erde als Rohstoffreservoir anzusehen, das nach Kräften und technischen Möglichkeiten geplündert werden kann. 

Dieselbe deutsche Bundesregierung, die die Agenda 2030 mit unterschrieben hat, kann im Politikpapier 8 ihres Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen unter dem Titel “Zivilisatorischer Fortschritt innerhalb planetarischer Leitplanken” jetzt den Begriff “Erdsystemleistungen” lesen, wenn von der lebens- und nahrungsspendenden “Mutter Erde” die Rede ist.

Wirtschaftliches Gewinn- und Wachstumsstreben führen auch beim SDG 15 dazu, dass z. B. im Tourismus-Sektor (aktuelles Beispiel Rügen) statt auf Entschleunigung und auf dezentrale touristische Angebote in und mit der Natur zu setzen, die Infrastruktur Schritt für Schritt in Form von großen Straßen und Hotelhochhäusern ausgebaut wird. So geht bei der Flächenausweisung und -nutzung der Zweikampf weiter zwischen Bettenburgen-Investoren einerseits und den Schutzgebieten (u.a. Nationalpark, Biosphärenreservat) andererseits.

Betongegossene Straßen und Plätze drängen hier wie anderswo auch landwirtschaftliche Nutzflächen und umliegende Lebensräume wie Wald- und Wiesenflächen zurück oder zerstören diese nachhaltig. Neben der langfristigen Bodendegradation wird so auch der Verlust der biologischen Vielfalt eher befördert statt, wie anvisiert, darauf hinzuarbeiten, den Verlust zu beenden.

Anforderungen für die Umsetzung

  • Auch für die Umsetzung von SDG 15 brauchen Deutschland bzw. Europa nicht bei Null anzufangen: Schon die Umsetzung existierender internationaler Leitlinien, wie z.B. die Einhaltung der “Guten landwirtschaftlichen Praxis” durch heimische Bäuerinnen und Bauern, zusammen mit dem Blick auf die Anbauerfahrungen in anderen Ländern, birgt großes Potenzial für eine Verbesserung der Situation. 
  • Der Natur abgeschaute Konzepte wie Permakultur, Hauptfruchtanbau mit Unterbau oder ein Zurück zum jährlichen Wechsel der Anbaupflanze wie in der „Dreifelder-Wirtschaft“ sind Beispiele aus einer landwirtschaftlichen „Vergangenheit“, die vielleicht in Vergessenheit geraten sind, aber auch heute noch funktionieren. 
  • Aus Asien und Südamerika grüßen Erfolgsrezepte früherer menschlicher Hochkulturen wie die Terra Preta (hoch fruchtbare menschengemachte, aber sich selbst reproduzierende schwarze Erde) und die vielfältige Nutzung so genannter Effektiver Mikroorganismen.

E_SDG_Icons-09SDG Nr. 9: 
„Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, 
breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern 
und Innovationen unterstützen“

Dass es hier die unterschiedlichsten Interpretationen geben wird, dürfte nicht verwunderlich sein – angefangen bei der Übersetzung der englischen Begriffe aus den Originaldokumenten. 

Wird es wirklich um den Aufbau einer “resilient infrastructure” gehen? Und um eine nachhaltige und “inclusive industrialization”? Dann wird wohl z. B. …

  • … flächendeckend in Gebäude und Straßenbeläge aus nicht bodenversiegelnden, “atmenden” und nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus, Lehm, Stroh, Reiskleie etc. investiert werden;
  • … konsequent in allen gesellschaftlichen Bereichen dafür gesorgt werden, dass jeder Mensch in seiner Individualität akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben oder teilzunehmen;
  • … in großem Maßstab die Arbeit regionaler ProduzentInnen-KonsumentInnen-Netzwerke für die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln erleichtert und unterstützt werden (über zinslose staatliche Darlehen, vereinfachten Zugang zu den notwendigen Ressourcen, geringe Steuersätze u.v.m.);
  • … transministeriell der Aufbau dezentraler lokal-regionaler Mini-Industrien mit ausschließlich erneuerbaren Ressourcen gefördert werden, die in Zusammenarbeit mit Hochschulen und anderen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen flexibel und in kurzer Zeit nachhaltige Innovationen umsetzen können; u.v.m.

* * *

Ja, die 193 Staats- und RegierungslenkerInnen müssen wirklich überglücklich gewesen sein, als sie diese drei Nachhaltigkeitsziele zusammen mit den anderen 14 verabschiedeteten. Überglücklich vor allem über ihren offensichlich damit verbundenen Entschluss, endlich dem neoliberalen Denk- und Wirtschaftsmodell den Rücken zu kehren, das ja einem nachhaltigen Leben und Wirtschaften so lange im Wege stand und nun obsolet ist. 

Und richtig nachhaltig überglücklich dürfen sie auch deshalb sein, weil sie wissen, dass ihnen überall – im eigenen Land wie weltweit – kompetente Menschen mit überzeugenden und längst erprobten alternativen Konzepten bei der Umsetzung der SDG zur Seite stehen.


Phosphor, Vielfalt oder Hunger? Wie wir den Boden in unserem Land nutzen (wollen)

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Landnutzung und nachhaltige Entwicklung in ländlich geprägten Regionen

 

Ohne den Schutz der Böden wird es nicht möglich sein, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten und den Verlust der Biodiversität zu stoppen.(Bodenatlas, 2015, S. 8)

 

Ein Kernziel der neuen Entwicklungsziele der UN ist die weltweite Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung innerhalb planetarer Grenzen (1). Im Gegensatz zu den alten Millennium-Entwicklungszielen gelten die neuen Ziele nicht nur für sog. Entwicklungsländer, sondern für alle Regionen dieser Erde. Auf allen Ebenen und auch für die Entwicklung im ländlichen Raum definieren die globalen Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) konkrete Vorgaben für ein gutes und zukunftsfähiges Leben.

 

 

 

 

 

“walk to Caxton 4 / Monoculture 3” by Andy / Andrew Fogg is licensed under CC BY 2.0

 

Jede Region in Deutschland ist also verantwortlich dafür, die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Nicht, indem ganz nebensächlich abgeglichen wird, ob dieser oder jener Zielindikator erreicht wird, sondern indem Verbesserungsvorschläge entwickelt werden, die mehrere Ziele gleichzeitig berücksichtigen. Ein Häkchen am Ziel Ernährungssicherheit bedeutet eben nicht, dass dafür Ziele wie Umwelt- und Naturschutz oder nachhaltige Produktionsbedingungen vernachlässigt werden können.

Wenn z.B. die Umstellung auf nachhaltige Landwirtschaft auf Kosten der Ernährungssicherheit geht, oder die Intensivierung der Flächennutzung zur Ertragserhöhung auf Kosten der biologischen Vielfalt geht, ist die Entwicklung schlichtweg nicht nachhaltig, egal wie erfolgreich einzelne Ziele auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.

Gerade in ländlichen Räumen Deutschlands können eine Vielzahl von SDGs erfolgreich umgesetzt werden. So geht es im ländlichen Raum insbesondere darum, eine nachhaltigere Bewirtschaftung von Wald- als auch von Ackerflächen zu erreichen.

Hierbei spielt zum einen die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Produktionssysteme eine wichtige Rolle. Die Art und Weise der agrarindustriellen Produktion nimmt einerseits maßgeblichen Einfluss auf die Ernährungssicherheit und Versorgung mit Lebensmitteln (Ziel 2), andererseits beeinflusst  sie den Zustand der Böden und die ökologische Vielfalt (Ziel 15). So ist es vor allem die Landwirtschaft, die im Modell der planetarischen Grenzen (siehe 2, 3, 4) Einflüsse jenseits der ökologischen Belastbarkeitsgrenzen für unseren Planeten verursacht, zum Beispiel durch eine erhöhte Stickstoff- und Phosphorbelastung, aber auch durch eine fortschreitende Umwandlung von Landfläche in Ackerland (siehe Abbildung 1). Mit der Landnahme und Übernutzung intensiv bewirtschafteten Ackerlands einher geht der Verlust biologischer Vielfalt und die Gefährdung ökologischer Systeme. Einen Brückenschlag zwischen beiden Zielvorgaben vermag Ziel 12 zu schlagen, in dem vorgeschlagen wird, den negativen Einfluss menschlichen Wirtschaftens auf die natürliche Umwelt durch die Etablierung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster zu reduzieren. So ist z.B. für die Entwicklung in Deutschland vorgesehen, bis 2030 eine nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen zu erreichen, und sogar schon bis 2020 einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen zu sichern und die Freisetzung in Luft, Wasser und Boden erheblich zu verringern (6).

 

Abbildung 1: Die landwirtschaftliche Nutzung trägt in mehreren Bereichen maßgeblich zur Überschreitung planetarer Belastungsgrenzen bei (Vgl. Meier, 2017).

 

Ein Beispiel ist der Umgang mit Phosphor im dt. Agrarsektor: Phosphor als Düngemittel ist notwendig, um die Erträge auf dem Acker zu erhöhen, was wiederum zur Ernährungssicherheit beiträgt. Allerdings wird großflächig mehr Dünger ausgebracht, als die Pflanzen aufnehmen können. Sowohl Phosphat und als auch Nitrat sickern in die Böden und belasten diese übermäßig. Zudem wird gewarnt, dass Phosphor-Gestein eine endliche Ressource ist (1), wobei die Vorräte möglicherweise in den nächsten Jahrzehnten erschöpft sein werden (5). Da Phosphor im Gegensatz zu fossilen Energiequellen als nicht-ersetzbar gilt, wird vor massiven Ertragsverlusten und somit Ernährungsengpässen gewarnt (1, 5).

Erster Hoffnungsschimmer ist eine neue Düngetechnik, die das bereits in Übermengen in den intensiv bewirtschafteten Böden vorhandene Phosphor durch Mikroorganismen zurückgewinnt (7). Pilze und Bakterien dieser Mixtur sorgen dafür, dass im Boden vorhandener Dünger von den Pflanzen wieder aufgenommen werden kann. Weiterer Vorteil ist, dass wieder Leben in die Äcker kommt: auf Versuchsfeldern in Brandenburg habe man nach zwei Jahren sogar wieder Regenwürmer entdeckt (7). Auch die Idee eines “erneuerbaren” lokalen Stoffkreislaufes zur Gewinnung von Phosphor aus Biomasse und Urin ist nicht neu, findet jedoch noch keine hinreichende Anwendung (5).

Zum anderen ist ein Drittel der Fläche Deutschlands Waldgebiet – doch ein großer Teil davon ist von Monokulturen geprägter Wirtschaftswald. Um den Verlust biologischer Vielfalt aufzuhalten (Ziel 15), muss deshalb der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung drastisch erhöht werden. Zudem leisten Wälder einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz (Ziel 13), zum Schutz der Böden und zur Erhaltung eines funktionierenden Wasserhaushalts (Ziel 6). Der aktive Schutz der Wälder ist also ein Beitrag zu gleich mehreren SDGs.

“Monoculture” by lindsey elliott is licensed under (CC BY-NC-ND 2.0)

 

Um im ländlichen Raum eine Vielzahl von SDGs erfolgreich umzusetzen, sind zahlreiche Maßnahmen erforderlich. Anbei eine Auswahl dringend notwendiger Schritte:

Anforderungen an die deutschen und europäischen Rahmenbedingungen im Bereich Landwirtschaft:

  • Die Verwendung von Düngemitteln stärker regulieren und vor allem auch reduzieren (6). Umweltfreundlichere Alternativen zu konventionellen Agrochemikalien fördern (durch finanzielle Anreize oder Verbot bzw. Obergrenzen nicht-nachhaltiger Düngemittel).
  • Die Bestimmungen des dt. und europäischen Biosiegels verschärfen und die Einhaltung sicherstellen (statt sie aufzuweichen, wie derzeit für den Bereich der Massentierhaltung diskutiert wird).

Anforderungen an die deutschen und europäischen Rahmenbedingungen im Bereich Waldwirtschaft:

  • Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt muss das Ziel umsetzen, dass der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung drastisch erhöht wird. Mindesten fünf Prozent der Waldfläche sind notwendig.
  • Zudem muss die Flächenversiegelung gestoppt werden.
  • Flächen der Naturschutzgebiete, Nationalparks, Natura 2000-Gebiete sowie die Flächen des Nationalen Naturerbes müssen weiterhin geschützt und stetig ausgeweitet werden.

Anforderungen an die globalen Strukturen:

  • Durch Maßnahmen wie transparente Lieferketten und Bodennutzungsrichtlinien verhindern, dass die Produktionsflächen in Ländern des globalen Südens für die Konsumbedürfnisse der Menschen im globalen Norden erweitert werden (6).
  • Eine Kreislaufwirtschaft für Düngemittel in konventioneller Landwirtschaft einführen um den Bedarf an Düngemittel sowie die negativen Folgen durch intensive Nutzung zu reduzieren (1).

Produktionsweisen:

  • Intensive, groß-industrielle Massentierhaltung verringern.
  • Kleinbäuerliche Betriebe, extensive Weidehaltung und ökologischen Landbau fördern.
  • Der Schutz von Landökosystemen durch andere Produktionsweisen sollte einem holistischen Ökosystemansatz folgen, der auch die Menschen, die die Naturräume nutzen (z.B. Landwirte), sehr viel stärker als bislang einbezieht und ihre Erfahrungen und Bedarfe in den Fokus rückt. Hier spielt die Einbeziehung von lokalem Wissen eine zentrale Rolle.

Lebensstile:

  • Fleischkonsum reduzieren. Bewusstseinswandel über Fleischkonsum fördern.
  • Bioprodukte, regionale und saisonale Produkte konsumieren.
  • Solidarische Landwirtschaft unterstützen.
  • Holz- und Papierverbrauch senken und auf die Nutzung von Recyclingpapier und zertifizierter Holzprodukte (z.B. FSC Siegel) umschwenken.
  • Konsum von Produkten reduzieren, die mit Landnahme in Ländern des globalen Südens verbunden sind, z.B. Palmöl.
  • Ein Umdenken bezüglich des westlichen Konsumverhaltens fördern: Bereitschaft zur Einschränkung von Produktvielfalt im Supermarkt erhöhen und Bewusstsein darüber erlangen, dass für den Konsum (u.a. in Deutschland) ein enormer Verbrauch von Ressourcen anderer Regionen in Kauf genommen wird.

 

Hermine Bähr, Johanna Ickert und Miriam Schauer

 

Referenzen:

(0) Chemnitz, C., & Weigelt, J. (2015). Bodenatlas. Daten und Fakten über Acker, Land und Erde. Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), Berlin, Potsdam.

(1) WBGU (2015): http://www.wbgu.de/videos/videos-wbgu/video-messner/

(2) Meier, T. (2017): Planetary boundaries of agriculture and nutrition – an Anthropocene approach. In: Proceedings of the Symposium on Communicating and Designing the Future of Food in the Anthropocene. Humboldt University Berlin.

(3) Steffen, W. et al. (2015): Planetary boundaries: Guiding human development on a changing planet. In: Science.

(4) Rockström, J. et al. (2009): A safe operating space for humanity. In: Nature. 461, 2009, S. 472–475.

(5) Cordell, D., Drangert, J. O., & White, S. (2009). The story of phosphorus: global food security and food for thought. Global environmental change, 19(2), 292-305.

(6) Martens, J. und Obenland, W. (2016): Die 2030-Agenda. Globale Zukunftsziele für nachhaltige Entwicklung.  https://www.globalpolicy.org/images/pdfs/GPFEurope/Agenda_2030_online.pdf

(7) Wilhelm, F.: Kommt die Dünge-Revolution aus Georgien?, in: Nordkurier, S. 5, 13. Juli 2017

Der Anfang einer Reise

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Nachhaltigkeit zu leben ist eine Herausforderung – ob es um nachhaltigen Konsum, nachhaltige Bildungslandschaften oder nachhaltigen Klimaschutz geht. Das wird uns auch durch den Konsens unserer Alltagsgespräche und durch zögerliches politisches Handeln suggeriert. Die 17 Sustainable Development Goals der UN gelten als globale Ziele zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene. Nachhaltigkeit wird damit in allen Dimensionen forciert und globale Umweltveränderungen werden grundlegend einbezogen. Denn ohne die Bemühungen einer grundlegenden Sicherung an ökologischen Grundlagen, ist auch die Umsetzung hochwertiger Bildung oder die Arbeit an einer nachhaltigen Konsumkultur gar unmöglich.

SDG 13 Climate Action

Die Menschheit ist dabei, ihre Existenzgrundlage zu vernichten. Klingt schlimm, ist es auch. Der Kern dabei: der Verbrauch fossiler Brennstoffe. Die damit einhergehende globale Erderwärmung bedingt einen Wandel des Klimas. Die klimaassoziierten Umweltveränderungen und Auswirkungen betreffen unterschiedliche Länder und Regionen in verschiedenem Ausmaß. Sie sind mehr oder weniger extrem spürbar und werden in den nächsten Jahren sogar noch zunehmen: das erhöhte Risiko von Extremwetterereignissen wie Starkniederschlägen und Hochwasser gefährdet Existenzgrundlagen. Hohe gesundheitliche Belastungen durch verminderte Lebensmittelsicherheit und Wasserqualität nehmen zu, Erkrankungen bahnen sich ihren Weg und sowieso ist die weltliche Infrastruktur in Sachen Sicherheit mürbe.

Aber wir wollen den negativen Kern und das Potenzial einer mittelschweren Sinnkrise an dieser Stelle der Geschichte gar nicht weiter ausführen. Denn viele Länder und Regionen sehen und verstehen das Problem und handeln.

Als SDG 13 verbirgt sich hinter „Climate Action“ das Ziel, anthropogene Einflüsse auf das Klimasystem zu mindern und die globale Erwärmung sowie ihre Folgen zu verlangsamen. Klimapolitisch heißt das insbesondere, den CO2-Ausstoß zu verringern und die 2°C-Grenze der globalen Erderwärmung nicht zu überschreiten. Neben der Nutzung regenerativer Energien wird in nationalen Klimaschutzplänen ein verändertes Verkehrs-, Bau- und Konsumverhalten gefragt. Im Bereich der Klimafolgenanpassung soll die Widerstandsfähigkeit von Orten, Individuen und der natürlichen Umwelt erhöht werden. Hierbei geht es um Gebäudearchitektur, Infektionsschutz, Katastrophenschutz und Notfallpläne.

Um die Transformation voranzubringen, müssen alle an einem Strang ziehen. Jede*r Einzelne kann durch nachhaltiges Konsumverhalten und einen ressourcenarmen Lebensstil Veränderung bewirken. Climate Action heißt dabei auch, sich dem Jetzt bewusst werden und es kommunizieren, um eine geeignete Klimakultur gemeinsam zu gestalten.

SDG 4 Quality Education

Eine Straße voller Hieroglyphen

Könnt ihr euch vorstellen durch die Straßen zu laufen und nur wirre Buchstaben zu sehen? Keine Schriften zu verstehen, Zeitung, Straßenschilder, Anzeigen, Briefe einfach nichts. Es ist für die meisten kaum noch vorstellbar, ein Leben ohne Buchstaben zu führen, ein Leben ohne Lesen und Schreiben. Doch selbst in Deutschland gibt es ca. 7,5 Millionen Analphabeten, die von der Welt der Buchstaben ausgeschlossen bleiben.

Bildung ist die zentrale Voraussetzung für das Mitwirken in der Gesellschaft und in globalen Prozessen. Nur wer die aktuellen Themen der Welt versteht, mitbekommt, was die Politik beschäftigt und wie Prozesse funktionieren, kann dazu seine Meinung preisgeben.

Bildung für Alle ist somit eines der wichtigsten Ziele, eine Transformation unserer Gesellschaft anzuregen. In vielen Schulen werden immer noch die gleichen Fächer unterrichtet wie vor 20 Jahren. Es gibt neue Technologien, neue Wissensgebiete und viel mehr Möglichkeiten, an Informationen zu kommen als es früher möglich war. Daher sollte man anfangen, auch die Strukturen in der Schule zu verändern. Alte Unterrichtsmethoden aufzulockern und neue Themen an die Schüler*innen zu bringen.

Könnt ihr eine Eiche von einer Buche unterscheiden? Und lernt ihr, wie man sein Geld sinnvoll anlegt? Das wahrscheinlich weniger, aber dafür könnt ihr ganz einfach die dritte Ableitung einer Funktion 4-Grades bestimmen oder?

Innerhalb der Grundausbildung sollte der Fokus mehr auf lebensnahen und aktuellen Themen liegen. Ein Basiswissen zum Klimawandel und zur Wertschätzung der Natur sollte angestrebt werden. Nur wer seine Umwelt versteht und diese wertschätzt, kann sich für ihren Schutz einsetzten. Es geht darum, der breiten Bevölkerung eine nachhaltige Lebensweise näherzubringen. Die ersten Grundsteine dazu sollten schon in der Schule gelegt werden. Denn mit Menschen zu kommunizieren, die verstehen was die Probleme unserer Welt sind, macht es viel einfacher, diese auch zu lösen.

Anfangen kann man damit, Fächer einzurichten, deren Schwerpunkte auf globalen Umweltproblematiken liegen, mit den Kindern öfter in Diskussion treten, sie selbst Probleme erkennen lassen und gemeinsam eine Lösung finden. Weg vom puren Frontalunterricht und Schüler*innen unterschiedlicher Meinungen Ansichten diskutieren lassen und diese respektieren. Man sollte öfter nach draußen gehen und die Umwelt kennen lernen, die Natur kennen lernen. Klein anfangen, aber früh anfangen, das ist die Lösung. Bringen die Schüler*innen ausreichend Wissen über nachhaltige Entwicklung und Konfliktlösungen mit, sind sie gut gewappnet, in unserer globalisierten Welt den Transformationsprozess voranzubringen.

SDG 12 Responsible Consumption and Production

2. August 2017 – Earth Overshoot Day: ab diesem Tag verbrauchen wir weltweit mehr Ressourcen als nachwachsen können. Jedes Jahr rückt dieser Tag im Kalender ein wenig weiter nach vorne. Vor 30 Jahren haben wir mit unseren Ressourcen noch so gehaushaltet, dass diese erst am 19. Dezember verbraucht waren – also 139 Tage später. Obwohl die Problematik des Klimawandels schon damals bekannt war – mit der Agenda 21 fand das Leitbild der Nachhaltigkeit immerhin schon 1992 in Rio Einzug in die internationale Politik – geht der Ressourcenverbrauch nicht zurück. Im Gegenteil: er beschleunigt sich scheinbar unaufhaltsam Jahr für Jahr.

Mit SDG 12 Responsible Consumption and Production haben die Staaten nun erneut die Relevanz ressourcenschonenden Konsums und Produktion anerkannt. Neben der Umsetzung des 10-Jahres-Rahmens von Programmen zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern von 2012 werden die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen, die Eindämmung der Nahrungsmittelverschwendung, ein umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien, Unternehmensverantwortung sowie Bildung für Nachhaltige Entwicklung forciert.

Auch auf individueller Ebene besteht Handlungsbedarf. Sei es der Sonntagsbraten, Kleidertauschparties, Do-It-Yourself, Upcycling, Reparaturwerkstätten, Mitfahrgelegenheiten, Wohnkooperativen – die Möglichkeiten, sich dem Teufelskreislauf des Konsums zu entziehen, sind vielfältig. Seit 2017 schafft Schwedens Regierung beispielsweise durch Steuerreduzierungen Anreize, Dinge zu reparieren und wirkt damit der Wegwerfgesellschaft entgegen. Getreu dem Motto Sharing is Caring sollten wir unsere täglichen Konsumentscheidungen überdenken und uns unserer Wirkungskraft bewusst werden. Und vielleicht ist Zeit doch schöner als Geld, gemeinsam schöner als allein, teilen schöner als festhalten.

Ja, Nachhaltigkeit zu leben ist eine Herausforderung. Aber der Anfang der Reise hin zu einer nachhaltig lebenden Gesellschaft ist auch spannend, voller interessanter und neuer Möglichkeiten und insbesondere: dringend notwendig.

 

Destellos; Salidas de Otros tiempos-espacios a las cuestiones contemporáneas

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 El espacio es una construcción social y cada tipo de espacio varía en los aspectos que hacen únicos a las sociedades. Así podemos definir que, culturalmente el espacio es la propia concepción -o comprensión de si misma- de una sociedad y que a medida nos desplazamos por la superficie de la tierra, visibilizamos y sentimos las variaciones culturales en lo que cada sociedad define como espacio.


Si pudiésemos viajar en el tiempo, podríamos experimentar las aprehensiones que se tenían hacia las relaciones sociales en la superficie de la tierra. Podríamos vivir y sentir in situ el sentido común de lo que es el espacio para aquel momento de la humanidad.

En las contemporáneas sociedades occidentales del hemisferio sur, que colonizadas por rasgos culturales diferenciados de su precedente modo de concebir y vivir el espacio, han cambiado la apreciación sobre el espacio y la figura que tiene la naturaleza en esta apreciación, concibiéndola no como un nosotros sino que ha sido relegada a otro, el cual hay que y utilizar.


La generación de discursos antropocéntricos, también llamados humanistas no siempre cumplen los objetivos desde los cuales se apoya y permite su realización. Este video realizado por Natalia Lueje, alumna del diplomado en su versión 2017 en Chile, transmite por un lado 1) la idea de concepción utilitarista de la naturaleza y 2) las contradicciones ocurridas entre los individuos que adjudican propiedad sobre las tecnologías de uso y producción del espacio tal cual se vive, concibe y percibe en la modernidad. 


Si hoy sabemos que gran parte de las emisiones que generan y aceleran la ocurrencia del proceso de cambio climático, son causadas por el modo en que la humanidad que genera los discursos hegemónicos, los denominados Otros discursos sobre la concepción del espacio son, quizás, los modos de usar y producir el espacio de modo no cosificante en un sentido productivo, industrial.

La zona centro norte de Chile y su reflejo al otro lado de los Andes, los Diaguitas espejo del espacio de zonas semi-áridas

Los Diaguitas, grupo cultural con su propia concepción de espacio, es un pueblo del cual su cultura ya poco queda en la forma de grupo. Rasgos de su modo de concebir el espacio quedan en múltiples formas, especialmente en prácticas que subsisten principalmente en áreas rurales del centro norte de Chile y el centro oeste de Argentina.

Todos nosotros practicamos ser Diaguitas sin saberlo, mas aún las personas que hemos habitado el campo del centro y norte de Chile que, cuando llegamos a la urbanidad nos enfrentamos a un hecho modelado por el eurocentrismo, la racionalidad.

Este aspecto, el choque entre concepción arraigada del espacio contra una visión racional universalizante,  es la que genera gran parte de los problemas socio-espaciales que están directamente con el uso y dominio sobre los occidentalmente llamados “Recursos Naturales”.


Magnitud del hallazgo del mayor centro urbano Diaguita en Chile. Se estima que alrededor del sitio actual de excabación, sólo corresponde al 2,5% del estimadode lo que podría ser la ciudad.


El norte y el centro de Chile, existe periódicamente la recurrencia de períodos de sequía, a los cuales los Diaguitas estaban totalmente adaptados. Este rasgo propio de esta parte de la superficie terrestre, configuró un gran entramado de conocimiento que sostenía la agricultura en periodos secos. Si bien en la actualidad podemos encontrar la magnificencia de su cerámica, en varias zonas cel norte chico, existen comunidades que aún sostienen prácticas locales de agricultura.



Reivindicar, habitar y producir tiempos alternos

Si actualmente tenemos la consciencia de saber cuales son las determinantes que nos llevan a redundar en contradicciones para con la naturaleza, es importante tomar rasgos prevalescentes en la contemporaneidad y ligarlos a lo presente y así, terminar con el problema de la modernidad en el espacio, es decir, tomar la observaciòn ancestral analìtica y verdadera como un aspecto racional, equilibrada con las condiciones geográficas del centro de Chile.

Producir espacios.

 

Drehbuchideen-Wettbewerb für Klimakurzfilme

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Autokinos gibt es nur noch wenige. Dafür gibt es seit einigen Jahren Fahrradkinos. Kino zum Selber Machen. Wird in die Pedale getreten, erscheint der Film auf der Leinwand. Vom Kinovorführer führt der Weg auch zum Kinoautor. Deshalb wurde der Drehbuchideen-Wettbewerb “Dein Drehbuch im Kino – Der Stoff aus dem die Träume sind” ins Leben gerufen. Am 01.09.2016 ist er gestartet. Er wird von Solare Zukunft e.V. und Unahängiges Institut für Umweltfragen (UfU) e.V. durchgeführt. Einsendeschluss ist der 31.12.2016.

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Workshopleiter*innen der Sommeruniversität

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#SUI16 | Wir stellen vor: David Donschen

Israel, Jerusalem

Israel, Jerusalem

Freier Journalist, Berlin

Bringing the topic “sustainability” into journalism is very difficult. I am working as a local reporter in Berlin. This means I have to think about which topics are close to the everyday life of the people. A topic like “Climate change” for example is too big and too complex and nothing which most people are thinking about every day.

On the other hand local journalism is perfect for explaining what the results of global warming could be. You can pick up the people “at their front door” to show them what climate change precisely means for their city, region or a country.

Instead of scientists we will become acoustic storytellers. We will figure out how we can tell the story of “Climate change” in an audio in a way which touches the listeners.

 

Examples of the last years

Audio spots Welcome to Malchin, created in the workshop #SUI15

Audio drama We are the players, not the cards, created in the workshop #SUI14.

https://soundcloud.com/ccclab_sommeruni/we-are-the-players-not-the-cards

Audio drama Dripping point: WhATER you talking about?, created in the workshop #SUI13.

https://ccclab.info/2013/09/18/dripping-point-whater-you-talking-about/

My journalistic work:

https://www.torial.com/david.donschen

Twitter @DDonschen

Workshopleiter*innen der Sommeruniversität

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#SUI16 | Wir stellen vor: Giovanni Fonseca

Gio foto collageFacilitator von Lernprozessen

Außer ein Ingenieur zu sein, habe ich gemerkt, dass meine wahre Berufung ist, ein Facilitator von Lernprozessen zu sein. Ich denke, dass ich es seit viele Jahren gewesen bin, aber ich wusste das nicht.

Als ich 15 Jahre alt war, habe ich in der Schule meine Klassenkameraden “unterrichtet”, die Probleme mit komplizierten Fächern hatten. In diesen Jahren, als ich meinen Freunden geholfen habe, um diese Probleme besser zu verstehen, habe ich Konstruktivismus gelernt und ich mag ihn sehr.
Ich hatte das Glück mich beruflich im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu entwickeln. Seit mehr als 10 Jahren habe ich in verschiedenen Bildungsinstitutionen gearbeitet. Ich habe sowohl in öffentlichen Institutionen als auch in privaten gearbeitet. Ich arbeitete nicht nur in formalen Bildungsprojekten, sondern auch in non-formalen und informellen. Außerdem habe ich verschiedene Bildungsprojekte mit internationalen NROs aus Chile, Deutschland, Indien, Mexiko und Südafrika zusammen entwickelt; nun kann ich mich selbst als konstruktivistischer Facilitator für nachhaltige Entwicklung bezeichnen.

In dieser Sommeruniversität (2016) bin ich mit Thomas Co-Leiter des Transmedia Storytelling Workshops. Aus meiner Leidenschaft für Bildung werde ich Euch bei der Realisierung der Produkte unterstützen. Auch werde ich Euch zeigen, wie die Technologie ein nützliches Werkzeug ist (kein Ziel), um bedeutende organische Lernprozesse zu fördern. Fragen, Kommentaren? Teilt sie über Twitter, benutz die Hashtags: #SUI16 und #C4CC, bis bald!

 

A demás de ser ingeniero, he descubierto que mi verdadera vocación es ser facilitador de procesos de aprendizaje. Creo que he sido uno desde hace varios años, pero no lo sabía.
Desde que tenía 15 años, me quedaba después de la escuela a darles “clase” a mis compañeros que tenían problemas en algunas materias difíciles como matemáticas y física. Durante esos años en los que ayudé a mis amigos a entender mejor esos temas, aprendí y me enamoré del constructivismo.

He tenido la fortuna de desarrollarme profesionalmente en el campo de la Educación para el Desarrollo Sustentable desde hace más de 10 años en diversas instituciones de educación, tanto públicas como privadas, en educación formal, no formal e informal. Asimismo he colaborado con ONG’s desarrollando proyectos internacionales entre países como Alemania, Chile, India, México y Sudáfrica; ahora puedo definirme como un facilitador constructivista para el desarrollo sustentable.

En la Universidad de Verano de este año (2016), co-facilitaré el taller de Transmedia Storytelling junto con Thomas. Yo apoyaré la realización de los productos desde mi pasión por la educación y el uso de la tecnología como una herramienta -nunca el fin mismo- para fomentar aprendizajes orgánicos más significativos. ¿Dudas, comentarios? Compártelos via Twitter usando los hashtags: #SUI16 y #C4CC, ¡nos vemos pronto!

Follow @giofonsecaf

Workshopleiter*innen der Sommeruniversität

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#SUI16 | Wir stellen vor: Kristin Meyer

Kristin MeyerKristin Meyer, Kunstvermittlerin und Zeichnerin

Vermittlung von zeitgenössischer Kunst und Kreativitätstechniken, Comic- und Trickfilmworkshops, Inklusion

In meinen Workshops kommt es mir darauf an, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen verschiedenster Herkünfte und Hintergründe zusammen kommen und gemeinsam ihre Gedanken und Ideen austauschen und kreativ umsetzen. Die Medien Comic und Animationsfilm bieten die Möglichkeit, auch abwegige und absurde Ideen visuell umzusetzen.

Bisherige Tätigkeiten:
Im verschiedenen Projekten – Comic meets L.E. oder Forscheralbum Leipzig  – erforsche ich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen seit acht Jahren das Stadtgebiet von Leipzig. Wir beobachten, was sich in Leipzig tut, was sich in den Nebenstraße oder Hinterhöfen versteckt, treffen Menschen an ihren Arbeitsplätzen oder in ihren Wohnungen und entwickeln Ideen für Leipzig im Jahr 2022. (Noch) grüner soll es werden – da sind sich alle einig – mit mehr Tieren und Robotern besiedelt.

E-Mail: kristl.meyer@web.de

Homepage/ Blog: www.zapoff.de

Verknüpfungen der feinsten Sorte?

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SDGs im Zusammenhang – Ernährung im Fokus

Im Jahr 2015 einigten sich die Vereinten Nationen auf 17 Sustainable Development Goals (SDGs), die als Agenda für nachhaltige Entwicklung in allen Länder der Welt umgesetzt werden sollen. Wir haben uns in die Situation der Arbeitsgruppen versetzt, die diese Goals über zwei Jahre lang entwickelten, und drei für uns besonders bedeutsame SDGs ausgewählt. Als Ausgangspunkt haben wir das Thema Ernährung gewählt und uns auch in der weiteren Auswahl daran orientiert.
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Goal 2: Hunger beenden, Ernährungssicherheit und verbesserte Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Trotz der ausreichenden globalen Lebensmittelproduktion leiden 870 Millionen Menschen an Unterernährung. Die Anforderungen, die sich aus dem Ziel der Ernährungssicherheit ergeben, bedeuten für die deutschen Rahmenbedingungen eine Unterstützung des Ökologischen Landbaus. Gerade im ländlichen Raum ist das Leben für viele Menschen, besonders junge Leute, immer unattraktiver geworden Dabei steigert das Erlebnis des ökologisch landwirtschaftlichen Betriebes auf gesunde und nachhaltige Art und Weise die Wertschätzung von Lebensmitteln. In Privathaushalten führt deren Mangel häufig zur Lebensmittelverschwendung. Gute Nahrung landet so in der Tonne statt auf dem Teller.
Um Verschwendung vorzubeugen, eine verbesserte Ernährung zu fördern und damit Flächenpotenziale freizusetzen, sollte Ernährung wieder einen Platz in der Schulbildung finden. Doch nicht nur dort, auch verschiedene Medien können  dazu genutzt werden, um dem Endverbraucher seine Kraft aufzuzeigen, dieses SDGs zu erreichen. Konkret bedeutet dies, dass sich unsere Ernährungsstile ändern müssen. Derzeit sind ca. 70% der globalen landwirtschaftlichen Fläche für Viehwirtschaft in Nutzung (WGBU 2014, S.9). Tierische Produkte erzeugen Emissionen. Daher würden nicht nur Flächen frei, sondern ebenfalls Emissionen reduziert. 
In Zukunft werden noch mehr Menschen in Städten leben und  Megacities entstehen. Hier wird es problematisch, diese mit frischen, regionalen Lebensmitteln zu versorgen. Aber nachhaltige Landwirtschaft kann auch in Städten geschehen, zum Beispiel durch Aquaponik und Gemeinschaftsgärten. Nachhaltige Landwirtschaft muss jedoch von der Politik gewollt und finanziell gefördert werden.
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Goal 12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen

Eng verknüpft mit Goal 2 sind nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster. Diese sind unter anderem eine Voraussetzung für Ernährungssicherheit und das Beenden von Hunger. Festgelegte Normen und Standards führen innerhalb der Produktion zu ungerechtfertigter Verschwendung. Ebenso tragen die Überproduktion von Lebensmitteln sowie die Situation am europäischen Absatzmarkt (u.a. der Verkauf zu ungerechtfertigten Preisen) dazu bei, dass ein Teil der Ware den Endverbraucher nicht erreicht. Maßstäbe der Großabnehmer und Sonderangebote in den Discountern sind zusätzlich negative Aspekte. 
Hier bedarf es einer  Änderung der politischen Rahmenbedingungen. Eine Zielvorgabe ist die „Abschaffung aller Formen von Agrarexportsubventionen und aller Exportmaßnahmen mit gleicher Wirkung“ (Die 2030-Agenda, S.12). Dies würde zu geringeren Transportemissionen und erhöhtem Nährwert der Lebensmittel führen und der Überproduktion in Deutschland (beispielsweise von Schweinefleisch, um den europäischen Markt zu versorgen) entgegenwirken. Somit betrifft dieses Ziel nicht nur die interne Situation, sondern hat ebenfalls externe Effekte.
Der WBGU schreibt in seinem Politikpapier zur SDG-Debatte, dass derzeit existierende Konsummuster nicht für alle Menschen universalisierbar sind (S.8). Da aber die Mittel- und Oberschicht stetig wachsen und diese den höchsten Ressourcenverbrauch aufweisen, ist es an der Zeit, eine Lösung für global gerechte Konsummuster zu finden. Welche marktwirtschaftlichen Instrumente können noch eingesetzt werden, um die Einhaltung der planetarischen Leitplanken seitens der Produzenten und Konsumenten zu verbessern? Offensichtlich ist zunächst einmal die Kommunikation der Leitplanken nötig.
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Goal 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Der Klimawandel verschärft die Nahrungskrise und globale Ungerechtigkeiten: Die Landwirtschaft ist durch den Klimawandel immer extremeren Wetterereignissen ausgesetzt. Die Auswirkungen sind in Deutschland und im Rest der Welt unterschiedlich stark. Ohne eine funktionierende und nachhaltige Landwirtschaft können die Ziele der Ernährungssicherung sowie der Hunger– und Armutsbekämpfung nicht erreicht werden. Im Politikpapier des WBGU wird von einer erschwerten langfristigen Armutsbekämpfung gesprochen, sollten die SDGs den Umweltproblemen keine Rechnung tragen. Denn die Lebensgrundlage der Menschheit ist nunmal der Planet Erde, mit den Böden, die wir bewirtschaften, um uns zu erhalten. 
Auch ein „Weiter so“ im Wirtschaftssystem gepaart mit ein wenig nachhaltigerer Energie wird den Klimawandel nicht stoppen können. Der CO2-Ausstoß ist in Deutschland weiterhin viel zu hoch. Doch wo bleibt das Kohleausstiegsprogramm? Zudem sind größere Transformationen der Energiewirtschaft und damit auch des Wirtschaftssystems im Allgemeinen erforderlich. „Degrowth“ lautet hier das Zauberwort. Auch die erdölproduzierenden Länder müssen einbezogen werden. Hier ist ein frühzeitiger Strukturwandels notwendig, damit diese Staaten anders Wohlstand erwirtschaften können. 
Auf Makroebene ist die internationale Handelspolitik der Knackpunkt im Umdenken der Politikfelder. Sie muss so umgestaltet werden, dass Armut und Umweltschäden nicht vergrößert werden. Eine Lösung scheint in dem Zusammenhang nicht einfach zu sein und bedarf eines Mentalitätswandels sowie struktureller Machtverschiebungen in den teils autoritären energieliefernden Staaten. 
Auch Verbraucherinnen und Verbraucher tragen hier Verantwortung. Um dieser gerecht zu werden und einen Mentalitätswandel zur Unterstützung wirksamer Klimapolitik zu tragen, ist Umweltbildung grundlegend. Auch in Ländern mit bereits gesichter und relativ hoher Bildungsqualität soll die kommende Generation den Wert Wert  einer sozialen und ökologischen Welt bereits von klein auf  verinnerlichen: Bis  2030  sollen  alle  Lernenden  wissen,  was  ein  nachhaltiger  Lebensstil  ist, sich  mit  Menschenrechten  und  Geschlechtergleichheit auskennen, ein globales Bewusstsein entwickeln und vieles mehr.
Die  Grundlagen  sind  in  Deutschland  geschaffen:  Die  Vereinten  Nationen  hatten  2005  eine UN-Dekade  Bildung  für  nachhaltige  Entwicklung  (BNE)  ausgerufen.  Die  Deutsche  UNESCO-Kommission   hat   seitdem   fast   2.000   Projekte ausgezeichnet.  Auf  UN-Ebene  ist  mittlerweile ein   neues   Weltaktionsprogramm   verabschiedet worden, das BNE aktiv voranbringen soll. In dem Zusammenhang sind jedoch langfristige und strukturelle Förderungen von Bildungsprogrammen durch die Politik erforderlich, der bisherige Projektcharakter im Bereich BNE ist wenig nachhaltig. Auch sollte BNE Teil der Ausbildung von Lehrern und Erziehern werden.
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 Fazit

Die Auswahl der obigen SDGs zeigt nur einen Ausschnitt aus der 2030-Agenda. Einzelne SDGs können dabei nur Bausteine sein. Alle 17 Ziele bauen aufeinander auf und bedürfen der Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Wer errät, wie viele SDGs sich in unserer Argumentation tatsächlich eingeschlichen haben?
Nicht alle Menschen tragen in gleichem Maß die Verantwortung der aktuellen Belastung des Planeten Erde, seiner derzeitigen und zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner. Aber Verbesserung können wir dabei nur gemeinsam bewirken. Die SGDs sind anspruchsvolle Ziele, daher gibt es auch keine einfachen und schnellen Lösungen. Umso wichtiger ist es sofort zu starten und aktiv zu werden, denn der Klimawandel wartet nicht bis wir bereit sind zu tiefgreifenden Veränderungen. 
Fotos: Carolin Kern

Ist unsere Welt noch zu retten?

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Farn

Unsere Welt ist bedroht, und die Bedrohungen sind zahlreich. Aber es sind nicht nur Bedrohungen durch Kriege oder Asteroiden, sondern auch – vermeintlich – harmlosere Gefahren, um die wir Menschen uns dringend kümmern müssen. Denn das Klima gerät aus der Balance, mit zerstörerischen Folgen.

Ambitionierte Beschlüsse zur Rettung der Erde gibt es mit der 2030-Agenda bereits. Jetzt kommt es auf uns alle an: wenn wir uns auch in 100 Jahren auf unserer Erde noch zuhause fühlen wollen, muss jeder etwas tun. Aber wir können auch etwas tun, und zwar wirklich jeder Einzelne.

Die 2030-Agenda

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf einem Gipfeltreffen in New York die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. In dieser Agenda wurden globale Zukunftsziele beschlossen, die deutlich ambitionierter sind als alle vorhergehenden Beschlüsse. Die 17 sogenannten SDGs (sustainable development goals – nachhaltige Entwicklungsziele) umfassen alle wichtigen Bereiche, die für das Fortbestehen des Planeten Erde wichtig sind.

Die Rolle der ländlichen Räume

Für die Erreichung der 17 SDGs kommen dem ländlichen Raum eine besondere Bedeutung zukommt, vor allem für bestimmte ausgewählte Nachhaltigkeitsziele. Als erstes ins Auge fällt dabei das ZIEL 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.

In der Realität – ein Fallbeispiel

Vor einigen Jahren bin ich auf’s Land gezogen und erlebe täglich, wie weit viele Mitmenschen von der Umsetzung dieses Ziels entfernt sind. Auch wenn die “Natur” ja vor der Haustür zu sein scheint, sind Gärten, Wiesen und Äcker häufig so “aufgeräumt” wie das Wohnzimmer ihrer Bewirtschafter. Rasenflächen sind reine Monokulturen, die Felder sowieso, das “Unkraut” wird mit chemischen Mitteln bekämpft, genau wie die “Schädlinge”.

So verwundert es nicht, dass die Bienen heutzutage schon mehr Nahrung in den Städten finden als auf dem Land. Und das gilt ebenso für andere Spezies, wie die Igel, die in den eintönigen Gärten kaum noch Nahrung finden und immer öfter verhungern.

Igel

Die Gründe dafür?! Wenn man die Leute fragt, hört man oft das Argument “das haben wir schon immer so gemacht”. Die Industrialisierung der Landwirtschaft ist in den Köpfen immer noch ein Segen, denn er hat vor vielen Jahren die Erträge gesteigert und damit den Wohlstand in den ländlichen Räumen gesteigert. Dass dieser Effekt dabei ist, sich ins Negative umzukehren, indem die Böden ausgelaugt werden, der Verlust der Artenvielfalt die biologischen Kreisläufe schädigt und die Gifte sich längst in der Nahrungskette – und damit in den Menschen selbst – anreichern, ist den meisten Landbewohnern noch nicht bewusst.

Während in den Städten durch das Kundenverhalten mit der steigenden Nachfrage nach Bio-Produkten eine gewisse Trendwende angestoßen wurde, sucht man Bio-Läden auf dem Lande in vielen Regionen noch vergeblich.

Der Weg zum Umdenken

Umdenken und Bewusst-Werdung ist also die Voraussetzung zur Umsetzung des SGD 15 ist. Seine Erreichung ist daher eng mit dem dem ZIEL 4 verknüpft: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.

Denn Umdenken tut not, und auch wenn es bereits viele Naturschutz-Initiativen gibt, die immer wieder auf diese Effekte hinweisen, erreichen sie die eher konservativ denkenden Menschen auf dem Land oft nicht. Vorschläge zur Steigerung der Nachhaltigkeit oder des Naturschutzes werden oft als “grüne Spinnereien” abgetan, wohl auch, weil ein Umdenken unbequem wäre und Konsequenzen nach sich ziehen müsste. Hier müsste ein Weg gefunden werden, auch Bewohner im ländlichen Räumen mit geeigneten Medien, Botschaften und Verbreitungswegen zu erreichen, um ein Umdenken anzustoßen.

Die Rahmenbedingungen

Ein weiterer Aspekt ist wichtig für die Entwicklung der ländlichen Räume: die Infrastruktur, also ZIEL 9.

Straßen gibt es genügend, denn beim Ausbau des Straßennetzes ist in den Jahren seit der Wende – vor allem in den neuen Bundesländern – viel erreicht worden. Dass die motorisierte Fortbewegung mit Verbrennungsmotoren zu großen Problemen im Klimaschutz führt, ist inzwischen selbst in den Köpfen der Landbevölkerung angekommen, jedoch fehlen hier gangbare Alternativen. Der öffentliche Nahverkehr ist, wenn überhaupt vorhanden, sehr Benutzer-unfreundlich ausgebaut und treibt daher selbst umweltfreundlich eingestellte Pendler zur Benutzung eines privaten PKWs – eine erhebliche Schwachstelle bei der Erreichung der Ziele für Menschen, die auf dem Land leben.

Fazit

Den ländlichen Räumen kommt eine wichtige Bedeutung zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der 2013-Agenda zu. Vor allem die Landwirtschaft ist ein einflussreicher Faktor, und ihre Auswirkungen auf das SGD 15 (und andere, z.B. auch Ziele 2 und 3) erheblich. Veränderungen und Innovationen, die bei der Erreichung der SGDs helfen können, vollziehen sich auf dem Lande langsamer als in den Städten. Zusätzlich hinken die ländlichen Räume in Sachen Bildung und Infrastruktur den Städten oft noch hinterher.

Es lohnt sich also, in Entwicklung der ländlichen Räume zu investieren, denn hier sind viele Potenziale ungenutzt, die ohne große finanzielle Investitionen ausgeschöpft werden könnten.

Quelle Fotos: pixabay.com, Fotografen unbekannt

Mit Bildung und Nervennahrung gegen den Klimawandel – in Deutschland und weltweit

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© M. Großmann  / pixelio.de

 

Mit den 17 umfangreichen Nachhaltigen Entwicklungszielen der UN (Sustainable Development Goals, SDGs) soll unsere Gesellschaft gerechter, nachhaltiger, umweltschonender und sogar gesünder gestaltet werden [1].
Doch was bedeutet das konkret für Deutschland? Welche Entwicklungsschritte und Aufgaben leiten sich daraus ab?
Ob und wie ein gesellschaftlicher Wandel geschehen kann, soll an drei SDGs veranschaulicht werden, die auf den ersten Blick bereits sehr zentral erscheinen und auf den zweiten Blick sogar stark ineinander greifen.

 

Ziel 4 – Bildung für alle 

 *** Leben ist lernen ***
 
Jedem Kind den Zugang zu Primärbildung ermöglichen – das ist das Ziel bis 2030. In Deutschland ist dieses Ziel durch den Schulzwang bereits sichergestellt. Allerdings ist in dieses Bildungsziel die Prämisse integriert, vor allem auch die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) flächendeckend einzugliedern. Die vermittelten Themen  umfassen die Achtung der Menschenrechte, die Gleichberechtigung der  Geschlechter und die ökologische Nachhaltigkeit. Sie bilden also die Grundvoraussetzung, um eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen, sowohl in sozialer, als auch umweltbezogener Hinsicht.
Bildung befähigt Menschen dazu, eigenmächtig zu handeln, zu reflektieren und fördert ihr Selbstvertrauen. So hat jeder Mensch die Möglichkeit, eine wertvolle Kraft auf dieser Erde zu werden, die andere auf diesem Weg mitnimmt.
Walter Hirche, Chairman des Governing Board des UNESCO Institute for Lifelong Learning und Mitglied des RNE zu diesem Ziel: „Deutschland befindet sich auf diesem Weg zwischen dem ersten Drittel und der Hälfte.“
In Deutschland ist es wichtig, dass sich das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an alle Alter- und Berufsklassen richtet, und spezielle Multiplikatoren ausgebildet werden. Es darf niemand ausgelassen werden.
Besondere Herausforderung für Deutschland besteht in der sozialen Ungleichheit im Bildungsbereich, denn stärker als in vielen anderen Ländern [Europas?] ist der schulische Erfolg bei Kindern noch stark von ihrer sozialen Herkunft beeinflusst.
Die Herausforderung besteht wie auch bei den anderen SDG´s in ihrer Umsetzung. Gerade im Bereich der BNE sind auf nationaler Ebene ein ambitionierter und zeitlich eindeutiger Umsetzungsplan wichtig, der sich an die Bildungsdekade anschließt und ihre Früchte weiterträgt [2]. Dafür können institutionelle Ressourcen aufgegriffen und wiederbelebt werden, personelle und finanzielle Kapazitäten sind erneut nötig.

 

Ziel 2 – Hunger beenden, Ernährung sichern und nachhaltige Landwirtschaft fördern

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© roja48  / pixelio.de

 

Bis 2030 soll kein Mensch mehr an Hunger sterben. Zudem soll die Nachhaltigkeit der Systeme der Nahrungsmittelproduktion sichergestellt werden sollen [3]. Um eine produktive Form der Landwirtschaft zu erreichen, die zum einen Erträge sichert, zum anderen aber auch zum Schutz der Ökosysteme beiträgt, ist ein Umdenken in der gegenwärtigen Agrarpolitik notwendig. 
Seit Ende der 70er Jahre verzerrt die EU-Politik den Markt durch hohe Subventionszahlungen an Landwirte. Fallende Milchpreise machen regelmäßig auf die missliche Situation aufmerksam. Eine neue Struktur der Landwirtschaft ist dringend notwendig, um globale Verantwortung zu übernehmen und internationale Zusammenarbeit zu fördern. 
Eine nachhaltige und ökologische Landwirtschaft umfasst außerdem das Wiedererschließen von “verbrauchtem” Mutterboden. Nach heutigem Kenntnisstand muss daher der Einsatz von Pestiziden, chemischen Düngemitteln u.ä. abgelehnt werden. Für Deutschland ist es daher  wesentlich durch ökologische Landwirtschaft die biologische Vielfalt zu erhalten und die Bodenqualität langfristig zu sichern.
Besonders spannend – gerade auch in Bezug auf Ziel 4 (Bildung) – ist dieses Ziel in zweifacher Hinsicht:
1) Brainfood
Hochwertige, biologisch erzeugte und frisch zubereitete Nahrung ist eine wichtige Voraussetzung für gelingendes Lernen. Stark verarbeitete Produkte hingegen schwächen die Konzentration und Aufmerksamkeitsleistung dramatisch. [4]
2) Essen für die Welt
Auch weltweit werden bereits genügend Lebensmittel Welt produziert, um das Überleben aller 7 Millarden Menschen sicherzustellen. Trotzdem sterben jährlich zahlreiche Menschen an Unterernährung. Ein Kernaspekt ist die Nutzung von pflanzlichen Nahrungsmitteln zur Erzeugung von tierischen. 60% aller Getreideeugnisse und 70% aller Ölsaaten werden an Tiere verfüttert [5], dies sind bis zu 16 kg Getreide pro 1 kg Fleisch [6]. Durch eine pflanzlichere Ernährung – auch hier in Deutschland – würde dazu beigetragen werden dass jeder Mensch genug zu essen hat [7]. Genügend Nahrung wiederum fördert den Bildungsanschluss in allen Regionen dieser Erde.
Es sei erwähnt, dass der zuletzt genannte Punkt NICHT expliziter Teil der SDGs sind. Umso spannender ist es, dass die pflanzlichere Ernährung eine Schlüsselkomponente für beide SDGs darstellt – vor allem auf globaler Ebene.

 

Bildungs~Hunger?

Ziel 2 ist mit der Förderung von lokaler Kultur und Produkten sowie einer Sensibilisierung für nachhaltige Entwicklung und einen umweltverträglichen Lebensstil verknüpft (s. Ziel 12).
In der Praxis der BNE erscheint der Fokus auf regionale, biologische und pflanzliche Nahrungsmittel und Anbaumethoden daher sehr lohnenswert. Ganz im Sinne der BNE können hier sowohl Handlungskompetenzen vermittelt werden (z.B. Gemüse selbst anbauen), also auch die globalen (positiven) Auswirkungen erarbeitet werden.

 

Ziel 13 – Klimawandel stoppen 

Der Klimawandel wird – in seiner Fortschreitung – extreme Auswirkungen auf alle Ökosysteme, die Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung sowie zahllose Tierarten haben.
Mit der Fortschreitung des Klimawandels ist auch in Deutschland mit Veränderungen für die Landwirtschaft und vermehrten Extremwetterereignissen zu rechnen. Dieses Thema ist ein wichtiges Kernelement der BNE.

Besonders spannend wird es, gerade auch im Bildungskontext, bei der Verknüpfung von Klimawandel und Ernährung. Diese beiden Themen sind in vielerlei Hinsicht miteinander verknüpft:

1) Klimawandel & konventionelle Landwirtschaft
Die konventionelle Landwirtschaft mit chemischen Düngern und Pestiziden sowie Monokulturen schadet dem Boden, Insekten, heimischen Tierarten, und dem Grundwasser. Durch den “Verbrauch” von Fläche muss neue Fläche zum Anbau entstehen, was die Kapazität (z.B. von Wäldern) CO2 zu binden, verringert. Somit wird der Klimawandel weiter begünstigt und Ökosysteme geschädigt.
 2) Klimawandel, Brainfood & Essen für die Welt
Frisch zubereitete und ökologisch angebaute Nahrung hilft also nicht nur uns beim Lernen, sondern ist auch ein wichtiger Schritt zur Erhaltung dieser Erde.
Tierische Produkte benötigen große Mengen an Wasser und Landfläche [5]. Enorme Mengen an Treibhausgasen – direkt durch von den Tieren ausgestoßenes Methan und indirekt durch Abholzung für Anbauflächen, dadurch entstehende Bodenschäden und Transport – werden bei der Produktion tierischer Lebensmittel zusätzlich erzeugt [8]. Dies steht wiederum im direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Das Aufzeigen dieser Zusammenhänge – in Deutschland sowie global – bietet im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung unglaublich vielseitige, spannende, praktische und kreative Anknüpfungspunkte, die ein integriertes Lernen und das Erwerben von Handlungskompetenzen fördern.
Deutschland kann die dazu benötigten finanziellen, strukturellen und auch personellen Rahmenbedingungen schaffen. Und würde mit der Entwicklung und Bereitstellung von interaktiven Lernmethoden und Lernprojekten viele weitere Länder unterstützen können.

 

Quellenverweise:

[1] Martens/Obenland 2016: Die 2030-Agenda. Globale Zukunftsziele für nachhaltige Entwicklung. https://www.globalpolicy.org/images/pdfs/GPFEurope/Agenda_2030_online.pdf
[3] Ebd., S. 33.
[4] ‘Junk food’ diet and childhood behavioural problems: results from the ALSPAC cohort http://www.nature.com/ejcn/journal/v63/n4/full/1602967a.html
[6] “US Department of Agriculture Economic Research Service” veröffentlicht in Mark Gold and Jonathon Porritt, “The Global Benefits of Eating Less Meat,” 2004, S. 23.
[7] Worldwatch Institute 2004: Meat, now it’s not personal.
[8] Analysis and valuation of the health and climate change cobenefits of dietary change http://www.pnas.org/content/113/15/4146.abstract 

Ante el cambio climático… ¡¡Apostamos a la transformación social!!

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El cambio climático constituye una amenaza real para la subsistencia de diversas especies, para la seguridad alimentaria y para ecosistemas frágiles como los glaciares, pomponales y humedales.

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Apoyo a emprendedora en helicicultura.

Esta amenaza ya está instalada y la naturaleza ha dado cuenta de aquello que se constituirá como uno de los grandes problemas que enfrentará la humanidad durante el siglo XXI.

El calentamiento de la tierra, causado en gran parte por las actividades antrópicas, tienen mucha relación con las decisiones que se toman en diversos conflictos socioambientales de nuestro país. En el cual se establecen zonas de sacrificio, sin consulta alguna a las comunidades afectadas. Es así, como estos conflictos, ya no se pueden considerar como problemas específicos, sino como  problemáticas complejas que no pueden seguir atacándose efectivamente mediante la aplicación exclusiva de políticas convencionales, inspiradas por disciplinas reduccionistas.

Una arista clave para enfrentarlos, es entender que el calentamiento global, tendrá que forzar, más temprano que tarde, el cambio del modelo de desarrollo actual.

Todos los días, el individuo se levanta y comienza la misma rutina, sin percatarse de las maravillas que constituyen su entorno y que van más allá de su entendimiento, pues la ambición y el individualismo establecidos por el neoliberalismo los ciega. Como decía Tafalla (2005) La vida continúa y no se necesita ser “narciso” para padecer de este fenómeno, sólo hay que ser humano.

Con el tiempo, nos dimos cuenta que para superar el desequilibrio que estamos provocando en nuestro planeta, sería necesario combinar razonamiento sustentable y políticas públicas, sin obviar variables macro y microeconómicas que envuelven, deliberadamente, a la sociedad actual.

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Marcha mundial por el cambio climático 29 de Noviembre 2015.

Hay quienes ya hablan de ecología productiva, la cual busca hacer uso de nuestros bienes comunes, pero respetando las tasas de reposición propias de la naturaleza.

¿qué nos falta para comenzar el cambio social que necesitamos?

Como bien dice Boff (2002), es importante que la búsqueda de nuevas respuestas para el planeta y para la humanidad, se inspiren en otras fuentes y en otras visiones de futuro. Estas soluciones no deben basarse en una sola razón, sino que se puede realizar incorporando otras dimensiones para enriquecer aquella visión propia.

Es indispensable comprender que en todas partes hay personas tratando de hacer prácticas significativas, formulando respuestas concretas para el cambio, lo que implica que no hay un sujeto único en la construcción de esta nueva visión, son muchos y están tratando de orientarse por una nueva forma de sentir y actuar.

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Retiro de profundización en sexualidad sagrada y alquimia.

Como organización, hemos visto como los movimientos sociales han trabajado aisladamente hasta ahora, porque no habían reconocido hasta qué punto se encontraban vinculados sus objetivos. Ahora, es cada vez más comprendido, lo que puede ser el paso para formar una gran fuerza que consiga una transformación social real.

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Primer encuentro socioambiental en San Bernardo de la organización Ojos Color Agua.

Rescatar la diversidad, es uno de los mejores caminos para estimular la creatividad y la sinergia en la sociedad. Sabemos, que es necesario comenzar entendiendo que en un país, deben coexistir distintos estilos de desarrollo, propios a cada realidad local. No se puede insistir en la prevalencia  de un estilo nacional, eso solo es eficiente para enriquecer  a pocas regiones a costa del empobrecimiento de otras.

Los “estilos nacionales” se encuentran pensados para mantener una unidad nacional. Sin embargo, la unidad no puede ser sinónimo de uniformidad, una base sólida para la unión nacional, podrá ser aquella que potencie sus diferentes culturas de forma libre y creativa, contando con las oportunidades, el respaldo técnico y el estímulo para hacerlo (Max-Neef et al; 1996).

La raza humana ha evolucionado por su naturaleza social, somos una especie que se desarrolla de forma colaborativa y no podemos renegar de eso.

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Títeres enseñando a reciclar en primer encuentro socioambiental en San Bernardo.

Desde esa perspectiva, como Yanapanaku, quisimos abrir espacios de reflexión cotidianos sobre el cambio climático. Queremos que este espacio sea un diálogo en el día a día, un lugar en dónde exponemos nuestros puntos de vista en un lenguaje sencillo y que nos hace sentido al leerlo, escucharlo y verlo. Un espacio para aprender conjuntamente sobre causas, consecuencias y acciones para el cambio.

En Yanapanaku, buscamos generar proyectos desde las distintas formas de percibir y pensar la realidad que tienen los distintos actores con los que trabajamos, así como también la particular interacción que tienen con sus pares, el resto de los seres vivos y su entorno. Por esta razón, nos resulta imprescindible el trabajo colaborativo en la diversidad, con mutuo respeto y valoración, porque cada persona tiene su manera de construir la realidad y aportar desde su propia perspectiva a la incertidumbre del futuro.

Hoy te invito a no quedarte fuera, a encontrarnos, a cambiar los paradigmas actuales, a cuestionarte respecto de tus prácticas cotidianas y a replantearte tu forma de ser, sentir y actuar.  Para esto, hemos creado una campaña bajo el #SiCambiamosTodoCambia, que ya se encuentra en nuestras redes sociales, el formato es simple, así que solo debes atreverte a compartir tus iniciativas y reflexiones.

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Ideas y soluciones pueden haber muchas y la mejor de todas, quizás, es la idea de quererse a uno mismo y partir por la base de la autocompasión. Tal vez, la búsqueda de una auténtica calidad de vida podría comenzar por ahí y desde esa reflexión queremos partir.

 

Catalina Cifuentes Meléndez

Directora Yanapanaku.ONG

Encuéntranos en:

Twitter: @Yanapanaku_ONG

Instagram: yanapanaku.ong

Facebook: /ONG.Yanapanaku

 

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Schwachstellenanalyse der Lebensmittelverschwendung am Beispiel einer Wertschöpfungskette in Deutschland

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Äpfel sind das beliebteste Obst der Deutschen. Trotzdem werden viele Äpfel weggeschmissen. Woran liegt das? Und wie groß ist das Ausmaß der deutschen Verschwendung von Lebensmitteln?

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Black Planet

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Die große Transformation und das Schweigen der Medien

Tagung, 20. / 21. Juni 2016, Evangelische Akademie Berlin
Vortrag von Dr. Joachim Borner zum Thema “Der Versuch, Zukunft zu kommunizieren”

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Containern mit dem Bundespräsidenten

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Impressionen der „Woche der Umwelt“ 2016 in Berlin

 

Bei strahlendem Sonnenschein eröffnete Bundespräsident Joachim Gauck die Woche der Umwelt am 7. Juni im Park von Schloss Bellevue in Berlin. Dabei wurde nicht nur die Frage aufgeworfen, wie wir alle miteinander auf diesem Planeten leben wollen und können, sondern auch, wie wir sie besser machen. Jugendliche des Aktionsbündnisses „Zukunft Selber Machen“ forderten den Bundespräsidenten mit einer Weltkugel in den Händen auf, zu erzählen, wie er persönlich die Welt besser macht. Zuallererst habe er zu diesem Austausch ins Schloss eingeladen, aber ganz persönlich wolle er Marmelade aus übrig gebliebenem Obst kochen. „Vielleicht, wenn ich Rentner bin, geh ich abends bei den Supermärkten vorbei und gucke, ob ich das einsammeln kann.“ Obwohl heftiger Applaus gespendet wurde, ergänzte Gauck: „Jetzt geht das noch nicht. Derzeit fahre ich Rad und spare Strom.“

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Um Einsparungen ging es auch an vielen anderen Stellen, wie so oft um CO2-Emissionen. Auf der Hauptbühne wurde unter dem Begriff „Große Transformation“ die Frage der Veränderungsbereitschaft und Stärkung der Selbstverantwortung in der Gesellschaft diskutiert. In vielen Bereichen seien schon enorme Fortschritte gemacht worden, meinte Bärbel Hohn, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. „Das Einzige sind die Kühe mit ihrem Methan, die wir nicht so schnell CO2 frei kriegen.“ Frei allerdings, das seien die Äcker, nämlich von Insekten. Früher hätte man nach 10 Kilometern die Windschutzscheibe von etlichen Insekten befreien müssen, heute könne man 300 km fahren, ohne eine Säuberung. Der Verlust von Artenvielfalt, die nach oben getriebene Fleischproduktion – Bloß wenige Beispiele, warum Klimaschutz mit den Nachhaltigkeitszielen verbunden werden müsse.

Was macht Deutschland falsch? Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, forderte verbindliche Rahmen. Der Verbraucher benötige klare, verlässliche Informationen, wie beispielsweise die Eierkennzeichnung. Warum also nicht auch eine CO2-Kennzeichnung? Der Staat sollte sagen: „Ich gebe euch verlässliche, gute Informationen“, so Müller. Internetbotschafterin der Bundesregierung Gesche Joost hielt gegen dieses Regeldefizit, denn Vorschriften auf Verpackungen machten keinen Spaß. Anders sei das mit frei gewählten Ernährungsstilen. Vegan zu leben sei eine positive Lebenshaltung, kein Verbot. Das habe sie im Internet beobachtet, besonders dort, wo sich über Ernährung ausgetauscht wird. Frau Joost propagierte Verbraucherforen im Netz als neue Formen des aktiven Handelns.

„Ich sehe Bürgerpartizipation durch das Netz als Teil nachhaltiger Entwicklung“.

Auch an anderer Stelle fragten sich Experten und Besucher, wie nachhaltige Entwicklung gestaltet werden kann. In den je 7 Fachforen, die zeitgleich stündlich stattfanden, war das Interesse groß am Thema Bildung, denn wie lernen wir Nachhaltigkeit?

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Rita Schwarzelühr-Sutter, DBU-Kuratoriumsvorsitzende, zeigte sich angetan von der Frage einer Jugendlichen, warum es kein Schulfach Nachhaltigkeit gebe. Bildung ist Ländersache, weshalb eine zeitnahe Integration in das Lehrangebot nicht zu erwarten sei. Trotzdem gab sie ein klares Statement für mehr Nachhaltigkeit in Bildungseinrichtungen ab: „Es liegt in unserer Verantwortung, gerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und zu fördern. Bildung ist der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung.“

In der Diskussionsrunde wurden nonverbale Bildungsräume gefordert ebenso wie bundesweite Netzwerke, über die angepasste Lehrveranstaltungen entwickelt werden. Schüler des Städtischen Gymnasiums Hennef berichteten von ihren eigenständigen Aktionen für Mitschüler aller Stufen außerhalb des Schulangebots. Dieses erstreckt sich von Interviews mit Passanten auf dem Marktplatz, Upcycling-Workshops, Fotowettbewerben bis hin zur Errichtung einer Veggie-Wunschbox in der Mensa, über die vegetarische Lieblingsgerichte der Schüler von der Kantine nachgekocht werden.

„Engagement dieser Stärke ist unter Studenten immer weniger der Fall“,berichtete Miriam Block vom netzwerk n e.v.. Zumindest längerfristiges Einbringen sei durch das Bachelor-Master-System verringert worden. Im ersten Jahr müsse sich jeder selbst umschauen, einfinden und einarbeiten, im zweiten seien diejenigen dann sehr aktiv und im dritten komme der Abschlussstress, das könne sie aus eigener Erfahrung sagen. Gerade die Erfahrung und das Wissen gehe dann mit dem Umziehen in eine andere Stadt für das weiterführende Masterstudium verloren. Die Initiativen ständen damit jedes Jahr wieder vor einem Problem. Um dieses zu lösen, bildete sich das netzwerk n. Es bündelt bundesweit als Vernetzungsplattform Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen zwischen studentischen Initiativen, einzelnen Studierenden, Absolvent*Innen und Promovierenden. So könne die Wissenschaftspolitik aktiv mitgestaltet werden.

Auch ohne festes Engagement kann jeder derzeit direkt die Aktion von „Zukunft Selber Machen“. Unter dem Hashtag #selfmadefuture können Statements zum eigenen weltverbesserndem Handeln abgegeben werden, denn das Ziel ist groß: 1 Million Statements sollen zusammenkommen.

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Obschon es nur zwei Tage waren, kann insgesamt eine positive Bilanz gezogen werden. Für viele Unternehmen ist Nachhaltigkeit und Klimawandel nicht mehr nur Marketingstrategie, sondern ein ernsthaftes Thema. Nach der Einigung der Staaten auf der COP 21 sollte die Stimmung eigentlich positiv sein. Trotzdem ließ viele Zuhörer und Partizipanten die fehlende Wahrnehmung der Brenzlichkeit und die schleppende Umsetzung dieser globalen Vereinbarungen nicht los. Ein denkwürdiges Zitat von Peter Sloterdijk, eingeworfen von einem Diskutanten, könnte als Antwort auf die Frage taugen, warum wir besseren Wissens nicht nachhaltig handeln:

Die Menschen sind Zukunftsatheisten, sie glauben nicht an das, was sie wissen.

Studie über zeitgenössische Serienformate und Nachhaltigkeit

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Es ist ein schönes Beispiel dafür, was aus der Sommeruniversität entstehen kann: 2014 nahm KMGNE-Fellow Eva Staudhammer an der Sommeruniversität des CCCLab teil. Direkt im Anschluss begann sie ihren einjährigen Bundesfreiwilligendienst beim KMGNE. Aus der Sommeruniversität ging die Idee hervor, eine transmediale Webserie zu entwickeln. Damit kristallisierte sich auch das Thema für die Abschlussarbeit ihres Studiums Medien und Kommunikation an der Hochschule Offenburg heraus: „Populärkultur und Umweltschutz. Eine Analyse des Potentials zeitgenössischer Serienformate zur Thematisierung von Nachhaltigkeit“. Die Arbeit wurde von Joachim Borner mitbetreut.

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Tres reflexiones esenciales sobre la COP21 y sus resultados

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El sábado 12 de diciembre de 2015 la conferencia de París sobre el cambio climático finalmente aprobó un acuerdo en el cual 55 países se comprometieron a reducir sus emisiones globales de gases de efecto invernadero. El pacto lo deben ratificar durante el 2016 y comenzará a regir desde el 2020.

Este resultado es inédito porque en él naciones desarrolladas y en vías de desarrollo se comprometieron a avanzar en la transformación hacia una economía baja en carbono. La idea es que el aumento de la temperatura se mantenga por debajo de los 2°C, por lo que los países involucrados tendrán que realizar un verdadero esfuerzo para limitar el aumento a solo 1,5°C en comparación con lo emitido en la era pre-industrial.

Para llegar a tal resultado, durante varios años el Grupo Intergubernamental de Expertos sobre el Cambio Climático elabora el IPCC, documento del 2014 en el que nos basamos para emitir las siguientes reflexiones.

el impacto del cambio climático en la Tierra

El Cambio Climático significa riesgos, actuales y futuros, para los sistemas humanos y sistemas naturales que habitan la Tierra. Muchas especies terrestres, dulceacuícolas y marinas han modificado sus áreas de distribución geográfica, actividades estacionales, pautas migratorias, abundancias e interacciones con otras especies en respuesta al cambio climático actual.

Observamos en muchas regiones las cambiantes precipitaciones o el derretimiento de nieve y hielo que está alterando los sistemas hidrológicos, lo que está afectando  a los recursos hídricos en términos de cantidad y calidad. Los glaciares continúan retrocediendo por todo el planeta debido al aumento de temperatura.

Estos riesgos pueden empeorar de no mantener a raya el aumento de la temperatura, tomando las medidas de adaptación y mitigación necesarias para llevar a cabo este cometido.

El cambio climático es desigual

El cambio climático supone un impacto mayor en aquellas regiones y comunidades más vulnerables, y empeora con el aumento de la temperatura.

Por otro lado, los peligros conexos al clima agravan otros factores de estrés, a menudo con resultados negativos para los medios de subsistencia, especialmente para las personas que viven en la pobreza y que tienen viviendas de mala calidad, o se ubican en zonas de las ciudades más expuestas a factores agravantes como el exceso de sol o la escasez de agua potable.

La adaptación debe ser específica para cada región

Como su nombre lo dice, las medidas de adaptación frente al cambio climático deben considerar el contexto en donde se llevarán a cabo, para gestionar de mejor forma los futuros riesgos y la creación de resiliencia.

Es cierto, los pueblos siempre se han adaptado al clima y la tecnología es una buena manera de enfrentar la adaptación, pero todavía los proyectos suelen desarrollarse de manera reactiva y no planificando previamente cuáles son los riesgos latentes, a corto y largo plazo, que podrían afectar y disminuir la calidad de vida de las personas y el normal funcionamiento de los ecosistemas.

Los gobiernos deben continuar generando planes de adaptación y evitar la mitigación, es decir, cuando el problema ya está encima y es mucho más difícil tratarlo. Esto requiere de una mayor inversión inicial, pero ahorra costos de implementación al momento de enfrentar una crisis. Una buena adaptación determinará los riesgos al cambio climático, y quienes toman decisiones en este ámbito deben ser conscientes de ello.

Streuobstgenussschein als offizielles Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

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Mit der Anerkennung als offizielles Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt erhält der in Mecklenburg-Vorpommern entwickelte Streuobstgenussschein eine hohe Auszeichnung. „Ich freue mich, dass nach der Waldaktie und den MoorFutures auch das dritte ökologische Wertpapier aus Mecklenburg-Vorpommern die Auszeichnung als UN Dekadeprojekt erhält“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

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Forschungsprojekt CLIMART

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Im Rahmen der Forschungskooperation mit der Universität Trontheim und den weiteren Partnern aus GB und den USA hat Lisa Pahlke das Forschungsdesign für Wirkungsforschung zu audiovisuellen Kommunikaten zum Klimawandel (CCCLab) entwickelt.

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Malchin forscht für die Innovationsplattform Zukunftsstadt

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Am 22. und 23. Februar fiel auf der Konferenz „Wege in die Zukunftsstadt“ (Berlin) der Startschuss für die Innovationsplattform Zukunftsstadt (IPZ). Malchin und das KMGNE waren zwangsläufig dabei.

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Zum Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale 2016

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Von Kevin Rittberger

Fuocoammare – Keine Aufklärung selbstverschuldeter Verbrennung. Dem Gewinner der diesjährigen Berlinale Gianfranco Rosi genügt es, auf einem Auge blind zu werden.

Es hat etwas grenzenlos Obszönes, wenn die Kamera in Gianfranco Rosis Fuocoammare eine kurze Weile inmitten der Leichenberge im Schiffsbauch verweilt. Der Vergleich mit einem vergangenen, industriell-bewerkstelligten Massenmord, dem Holocaust, will sich aufdrängen. Doch wer ist es, der diesen Vergleich anstellen will, wer macht diesen Film, wer brennt uns diese Bilder auf die Netzhaut?

Fuocoammare-poster-locandina-2016Ein paar Mal noch gehen von diesen Bildern, zu denen noch weitere kommen, Schockwirkungen aus. Da liegen Geflüchtete an Deck der Einheit der Marina Militare, deren völlig dehydrierte Körper wie Fische zucken, im Halbkreis umstanden von Funktionsträgern, die in ihren weißen Schutzanzügen so regungslos dastehen, als hätten sie ihren Fang schon abgehakt. Da sind die blutgeäderten Augen der weinenden Mütter in Großaufnahme, deren Trauer man nicht verstehen soll. Da sind die Klagegesänge der Geflüchteten aus den Subsahara-Staaten, die wartend in ihren Massenunterbringungen hocken und vergangene Nahtoderfahrungen der jahrelangen Reise durch die Wüste chorisch aus sich heraus singen müssen, um sich ihres Untotseins zu versichern.

Und dann immer wieder Schnitt: Die halbherzig erzählte Coming-of-Age-Geschichte des jungen Samuele, Enkel am Ende der Nahrungskette einer traditionalen Fischerfamilie auf Lampedusa, der eigentlich nur Kakteen zu Zombies schnitzen möchte, um sie anschließend abzuknallen oder in die Luft zu jagen. Der Vater fährt auf See, wenn es das Wetter zulässt und kommt mit magerem Fang nach Hause. Die Großmutter betet für gutes Wetter, für einen guten Fang, wünscht sich vom Radiomoderator des örtlichen Senders den heilbringenden Song „Fuocoammare“, um die Wettergötter milde zu stimmen. Fuacoammare, weiß wieder die Urgroßmutter, das waren die Feuer auf offenem Meer, während des zweiten Weltkrieges, die das alte Lied im Radio heraufbeschwört. Und so zieht Samuele zu Beginn des Films als Halbstarker los, um mit seiner selbstgeschnitzten Schleuder buchstäblich den Vogel abzuschießen. Er weiß welches Holz das härteste ist und auf welchen Bäumen die unschuldigen Kreaturen sitzen, die man des nächtens erledigen kann. Am Ende des Films dann zielt er mit dem schwachen Auge, verfehlt den Vogel und streckt nach ihm schließlich wohltätig die zarte Hand aus. Während der Handlung, die immer wieder von den Bildern „der armen Teufel“ (so die Großmutter teilnahmslos beim Kochen über die 250 Toten der letzten Nacht) unterbrochen wird, muss Samuele nicht nur lernen, dass man auf hoher See als ungeübter Seefahrer kotzen muss, sondern auch, dass, wer ein lahmes Auge hat, das gute Auge verdecken muss, um dem schwachen die Gelegenheit zu geben, zum starken aufzuschließen. Rosi folgt seinem Protagonisten blind, lässt ihn jeden Sympathiebonus erlangen. Doch wofür?

Das einzige Bindeglied zwischen der Welt der Fischer auf Lampedusa und der Welt der Geflüchteten ist ein Arzt, der ein offenes Herz zu haben scheint. Vor seinem iMac-27 Zoll Screen sitzend und halb von der Kamera abgedreht, darf er sein unermüdliches Mitleid erklären, wenn er immer wieder Leichen bergen muss, „frisch geborene Kinder noch an ihren Nabelschnüren in die Leichensäcke“ stecken, Kindern zwecks Obduktion ein „Ohr abschneiden“ oder „einen Finger“. Ansonsten gibt es keine Berührungspunkte zwischen den Parallelwelten.

Ja, Welten trennen den Alltag der Heranwachsenden vom Leben und Sterben der Anderen, suggerieren die Geschichten. Und so werden die Menschen, die auf den Booten kommen, schamlos vor die Linse geholt. Ihre rastlosen, mäandrierenden Blicke suchen das nackte Überleben und nicht die Kamera. Hier sind sie Nummern in einer Aufzählung von endlosen Geschichten des Todes. Keine Fluchtursachen werden unter die Lupe genommen, keine einzelnen Geschichten beim Namen genannt, keine nationalen, ethnischen, religiösen Unterschiede, wenn eine wie der andere die distanzierte Kamera passiert. Sprachlos wie Leichenscheine gehen sie über den Schneidetisch, bezeugen nur die fehlende Zeugenschaft in ihrem gnadenlos unterlegenen Kampf gegen den militärisch-industriellen Komplex der Flüchtlingsabwehr der EU.

Denn das ist die einzige Aussage, die der Film hat: Es herrscht Krieg auf offenem Meer, wie anno dazumal. Nur dass der Feind sich die Verbrennungen diesmal ohne Raketenbeschuss zuzieht, da er während der Überfahrt in den hochseeuntauglichen Booten in einer giftigen, die Haut verätzenden Mischung aus Dieselöl und Salzwasser sitzen muss. Was will der Dokumentarist uns sagen, wenn er sich weder für das Geschäft der Schlepper, noch für den Militärapparat der EU interessiert, der eine ehemals zwischen Nordafrika und Europa bestehende legale Arbeitsmigration inzwischen in eine Form der illegalen Migration verwandelt hat? Etwa dass die Verletzungen und Tode selbstverschuldet seien, da die „armen Teufel“ es einfach nicht besser wissen? Etwa dass man gegen einen schicksalhaften Flüchtlingsstrom ebenso wenig machen kann wie gegen schlechtes Wetter? So bleibt im Film nur Hoffen und Bangen und Beten. Das gleiche gilt für den glückhaften Fang des alten Fischers.

Zwar bekommen wir einen beklemmenden Eindruck der Rettungseinsätze auf hoher See, aber wir bekommen auch erzählt, dass Unzählige sterben, weil der Funkruf zu spät kam oder der Empfänger diesseits der Festung zu stur an der Wiederholung des immergleichen und für den verzweifelten Anrufer unverständlichen „Your position!“ festhält. Wir, macht Rosi uns glauben, können eben keine Form der Solidarität kennen, die mehr bedeuten könnte als die numerische Bewerkstelligung einer militärisch durchgetakteten Rettungsmission. Denn das zeigt der Film durch die parallel geschnittene Geschichte des kleinen Samuele ganz klar: Wir tun unseren Job – indem wir die Grenzen militärisch schützen, die Geflüchteten an Land bringen und registrieren – und sind dabei auf einem Auge blind. Zwar schießen wir nicht mehr wie die Großeltern im offenen Gefecht, das illustriert das ins Leere zielende „Luftballern“ des nur anfangs heldenmutigen Samuele an der Brandung mit scharfem Blick, aber haben dem tagtäglichen Sterben auch nicht mehr entgegenzusetzen als einen kalten Apparat. Der empathische Arzt bestätigt indes nur die Regel. Wenn Samuele beim Arzt, gestikulierend wie Robert de Niro, von den Fortschritten seines schwächeren Auges erzählt und davon, dass ihm immer öfter die Puste ausgeht, ist dem Film eine komödiantische Szene gelungen. Nein, passiert. Ebenso wie es Rosi passiert, dass der seh- und aktionsgeschwächte Junge, der das Herz zwar zusehends mehr am rechten Fleck haben darf, für die Angst, Passivität und Tatenlosigkeit Gesamteuropas steht. Der Regisseur entscheidet sich für die Authentizität der Laien, für die er eine spielfilmartige Kadrierung finden will, und gegen die Echtheit seiner eigenen Beteiligung, die er bedeckt hält.

Die Ehrung des Dokumentarfilms, welche nun als politisches Zeichen gewürdigt wird, entspricht voll und ganz dem ambivalenten Zeitgeist der Ära Merkel. Symptomatisch ist das humanistische Verwalten der Krise – „so gut eben geht“. Symptomatisch ist auch das Ausblenden von sowohl Ursachen als auch Lösungsansätzen und -möglichkeiten. Sollte es dem Regisseur dieses nun offiziell anerkannten politischen Films wirklich darum gegangen sein, nicht unserem voyeuristisBoats4peoplechen Genießen des Schreckens ein filmisches Denkmal zu setzen, sondern dem unerträglichen Massensterben ein Ende zu machen, läge es auf der Hand, auch Alternativen aufzuzeigen, etwa Initiativen, die für Bewegungsfreiheit kämpfen, „Afrique-Europe-Interact“, „Boats4people“ oder „Watch the Med“ mitsamt der Aktion „Fähren statt Frontex“, um nur einige wenige zu nennen. Aber davon will der Dokumentarist nichts wissen. Er versteckt sich hinter der Kamera, lässt nur scheinbar die Bilder für sich sprechen.

 

Die nicht zu Ende erzählte Geschichte des harmlosen Fischerjungen spricht Bände. In seinem Leben kam er bisher nicht einmal in Berührung mit dem Massensterben. Ein einziges Mal gerät er während seines ersten Ruderbootwettfahrens im Hafen zwischen die Rettungsschlauchboote und damit in eine für den Anfänger unangenehme Situation. Der Film löst das komisch auf: Schon sieht man ihn an seiner das Handicap verursachenden, ulkigen Brille herumnesteln, vom fitteren Schulkameraden abgeschleppt, gemeinsam den Hafenbereich verlassend.

Der Film ist, einmal von der Analogie im Titel ausgenommen, von vorne bis hinten ahistorisch und dokumentiert – wider seine bestimmt guten Absichten – in Wahrheit nur die Ideologie des Machers: Die fahrlässige Massentötung, derer sich die Agenten der Festung Europa seit Jahren schuldig machen und zu der sie bisher keine aufrichtige Alternative annehmen wollen, inszeniert er als schicksalhaftes Naturschauspiel. Soll die Realität als ausweglose Tragödie erscheinen, kann es nur von Vorteil sein, wenn uns wie dem kleinen Samuele der Blick getrübt wird. Dass Fischer vor ein paar Jahren noch Geflüchtete selbst retten und auch in ihren Familien aufnehmen konnten, damit ein praktisches Beispiel von gegenseitiger Hilfe und ziviler Seenotrettung abgaben, davon will Rosi kein Zeugnis geben. Schrecklich dürfen wir das Leben und Sterbenlassen finden, aber schrecklich ist auch dieser Film in seiner Haltungslosigkeit.
(Der Text erschien am 22.02.16 in der Wochenzeitung Freitag)

BNE geht in die Zukunft

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19. Februar 2016

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) sowie der Natur- und Umweltschutz-Akademie (NUA) NRW am 16. und 17. Februar 2016 in Lünen

 

Die Strategie „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW“ ist auf dem Weg. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger zu lernen mit einer offenen Zukunft umzugehen. Das erfordert vernetztes Denken, Methodenvielfalt, zielgruppen- und milieuspezifische Ansprache, Projektorientierung und Netzwerkarbeit.

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Neue Ansätze der Nachhaltigkeitskommunikation wurden durch Birthe Hesenbeck (Ordo Verde) mit dem Limbic-Ansatz und durch Dr. Joachim Borner (KMGNE) mit transmedialem Storytelling und digitalen Medien vorgestellt.

Hier gehts zum NUA-Programm. Die Veranstaltung befindet sich auf Seite 13.

Anverwandlungen am 14.02.16 | 20.00 Uhr

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Ein Beitrag von Dr. Manfred Ade

Wir erfahren in der Regel nicht (mehr) direkt, woher unsere Nahrungsmittel oder die Rohstoffe für ein technisches Gerät wie ein Smartphone kommen. Die bekannten Missstände hinter der Nahrungsmittelproduktion oder der Raubbau hinter Seltenen Erden bleiben uns verborgen oder sie bleiben medial, d.h. wir erfahren sie abstrakt über die Medien. Wir erfahren die Welt in verschiedenen Medien, die nun ihrerseits von der Ausbeutung der Erde und ihren Lebewesen in großem Stil – Energie und Rohstoffe betreffend – abhängig sind. Mit den Medien hat man den technischen Bock zum Gärtner gemacht.

Bücher, Zeitungsartikel, Internetdarstellung, ja die ganze Lebenswelt der Kommunikation gründet sich auf jene Missstände und Missetaten, über die sie uns abstrakt berichtet. Ihrem energie- und rohstoffverbrauchendem Wesen nach muss besonders die virtuelle Lebenswelt des Internet gerade daran interessiert sein, den Raubbau aufrecht zu erhalten, auch wenn sich verschiedene Unterregionen dieses medialen Reiches betroffen zeigen. Kein soziales System, auch nicht das System der virtuellen, gesellschaftlichen Kommunikation schafft sich gerne selbst ab. Aber das würde es tun, wenn es ernst nähme, auf was es sich gründet und von was es berichtet.

Den philosophischen Einsichten nach können soziale Systeme der Industriellen Kultur keine Lesarten der Welt entwickeln, die sie selbst wirklich in Frage stellen. Soziale Systeme erhalten sich immer solange es geht selbst und ihre Bandbreite an Veränderungen ist sehr gering. Die sozialen Systeme sind tatsächlich BLIND für das, was sie der Welt an Ausbeutung antun, damit sie kommunizieren können. Also wird es nie dazu kommen, dass das, was berichtet wird, der Sache nach für eine Korrektur wirklich her genommen werden kann.

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Der Trick, mit dem sich die virtuellen Systeme unentbehrlich machen ist der, dass sie den Massen von Informations-Konsumenten dazu verhelfen, alles wie auf einem Bildschirm zu erleben. Es kommt zur Distanzbildung und der Empfänger der Informationen wird nicht allzu sehr in das Geschehen hinein gestrudelt. Er kann seinen Tee oder Kaffee wohlig genießen, auch dann wenn er Berichte über deren Anbau hört, die wenig erbaulich sind. Es kratz nicht wirklich. Selbst der mediale Aufschrei, ein Shitstorm im Internet oder das vehemente Eingeben von persönlichen Daten bei Unterschriftsammlungen im Sinne eines Protestes bleibt geradezu göttlich indifferent.

Man kann den ganzen Tag damit verbringen, sich in Protestaktionen einzuschreiben. Aber das führt nicht zu einer tiefer greifenden Betroffenheit, sondern puffert diese geradezu ab. Protest ist eine Spielart des Selbstbehaltes der medialen Welt. Selbst die Realität, also z.B. das konkrete Abschlachten einer Tierperson zum Zwecke der Ernährung, wird medienhaft empfunden. Geschieht vor den eigenen Augen ein konkretes Leid, so schiebt sich wie von Geisterhand getrieben eine Zwischenebene ein und ermöglicht die mediale Distanz auch dann, wenn ein technisches Medium gar nicht vorhanden ist. Auch dann, wenn der Bildschirm weg ist, sehen wir die Welt nur noch wie einem Bildschirm. Die Psyche hat gelernt so zu tun, als Sitze sie im Kino. Der Bildschirm wurde internalisiert.

Technische Medien sind ein Genie-Streich der industriellen Kultur, mit dem erreicht wird, dass der Empfänger von Informationen oder Reizen sich sogar dann noch im erlösten Zustand des Nirwana befindet, wenn ihn die verzweifelten Schreie von Lebewesen direkt erreichen. Der Vorteil des Genie-Streiches liegt auf der Hand:
Die technische Welt erhält sich selbst, wie sie ist, indem sie barmherzig den Dunst der Dämpfung und Medialisierung als Norm psychischen Erlebens installiert hat. Wir leben in einer Welt von Phantomen, selbst dann, wenn wir glauben, wirklich betroffen zu sein.

Gehen wir vorsorglich davon aus, dass wir medial verdorben sind und tatsächlich die allgegenwärtige Gewalt der Industriellen Zivilisation nicht mehr so einfach spüren können. Vermutlich haben wir uns mehr oder weniger wohlig an diesen tiefen, konsumatösen Zustand gewöhnt. Dann aber liegt die konkrete Erfahrung des Lebens der Erde stark verhüllt im persönlichen Schatten, aber auch im Schatten unserer eigenen kulturellen Erinnerung (oder, wenn man will: im kollektiven Unbewussten). Denn es ist nicht so, als hätten wir keine kulturellen Ressourcen, dafür anders als medial, nämlich konkret zu empfinden.

Das primitive, magisch-mythische, wilde Denken und Erleben der Welt bietet eine kulturelle Ressource und eine Erlebens-Matrix, mit der wir in eine konkrete Wahrnehmung der Welt kommen können. Zwar sind die primitiven Kulturen oft von einem starken Pragmatismus im Umgang mit der Natur geprägt, aber sie enthalten Spitzen seelischer Verbundenheit mit der Natur, die wir nachzeichnen und kultivieren können. Dahinter steht die Fähigkeit zur seelischen Betroffenheit. Sicher, das wird nicht gleich bedeuten, dass wir wieder originär fühlen können. Aber es wird unser abstraktes, medienartiges Erleben lockern und zumindest verfremden. Es werden sich Brüche und Stolpersteine in der ansonsten abgehobenen, geglätteten Innenwelt einstellen, die uns den Weg in ein anderes Natur- und Lebenserleben führen. In das unserer einstigen, wilden Vorfahren, wie es sich heute darstellen kann.

Das Erleben der Welt unserer wilden Vorfahren, das muss klar gesagt werden, lässt sich nur unter Verneinung unserer anerzogenen Weisen des Erlebens erfahren. Wir müssen dazu umlernen und das heißt, dass wir lernen, „auf Zeit“ das abstrakte Denken und Erleben zu verlernen. Es geht nicht darum, das abstrakte Denken und Erleben ganz abzuschalten, denn wir brauchen es, um in der entseelten Kultur, deren Teil wir sind, zu bestehen.

Um „auf Zeit“ das abstrakte Denken und Erleben zu verlernen, werden wir zunächst einmal die „Psychologie“ des wilden Naturerlebens nachzeichnen und versuchen, dieses im Rahmen der Empathischen Naturkunde auf gängige Frühblüher wie den Weiden- oder Haselbaum konkret anzuwenden. Im idealen Fall wäre man dann in der Lage, mit einer Naturseele wie einer Weide in Frieden und Freundschaft ganz konkret zu stehen, nämlich dann, wenn man eine Weide mit der Absicht besucht, eben Frieden und Freundschaft im alten, wilden Sinne aufzubauen.
Indem wir „auf Zeit“ mit einer konkreten Weide Freundschaft und Frieden im primitiven (nicht-sentimentalen) Sinne schließen, werden wir auch lernen können, was ihre Fällung z.B. bedeutet. Wir kommen so besser an die seelische Dimension der herrschenden Gewalt gegen nicht-menschliche Lebewesen heran.
Das ist also das Thema am Sonntag. Es geht um die Anverwandlung einer Naturseele, um das „Mischen“ der eigenen Seele mit der Seele eines Naturwesens.

Wir knüpfen dabei an den bisherigen Stoff unserer Sonntage zum Seelenwissen und Naturgeisterwissen der germanischen, wilden Kultur an. Sie trägt Züge einer Zauberreligion. Bei diesem Stoff handelt es sich um historische Rekonstruktionen. Niemand kann sich heute mit Germanen mehr unterhalten. Die als Germanen bezeichnete Gruppe von Völkern ist untergegangen. Sie hat nur Spuren in der Mythologie, mittelalterlichen Literatur und in Form von archäologischen Überresten hinterlassen. Von daher besteht immer auch Unsicherheit darüber, inwiefern wir ein authentisches Bild zu den Germanen haben können. Aber es reicht, um uns selbst mit Sinn zu versorgen. Die Fähigkeit, sich selbst mit Sinn zu versorgen, ist die herausragende Anforderung unserer heutigen Kultiviertheit. Wir binden diese Fähigkeit, sich selbst mit Sinn zu versorgen in unsere natürliche Spiritualität ein.

Unter „primitiv“ oder „wild“ verstehen wir eine eigenständige, kulturelle Umgangsweise mit der Natur und Weltbewältigung. Wir verfallen nicht dem Wahn, dass wir heute geistig, seelisch oder spirituell höher stünden als wilde Kulturen. Das wäre nichts anderes als die Fortschreibung der Zivilisationskrankheit, die man “Zivilisationsmission” nennt (d.h. man setzt Zivilisation über alles).

In Anbetracht der umfassenden Naturvernichtung der technischen Welt gibt es keinerlei Recht dazu, an unsere wilden Vorfahren mit ihrem Zentrum „Frieden mit der Natur“ direkt anzuknüpfen. Sie hatten etwas, das wir verloren haben. Im Gegenteil, bezogen auf den Umgang mit Natur heute muss das Wilde heute als ungleich höher stehend gesehen werden, als das so genannte Zivilisierte.

Auch von einem infantilen Regress, also einer Rückkehr zu kindlich-naiven Vorstellungen kann keine Rede sein, wenn wir begreifen, dass wir es bei den wilden Germanen mit einer in sich tragfähigen Kultur von Leuten zu tun hatten, die auf ihre Art vollständig erwachsen und ganz waren. Mit ihrem Impuls, den Frieden mit der Natur zu halten, waren sie in spiritueller, seelischer und körperlicher Hinsicht wohl erwachsener als zivilisierte Leute.

Dr. Manfred Ade
Haus der Empathischen Naturkunde
Email: docxxl@freenet.de

DAAD Dozentur in Chile für Transformationsforschung

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Im Rahmen der Entwicklung des internationalen Masterstudienganges zur großen Transformation arbeitete Joachim Borner auf Einladung der Universidad Academia de Humanismo Cristiano in Santiago de Chile im Dezember/Januar 2015/2016 zu und in Transformationsprozessen. Es ging um Kommunikationskompetenzen, sowohl als Teil der transformative literacy als auch als Medium des kollaborativen Lernens der Transformationen. Diskussionen methodischer Fragen transdisziplinären Arbeitens und zu Strukturen des Reallabors spielten dabei eine wesentliche Rolle.

Aufgeteilt auf mehrere Veranstaltungsformate wurde mit Studierenden, Nachwuchswissenschaftler_innen sowie Dozent_innen der Universidad Academia de Humanismo Cristiano und kooperierender Universitäten zusammengearbeitet.

In einer Lehrveranstaltung ging es um Nachhaltigkeitsmanagement und Transdisziplinarität in den Umweltwissenschaften. Partizipative Planungsinstrumente und -verfahren können bürgergesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und Veränderungen in regionalen Steuerungsverfahren initiieren (Governance). Die Stakeholder-orientierte Kommunikation spielte hierbei eine wesentliche Rolle. Sie bietet Methoden der Sensibilisierung, Aufklärung, Aushandlung und Willensbildung von lokalen sowie regionalen Entscheidungsprozessen.

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Eine zweite Lehrveranstaltung trug den Titel “Große Transformation und robustes Wissen”. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ergebnisse der Klimakonferenz in Paris und den SDGs der UNO ging es vor allem darum, welche Rolle der Wissenschaft nun in den vor uns liegenden Transformationsprozessen zukommt. Wie kann sie zu den Herausforderungen wie Risikokommunikation, Bildung, Partizipation und Teilhabe in Kommunikationsprozessen beitragen? Wenn wissenschaftliche Aussagen zum Verständnis und zur Akzeptanz von Transformationen beitragen sollen, werden sie so formuliert werden müssen, dass sie von Stakeholdern auch wahrgenommen werden können. Die Nutzung moderner Formate – etwa der sozialen Medien – kann hier eine wichtige Funktion einnehmen.

In einer weiteren Lehrveranstaltung wurde in die methodische und forschungskonzeptionell neue Anlage von transformativer sowie von Transformationsforschung eingeführt. Abgeleitet von Projekten der Citizen Science und Forschungswende sowie Zugängen der „open Science“ ging es um die Gestaltung lateinamerikanischer bzw. chilenischer Forschungsschwerpunkte im Rahmen der großen Herausforderungen wie die Senkung oder Vermeidung von CO2-Emissionen, Landnutzungs- und Strategien der Regionalentwicklung, Effizienzsteigerungen, der low-carbon-culture und die Gestaltung von Zukunftsstädten.

Im Rahmen des Diplomado Internacional de Verano fand zudem ein Blockseminar statt, das die audiovisuelle Kommunikation und das transmediale Storytelling im Kontext des Klimawandels zum Thema hatte. Dabei ging es insbesondere um den urbanen Raum als Ort des Wandels. Von der Problemanalyse und Konzeptmodellen bis Gruppenaushandlungen und Roadmaps wurden Zukunftsszenarien entwickelt, die im weiteren Verlauf des Diplomados in verschiedene Kommunikationsformate weiterentwickelt werden.

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Von diesen eher herkömmlichen Formaten unterscheidet sich das Reallabor Acciones para el Bosque, eine Initiative der Internationalen Sommeruniversität für wissenschaftliche, Bildungs- und Kongress-Einrichtungen Chiles und Deutschlands, die ihre Veranstaltungen CO2-neutral organisieren wollen. Das Reallabor zielt erstens auf die Verbreitung des Vorhabens in den wissenschaftlichen und Bildungseinrichtungen Chiles und zweitens auf die Unterstützung der Kommunen, die sich beteiligen und Flächen für Klimawälder sowie Ressourcen zur Verfügung stellen.

Konkret geht es um folgende Realexperimente:

  • Den Transfer von Finanzierungsmodellen für die CO2-Bindung (z.B. Waldaktie, Moorfuture)
  • Die Beratung der kommunalen Verwaltungen von Rio Hurtado, La Ligua, Melipilla, La Pintana bei der Implementierung von Klimaanpassungsmaßnahmen, Partizipation, Kommunikation, Governance im Zusammenhang mit Forschungsansätzen in Realexperimenten
  • Die Kooperation mit dem Aufforstungsansatz „Alhue“.

Informationen zum Projekt

Cambio Climático: ¿Problema o síntoma?

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El cambio climático es el síntoma de un capitalismo desequilibrado.

Recientemente se realizó la COP21 (Conferencia de las Partes) organizada por la UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) en la ciudad de París, Francia. Quedaron en evidencia ciertos aspectos que podrían poner en jaque una solución efectiva a la mitigación del efecto invernadero, lo cual preocupa cada vez más al mundo científico y a la comunidad internacional.

Andrea Stime-Vásquez, investigadora y postulante a un PhD en la Universidad de British Columbia en Canadá, comparte su experiencia tras participar como expositora de una charla en COP21 sobre pueblos originarios del Perú y cambio climático.

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Andrea Stime-Vásquez durante su exposición en COP21, habla sobre los efectos del cambio climático en comunidades aborígenes de Perú.

Stime-Vásquez señala que “el problema de fondo es la forma en que se desarrolla la economía global y el consumismo desmesurado”. Desde este punto de vista, definir un nuevo paradigma de consumo responsable se hace imperativo. Por lo tanto, el desafío de la COP21 ya no está exclusivamente relacionado a la mitigación del cambio climático (efecto invernadero), sino también a la reformulación de los objetivos de cada nación en cuanto a crecimiento económico incorporando políticas medioambientales.

Durante la entrevista se desarrollaron 3 ideas principales, de las cuales se concluye lo siguiente:

 ¿A quiénes afecta el cambio climático en la vida diaria?

  • Quienes se ven afectados directamente son aquellas personas que viven en sectores rurales, ya que están más conectados con los recursos naturales. Por ejemplo: pequeños productores agrícolas que dependen de recursos hídricos.
  • Por otra parte, los habitantes de grandes centros urbanos son los menos afectados. Ellos viven en una gran burbuja que no les permite experimentar de manera directa las consecuencias del efecto invernadero. La escasez de recursos naturales no influye en su diario vivir. Por ende, pasan a ser meros observadores de este fenómeno a través de los medios comunicacionales.

 Transformación después de la COP21

  • Existe un gran desconocimiento dentro de la población sobre qué es la COP21 y cuáles fueron las principales propuestas de las partes (países participantes).
  • Las decisiones relacionadas al cambio climático están considerando diversos aspectos como derechos humanos y equidad de género.
  • Dado que los acuerdos de cada nación son voluntarios, auto-monitoreados y auto-controlados, muchos encuentran que es una convención que no tiene dientes.
  • No existen mecanismos efectivos para hacer seguimiento del cumplimiento de las propuestas de las partes.

 Adaptación de espacios urbanos en el futuro

  • Debido a su alta densidad poblacional, grandes ciudades requieren actualmente de una alta demanda de combustibles fósiles. Por tanto tienen mayor incidencia en el cambio climático.
  • No solo el gobierno será responsable de la adaptación de espacios urbanos a estos cambios, sino también los habitantes en su rol de El consumo responsable será un factor clave en la regulación de las empresas y su forma de producir.
  • Será necesaria la creación de nuevos marcos reguladores que privilegien el uso de energías limpias.
  • El gobierno deberá enfocar sus esfuerzos en la creación de campañas comunicacionales relacionadas al cambio climático. Será cada vez más importante destacar la responsabilidad  que cada ciudadano tiene en esta materia. De esta forma se podría lograr un cambio sustancial en el comportamiento y hábitos de consumo de la población.

Natalia Reinoso

Research | Visual art & perceptions of climate change

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Got a minute?! Watch our short YouTube Clips – take our survey and get eye-opening insights how to communicate climate change creatively.

CAN VISUAL ART AFFECT VIEWER PERCEPTIONS OF CLIMATE CHANGE? climart.infoWelcome to our research project CAN VISUAL ART AFFECT VIEWER PERCEPTIONS OF CLIMATE CHANGE? where you can watch 4 videoclips and evaluate it according to YOUR opinion.

The ‘scientific ‘interest in the Art of Climate Change Communication has grown. Environmental psychologists, environmental social activists, entrepreneurs and campaigners have been united in the quest for systematic evidence with which to encourage sustainable behavior.

The Kolleg fuer Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung (KMGNE) is part of the international multidisciplinary research project CLIMart.

Ask yourself: what make you giggle, inspire you, or fill your talks with friends? What are the ´channels´ to reach your attention?

Right now we are activity recruiting participants for one part of this research project underway.

  • By watching the 4 videoclips and by filling out the following 4 online surveys, you support our effort to make climate communication more fun and accessible for everyone. Please find videoclip links and survey links below.
  • The videoclips are between 1-3 minutes long. We have made it very easy to fill out our survey, so it shouldn´t take more than 10minutes (4x) for each videoclip.
  • Let me assure you that all data are collected anonymously, whatever information you tell us will not be disclosed to anyone and will only be used for research purposes.
  • Do not hesitate to get in contract with me if you require any further support.
    Many thanks and have fun.

Elena Klöttschen (Elena.Kloettschen@hnee.de)
on behalf of the KMGNE Team
Global Change Management (cand. M.Sc. /research semester)
HNEE – University of Applied Sciences – Eberswalde


Videoclip: The Earth is running a fever
Survey:
https://www.umfrageonline.com/s/cc0d62c


Videoclip: Boomerang
Survey: https://www.umfrageonline.com/s/233146c


Videoclip: Climate Clown
Survey:
https://www.umfrageonline.com/s/728f4af


Videoclip: Human Power
Survey:
https://www.umfrageonline.com/s/fd07342

The KMGNE Team is appreciating your support.  Stay tuned and subscribe to our You Tube Channel.

Raus aus der Komfortzone| Wie Klimakunst das Handeln beeinflussen kann

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Klimakunst ist eine Kunst, nämlich die Kunst, Menschen aus ihrem täglichen Tun aufzuwecken und zum alternativen Handeln anzuregen. Das Leben vieler Menschen wird vor allem von kognitiver Dissonanz beherrscht, also dem Handeln wider besseren Wissens. Wir Rauchen, obwohl wir wissen, das es Krebs verursacht; wir schlemmen Süßes, obwohl Zucker die Eigenschaften von Drogen nachgesagt werden; und wir konsumieren, obwohl die Ressourcen weltweit bald erschöpft sind. Haben die ersten beiden Beispiele nur Einfluss auf uns als Individuum, gefährden wir im letzten Punkt unseren gesamten Planeten.

Die Aufgabe

Begriffe zur TransformationKlimakunst soll über verschiedene Wissenschaftsdisziplinen bis hin zur Praxis Fakten vermitteln und zur Verständigung beitragen.

Klimakunst soll globale Prozesse erklären und veranschaulichen.

Klimakunst soll ein Medium zum Diskurs und Dialog über alternative Zukunftsszenarien sein.

Klimakunst soll alltagstaugliche Handlungsalternativen aufzeigen und den Transformationsprozess vom Jetzt zu einer klimaverträglichen Zivilisation aufzeigen.

Klimakunst soll ein massentauglicher Trend werden, mit neuen Bildern, Metaphern und Symbolen.

Die Theorie

Es gibt viele Gründe, nicht so zu handeln, wie es die Ratio verlangt. Aussagen wie…

  • Ich sehe keine Alternative.
  • Ich weiß nicht wie.
  • Ich habe keine Lust und Motivation.
  • Das geht mich nichts an.
  • Das spielt in meinem Umfeld keine Rolle.

…kennt sicher der ein oder andere.

Handlungsalternativen

Handlungsalternativen aufzeigen

Dreht man diese Aussagen um, müssen…

  • Konkrete Alternativentwürfe gefunden werden,
  • Informationen zur Technik und Verhalten veranschaulicht werden,
  • Akzeptanz, Verantwortung und Teilhabe müssen gestärkt werden und
  • Die Menschen müssen für das Thema sensibilisiert werden.

Der Weg

Schon längst ist die Erkenntnis, das Praxis einprägsamer als Theorie ist, von der Schule bis zur Universität im Bildungssektor angekommen. Diesen Ansatz verfolgen auch die zwei Sommerkurse des Climate Communications Lab (CCCLab). Es geht darum, Fragen zu stellen, die an Jostein Gaarders Roman “Sofies Welt” und die Metapher mit dem Kaninchenfell erinnern: Die Fähigkeit, sich über die Welt wie sie momentan ist zu wundern, und Fragen zu stellen.

  • Begriffe wie Tipping Points, Black Swans und Irreversibilität sollen in diesem Zusammenhang in eine massen taugliche und allgemein verständliche Sprache übersetzt werden.
  • Zukunftsszenarien werden erarbeitet und visuell dargestellt.
  • Eine Roadmap für die “große Transformation” soll erarbeitet werden.

Die Sommerkurse #future cities und #focusland werden vom KMGNE veranstaltet und bilden Teil des internationalen und transdisziplinären Forschungsprojetes ClimArt.

Internationales Forschungsprojekt ClimArt 2014 – 2018

Ch. Klöckner/E. Hertwich, Universität Trondheim (N), J. Borner/ M.Zienert, KMGNE (D), E. Kintisch, Science-Magazin (USA), Sam Jury, D. Buckham Cape Farewell (UK),J. Swimm, Pensilvania State Universität (USA), P.C. Stern, Nationale Akademie der Wissenschaften (USA), P. Huybers, Harvard-Universität (USA).

ClimArt Goes to Summerschool | Wie kommuniziert man Nachhaltigkeit?

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Klimawandel ist in aller Munde und schon längst ist das Thema – von der Öffentlichkeit mehr oder weniger wahrgenommen – von der Wissenschaft in der Kunst (u. a. Cape Farewell) angekommen. Eine der spannendsten Fragen ist in diesem Zusammenhang: Wie muss Klimakommunikation gestaltet werden, damit Menschen nicht nur aufgerüttelt werden, sondern auch ihr klimaschädigendes Verhalten ändern? Wissenschaftliche Fakten vermochten dies bisher nicht. Welche Kommunikationsarten und –mittel können die „Große Transformation“, also den Wandel der derzeitigen auf fossilen Brennstoffen beruhenden Wirtschaft in eine nachhaltige klimafreundliche Welt,  beschleunigen? Diese Fragen stellen sich Forscher*innen aus Norwegen, den USA und Deutschland bis 2018 in dem internationalen und trans-disziplinären Forschungsprojekt ClimArt.

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Wie kommuniziert man am effektivsten eine nachhaltige Zukunft?

Ende diesen Jahres findet mit Paris COP21 der größte Weltklimagipfel – und vielleicht der entscheidendste auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft – statt. Anlässlich des Gipfels werden derzeit zahlreiche Aktionen von Künstlergruppen, Umweltaktivisten und vielen mehr geplant. Wirtschaft und Politik, aber vor allem auch der Bevölkerung  muss die Dringlichkeit zur Veränderung klar gemacht werden, damit sie daraufhin Nachhaltigkeit aktiv in ihrem Alltag leben.

Dazu wurden im Rahmen von ClimArt zunächst existierende Klimakommunikationsformen und –Projekte untersucht. Im Prinzip soll handlungsauslösende „Werbung“ für eine grüne Zukunft erforscht und später verwirklicht werden. Anders als in der Werbung wird jedoch nicht zum Kauf eines bestimmten Produktes aufgefordert, sondern zu verändertem Verhalten z. B. Rad statt Auto, Recyceln statt Neukauf etc. Die Methoden zur Erforschung der „Werbewirkung“ sind allerdings ähnlich und so sollen u. a. Eye-Tracking und Fragebögen verwendet werden. Im Anschluss an das Forschungsprojekt wird ein Stipendium an eine*n Künstler*in zur Verwirklichung effektiver „ClimArt“ vergeben.

ist zwar total Kaff hier_aber ich_mag es!

Kunst im Rahmen der Sommeruniversitäten 2014

Das KMGNE ist Mitinitiator von ClimArt und veranstaltet zwei jährlich in Karnitz (Neukalen, Mecklenburg-Vorpommern) stattfindende Sommerunis, die in diesem Jahr entscheidend zum Forschungsprojekt beitragen werden. In den zahlreichen Workshop wird es vor allem um transmediales Storytelling im Bereich Klima- und Nachhaltigkeitskommunikation gehen. Die Wirkung der in Gruppenarbeit erstellten Arbeiten soll dann in einem der umliegenden Orte an einer breiten Bevölkerungsschicht getestet werden. Gleichzeitig wird die Wirkung der persönlichen Erfahrungen im Vergleich zu sonst stark kognitiv geprägter Wissensvermittlung ergründet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Form von Essays und Dokumentation der Reaktionen auf die  Klima-Kunst in das Forschungsprojekt mit eingebracht.

Innerhalb von ClimArt spielen auch alternative Zukunftsszenarien eine Rolle. Die Zentrale Frage hier ist, wie wollen wie als Menschheit bis in 30 oder 50 Jahren  gelebt haben wollen? Während des  am 12.09.2015 stattfindenden JugendKreativFestivals, über mögliche Zukunftsszenarien von Mecklemburg-Vorpommern aus Sicht von Jugendlichen, wird ein Kunstwerk entstehen, welches auf diesen Aspekt Antworten geben kann und in das Forschungsprojekt mit einfließen soll.

#fokusland | Das Millenium wird nachhaltig – Von den Millenium zu den Sustainable Goals

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Globales lokal denken

Betrachtet man die Ursachen, Auswirkungen, sowie potentielle Lösungen der globalen Umweltprobleme, so sind diese auf unterschiedlichen Ebenen und bei unterschiedlichen Akteuren angesiedelt. Lokale Themen gewinnen so die Dimension globaler Probleme. So auch in der Agrarindustrie. Eine  nachhaltige Landwirtschaft beispielsweise steht u.a. in Zusammenhang  mit der Verfügbarkeit und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser, dem  Schutz terrestrischer Ökosysteme sowie nachhaltigen Produktions- und Konsummustern.

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Die  biologische und die traditionelle bäuerliche Landwirtschaft, die zwar  weniger Masse produziert, dafür aber schonender mit den begrenzten  Ressourcen umgeht,  ist, langfristig gesehen, deswegen die Zukunft. Eine flächendeckende Nahversorgung mit regionalen Lebensmitteln von  kleinbäuerlichen Betrieben, deren Förderung und eines klares “Nein” zum  Transatlantischen Handelsabkommen (TTIP) sollte daher oberstes Anliegen in der nationalen Umsetzung der neuen Ziele für nachhaltige Entwicklung, der Sustainable Development Goals (SDGs) darstellen.

Die Grundlage für die Erreichung der SDGs ist somit auch ein Wirtschaftssystem, welches nicht auf den kapitalistischen Maximen des ständigen Wachstums und des Wettkampfes gegeneinander aufbaut. Außerdem ist es problematisch, dass wir Entwicklung immer noch verstärkt als wirtschaftliche Entwicklung und somit umsatzorientiert, denken und weniger als soziale Entwicklung. Es muss dementsprechend eine Transformation zu einem Wirtschaftssystem stattfinden, welches menschliche Arbeit  wertschätzt, Ressourcen schont und trotzdem einen  guten Lebensstandard für alle bietet. Solch eine Transformation ist keine Utopie, sondern möglich. Europaweit sprießen Grass Root Movements, wie “Transition Towns” die genau diese Ziele verfolgen.

Politische Bildung in allen Ländern ist daher von Bedeutung um kritisches Konsumbewusstsein und partizipative Einmischung der Zivilbevölkerung zu stärken, um gemeinsam Forderungen an Politik und Wirtschaft stellen zu können und um gemeinsam darüber zu philosophieren. Die SDGs sind ein Schritt in die richtige Richtung, vorausgesetzt, dass sie übergreifend gedacht und verbindlich für alle Nationen verhandelt und umgesetzt werden.

Wer oder was sind SDGs?

Die 17 Sustainable Development Goals sind die baldigen Nachfolger der Millenium Development Goals (MDGs) welche schon im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen  verabschiedet wurden. Inhaltlich sind die neuen Ziele breit gefasst: Neben der  Armutsbekämpfung werden auch Aspekte wie nachhaltige Konsum-  und Produktionsmuster, der Klimaschutz sowie  friedliche und inklusive Gesellschaften thematisiert. Mit den SDG’s werden auch wir in Deutschland in die globale Verantwortung genommen. Sie gelten gleichermaßen für alle Länder –  ob  ökonomisch arm oder reich. Da mittlerweile die globale Mittel- und Oberschicht den größten ökologischen Fußabdruck verzeichnet, resultiert, dass alle Staaten „gemeinsame, aber unterschiedliche Verantwortlichkeiten“ übernehmen müssen. Außerdem sollten die SDGs an den entsprechenden Beitrag zur Verursachung der Umweltprobleme und an den Entwicklungsstand einer Nation angepasst werden. Was das bezüglich einzelner SDGs bedeuten kann, soll im Folgenden diskutiert werden.

Der Konsument hat die Macht! Oder?!

SDG 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.  

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Konsum ist tief im Alltag verankert: Tagtäglich treffen wir viele Entscheidungen, die mit Konsumfragen zusammenhängen. Dabei wird in einem Großteil der westlichen Gesellschaften der Wohlstand insbesondere über den Konsum definiert, die Freiheit des Konsums zelebriert und Konsum als integraler Bestandteil des Lebensstils betrachtet. Das heisst, dass viele Menschen ihre Identität über ihr Konsumverhalten definieren und wenig Bewusstsein dafür mitbringen, welche Auswirkungen dies auf die globalen Ressourcen und  Ökosysteme hat.  Entsprechende Konsummuster zu verändern, stellt deswegen eine große Herausforderung aber auch Notwendigkeit für eine nachhaltige Entwicklung dar.

Der Konsument verfügt über Wahlfreiheit im Alltag und damit über Nachfragemacht, durch welche er Einfluss auf das Warenangebot nehmen kann. Allerdings ist auch der Konsument in gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen eingebettet: Der mündige Bürger kann sich zwar dafür entscheiden Bio und regionale Produkte zu kaufen, aber das Angebot muss auch dementsprechend gegeben sein. Infolgedessen ist es zentral, sowohl Anreize auf Seiten der Konsumenten als auch der Produzenten zu setzen.

Die Politik ist hier gefordert, steuernd  in die regionale Wirtschaftsförderung wie auch entsprechende Richtlinien einzugreifen.Ein falscher Schritt wäre es dagegen, Regulierungen und Kontrollen aufzugeben und den freien Markt zu öffnen. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass eine nachhaltige Produktion ein verändertes Konsumverhalten nicht ersetzen kann.

Dementsprechend müssen den Konsumenten glaubwürdige und fundierte Informationen frei und leicht zugänglich, in einer anschaulichen und verständlichen Form, zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt ist dabei Bildung, ausgerichtet auf eine Problematisierung des eigenen Konsumverhaltens und eine Darstellung alternativer Verhaltensweisen, von zentraler Bedeutung. Weil der mündige Bürger allerdings angesichts einer Flut von vielfältigen Informationen überfordert sein kann, sind staatliche Regulierungen und Kontrollen äußerst wichtig und beispielsweise das Transatlantische Handelsabkomen (TTIP) keine Option.

Letztendlich bedeutet Konsum ein Bewusstsein dafür: Was brauche ich wirklich? Was will ich, warum? Dieses Bewusstsein muss sich einerseits in der Gesellschaft und Wirtschaft herausbilden, aber im ersten Schritt bei jedem selbst.

Nahrung ist genug für alle da! Oder?!

SDG2: Hunger beseitigen, Ernährungssicherheit und verbesserte Ernährung erreichen, eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.

Grundsätzlich liegt das Problem der heutigen Nahrungsmittelproduktion nicht primär in der Produktionsmenge – pro Tag wird laut UNCTAD mit 4.600 Kalorien pro Kopf global fast doppelt so viel Nahrung produziert, wie für eine gesunde Ernährung benötigt wird. Vielmehr liegt es in der Frage der Verteilung sowie der nachhaltigen Produktion. Es geht also nicht darum, immer mehr und mehr zu produzieren, sondern dafür zu sorgen, dass jeder Mensch auf dieser Erde Zugang zu gesunder Nahrung hat.

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Die industrielle Landwirtschaft, welche aber eben diesem Prinzip folgt, hocheffizient auf Massenproduktion sowie Monokultur setzt und global immer weiter expandiert, kauft weltweit vor allem in den Entwicklungsländern zunehmend günstiges Land, um noch mehr und noch billiger produzieren zu können. Die Folge: Obwohl die bäuerliche Landwirtschaft vielerorts den lokalen Bedarf an Nahrungsmitteln befriedigen könnte, wird sie dennoch zunehmend von einer auf globalen Handel ausgelegten Lebensmittelindustrie verdrängt. Hinzu kommt, dass internationaler Import und Export lokale Märkte zerstört.

Diese Zusammenhänge weisen klar auf die Interdependenz zwischen lokaler, nationaler und internationaler Handlungsebene hin. Unser Handeln hier hat vielfältige Auswirkungen in unterschiedlichen Regionen der Erde. Die SDGs, wenn sie richtig verhandelt werden, können dazu beitragen, dass auf individueller und politischer Ebene nachhaltige Entscheidungen bevorzugt getroffen werden. Damit tragen sie zu einer besseren Zukunft für uns alle bei.

#fokusland | SDGs & Ländlicher Raum

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Anfang des Jahrtausends wurden die Milleniumsentwicklungsziele von der UN und anderen Organisationen beschlossen, um eine Orientierung für die globale Politik zu schaffen. Einige Ziele, wie die Halbierung des globalen Hungers, wurden erreicht – andere nicht. Neue globale Herausforderungen verlangen nun nach neuen Leitlinien und Perspektiven. Darum werden Ende dieses Jahres die Sustainable Development Goals (SDGs) die alten Ziele ablösen. In diesem Beitrag wollen wir einige ausgewählte SDGs, die uns am Wichtigsten erscheinen, näher beleuchten.


SDG 3: Ein gesundes Leben sicherstellen und das Wohlergehen aller Menschen in allen Altersgruppen fördern

(Katja)

Dieses Thema haben wir gewählt, weil es zwei in unserer Gruppe wichtig erschien. Das Ziel, ein gesundes Leben und Wohlergehen aller Menschen in allen Altersgruppen zu fördern, klingt erstmal her und wird sicher von wenigen als nicht erstrebenswert angesehen. Es degradiert aber auch schnell zur Sprachblase und muss mit konkreten Überlegungen mit Leben gefüllt werden. Es ist ein Thema, das viele andere Ziele miteinschließt, weil z. B. ein gesundes Leben bei hohen Schadstoffbelastungen in der Umwelt nicht möglich ist und auch relativ ausgewogener Ernährungsgewohnheiten bedarf. Dem weiten Begriff des allgemeinen Wohlergehens gerecht zu werden verlangt auch eine demokratische Gesellschaft in der Menschen auf verschiedenste Weise andersartig sein können. Eine Gesellschaft, die jedem  Menschen unabhängig von seinen Gaben oder gesellschaftlicher Herkunft die Möglichkeit gibt, sich zu beteiligen, und Unterstützungsformen hierfür schafft.

Sind wir in Deutschland diesem Ziel in den letzen 30, 40 Jahren näher gekommen? Oder ist es eher umgekehrt und wir verlernen immer mehr, was es heißt, sich wohl zu fühlen?

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Gesundheit Krankenhaus Stethoskop @Pixabay

Die Zahl der Langzeiterkrankungen nimmt nicht ab, sondern zu. Den Menschen fällt es schwer, bis 65 Jahren im Arbeitsleben zu bleiben. Immer mehr Kinder bekommen Ritalin verschrieben, um schulfähig zu bleiben, immer mehr Erwachsene nehmen Aufputsch- oder Beruhigungsmittel, um fit für den Beruf zu bleiben. Alte Menschen vereinsamen. Kinder vielleicht auch. Jedenfalls kommen bis zu 30 % von Mobbing Betroffene in der Schule nicht von ungefähr.

Wohlstand und Wohlbefinden – bezeichnen diese Worte zwei Pole einer möglichen Entwicklung? Oder muss Wohlstand etwas lernen, um in Bewegung gesetzt zu werden, und sich zu Wohlbefinden zu entwickeln?

Der Lebensraum Land bietet viele Voraussetzungen, damit Menschen sich wohlfühlen und gesünder werden. Begegnungsflächen, überschaubare Zugehörigkeitsmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Verwirklichung und Lebensraum. Doch in den letzten 30 Jahren ist dort vermehrt Infrastruktur abgebaut worden und wenn kein Umdenken geschieht, verschwinden in vielen ländlichen Regionen in den nächsten 10 Jahren noch mehr Basisstrukturen. Gesundes Leben und Wohlergehen aller Menschen in allen Altersgruppen ist nicht möglich ohne  eine flächendeckende Versorgung mit Lebensmittelläden, Krankenhäusern und Notfalldiensten Es fehlt an genügend Personal für die Betreuung von älteren Menschen. Außerdem gibt es immer weniger Kinder,  Betreuungsangebote für die verbliebenen tragen sich oft finanziell nicht und werden eingestellt, ein Grund für die Eltern, wegzuziehen in die Stadt. Sporteinrichtungen werden geschlossen und  zweckentfremdet.

Noch mehr Grund wegzuziehen, es ist ja nichts mehr los. Es braucht neue Konzepte einer Wohn- und Helfer-Kultur in Stadt und Land. Wie kommen wir zusammen und wie sorgen wir dafür, dass es allen gut geht? Letztendlich sieht dies in der Stadt nicht anders aus. Auch da braucht es kleinräumige Organisationen, damit die Menschen sich wiederfinden können. Bücherei, Sport und Begegnungsstätten müssen mehr oder weniger fußläufig zu erreichen sein, wenn sie denen  zugänglich sein sollen, die sie am meisten brauchen. In Bezug auf diese Fragen gibt es sicher schon einiges an Ideen, vieles wurde ausprobiert und es gibt damit Erfahrungen, was im größeren Rahmen funktionieren könnte und was nicht. Dass wir in Deutschland in vielen Fragen des allgemeinen Wohlbefindens nicht weiter sind als vor 30 Jahren zeigt, dass wir  in dieser Beziehung voll Entwicklungsland sind. Neue Wege, neues Denken brauchen. Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir anderen Ländern vorzuschreiben versuchen, wie sie ihre Entwicklung gestalten sollen. Deutschland ist selbst erst auf dem Weg in eine nachhaltigere Entwicklung.


SDG 13: Unverzüglich Maßnahmen gegen den Klimawandel und seine Folgen ergreifen

(Anne)

Globaler Focus

Der Klimawandel stellt eine aktuelle, reale Gefahr für die Menschheit und den aktuellen Lebensstil unzähliger Menschen dar. Einige Prozesse sind bereits unaufhörlich voran geschritten.

Der Meeresspiegel steigt bereits jedes Jahr um einige Millimeter, mancherorts wurden bereits große küstennahe Gebiete vom Meer verschluckt.

Die Temperatur hat sich seit der Industrialisierung bereits um 1°C erhöht und Bauern, Naturschützer und Fischer sind die ersten, die die Auswirkungen spüren.

Langsam fangen auch die Städter in ihren künstlichen Konsumtempeln an zu realisieren, dass es da draußen eine hausgemachte Bedrohung gibt, die größer, mächtiger, gefährlicher und unsicherer ist, als jeder Terrorist oder Krimineller es je sein wird.

  • Wenn abzusehende Bedrohungen und Gefahren bereits jetzt angegangen werden, können schlimmere Folgen für Leib und Leben besonders der Menschen in den südlichen Ländern eingedämmt werden.
  • Wenn der CO2-Ausstoß jetzt verringert wird, kann ein extremerer Temperaturanstieg noch abgemildert werden.

Jedes Grad Temperaturanstieg, welches verhindert wird, ist ein Gewinn.

Focus ländlicher Raum in Deutschland (Mecklenburg Vorpommern)

Windparklandschaft in Mecklenburg

Windparklandschaft in Mecklenburg @Philipp Hertzog

Deutschland sieht sich gern als Vorreiter der globalen Klimapolitik und versucht mit der “Energiewende” ein Zeichen zu setzten. Dieses Programm bezieht sich oft leider nur auf technische Maßnahmen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Möglichkeiten dem Klimawandel entgegenzutreten.

Die Moore in Mecklenburg-Vorpommern müssen geschützt bzw. in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden.

Flächen von Tagebauen müssen renaturiert bzw. eine weitere Zerstörung der Böden durch Minen verhindert werden.

Häuser nahe Überflutungsgebieten von Flüssen usw. dürfen nicht gestattet werden, um spätere finanzielle Hilfen durch den Staat im Katastrophenfall zu vermeiden.

Nicht nachhaltig bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen sollten durch Förderungsprogramme in Ökolandbetriebe umgewandelt werden, die weniger Treibhausgase ausstoßen.

Eine medizinische flächendeckende Versorgung, sowie andere Notdienste und die Erstellung von Hitzewellen- sowie Kälteeinbrüche-Reaktionsstrategien sind essenziell.

Bereits durch diese Maßnahmen, als Ergänzung zur Energiewende, kann der ländliche Raum in Deutschland dem Klimawandel den Wind aus den Segeln nehmen.


SDG 15: Terrestrische Ökosysteme bewahren und wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, die Wüstenbildung bekämpfen, Landdegradation und den Verlust der Artenvielfalt beenden und umkehren 

(Susanne)

Artenvielfalt ist die Grundlage unserer Ernährung: Tausende miteinander in Verbindung stehende Arten bilden das lebendige Netz der Biodiversität innerhalb der Ökosysteme, auf denen die Lebensmittelproduktion beruht. Mit dem Verlust der Biodiversität verlieren wir die Möglichkeit, uns Veränderungen wie Bevölkerungswachstum und Klimawandel anzupassen.

Globaler Kontext

1992 hat die Weltgemeinschaft das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) verabschiedet mit dem Ziel, weltweit dem dramatischen Verlust an Arten, Lebensräumen und genetischer Diversität zu begegnen. Im Fokus sind Tiere, Pflanzen, Lebewesen in Gewässern sowie die Ökosysteme der Böden und Wälder.

Die  Vereinten  Nationen  haben  die  Jahre  2011-2020  zur  UN-Dekade  der  biologischen  Vielfalt  ausgerufen.  Durch  vielfältige  Maßnahmen  und  Programme  sollen mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sensibilisiert werden. Das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt und die Verantwortung  für  deren  Schutz  und  nachhaltige  Nutzung  soll  gefördert  werden.  Ziel  der UN-Dekade  zur  biologischen  Vielfalt  ist  es,  dass  staatliche  und  nicht-staatliche  Akteure  gemeinsam  dazu  beitragen,  die  biologische  Vielfalt  auch  für  die  Zukunft  zu bewahren. Im Verlauf der UN-Dekade soll international und national Bilanz gezogen werden.

Fokus Deutschland

Deutschland hat im Jahr 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt im Bundeskabinett beschlossen (BMU 2007). Der Indikatoren Bericht 2014 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt dokumentiert, wie weit wir in Deutschland von der Erreichung der selbstgesteckten Ziele entfernt sind.

Maßnahmen

  • Förderung des ökologischen Landbaus

Der ökologische Landbau trägt in besonderem Maße zur Erhaltung der biologischen Vielfalt  sowie  zur  Förderung  regionaltypischer  Kulturlandschaften  bei.  Die  ökologische Bewirtschaftung  führt  u.a.  zu  einer  höheren  biologischen  Aktivität  im  Boden, schont  das  Bodengefüge  und  verringert  Bodenverluste.  Die  dadurch  gesteigerte Wasserspeicherkapazität  des  Bodens  trägt  zusätzlich  zum  Schutz  vor  Hochwasser bei und die Erosionsgefahr sinkt.

  • Marktwirtschaftliche Instrumente nutzen

Labelling bis hin zur Förderung von Akteurs Kooperationen und freiwilligen Selbstverpflichtungen (inklusive große Handelsketten) zu Unterstützung der  Agrobiodiversität. Im Bereich der verarbeitenden Industrie und des Handels liegt die wesentliche Herausforderung darin, deren Nachfrage nach einer größeren Tier- und Pflanzendiversität anzuregen. Kooperationen entlang der Lebensmittelkette, beispielsweise von Unternehmen und Erhaltungsinitiativen, können diese Nachfrage befördern.

  • Sensibilisierung der Gesellschaft

Die Verankerung des Themas in Schulen, in der landwirtschaftlichen Ausbildung und in der allgemeinen Öffentlichkeit ist daher ein weiteres Element einer Vorsorgestrategie. Modellhöfe (z.B. Schelphof in Bielefeld), Hofbesichtigungen, Verkostungen

  • Entwicklung ländlicher Räume und regionaler Tourismuskonzepte 
  • Agrarpolitischen Rahmenbedingungen

Beispielsweise würde ein vollständiges Grünlandumbruchverbot einen wirksameren Schutz des Grünlands ermöglichen. Hier möchte ich Einspruch erheben und um Änderung bitten. Dauergrünland ist wichtig aber Grünlandumbruch ist oft eine sinnvolle Maßnahme gerade um Grünlandbetriebe produktiv zu halten und noch mehr um Humusaufzubauen.

Grünlandumbruch ist zwar isoliert gesehen humusabbauend aber nur wenn Grünland in der Ackerfläche rotiert kann Humus effektiv aufgebaut werden. Die in Deutschland praktizierte Trennung von Dauergrünland und Ackerland hat dazu geführt, dass die wichtigste und effektivste  Maßnahme des Humusaufbaus, mehrjähriges Kleegras in der Fruchtfolge hier nur wenig praktiziert wird und man allgemein davon ausgeht, das Humusaufbau nur in sehr geringen Schritten möglich ist.

Komposteinsatz unterstützt den Humuseinsatz aber ersetzt nicht die Fruchtfolgewirkung mit integrierter Fruchtfolge. Da die Artenvielfalt sich gerade in Randgebieten manifestiert wäre eine mindestens ebenso wirksame Maßnahme die Etablierung von ordentlichen Schutzstreifen am Ackerrand. Das dient dann auch gleichzeitig dem Gewässerschutz.

Mir bleibt echt jedes Mal das Herz stehen wenn ich sehe wie in Deutschland immer noch bis Geldrand gepflügt wird. 1m Schutzstreifen sollte Minimum sein, drei Meter wäre besser ( mit Ausgleichszahlungen) Auch müssen die ökologischen Vorrangflächen auf dem Acker sowohl quantitativ als auch qualitativ hinsichtlich ihrer Wirkungen auf relevante Arten hin optimiert und ambitionierte Vorgaben für die Anbaudiversifizierung gemacht werden.

Neben der Artenvielfalt ist es wichtig die Sortenvielfalt sicherzustellen und zu fördern. da sieht es sowohl im Tier und Pflanzenreich gerade sehr schlecht aus. Solange die Landwirte nach größter Menge bezahlt werden wird das sich nur verschlimmern, weil die Ertragsreichsten Sorten einfach am interessantesten bleiben. Dies gilt auch für den Ökolandbau, der seinem Anspruch auf Erhalt der Artenvielfalt nur noch begrenzt gerecht wird.

Erste Hilfe würde die Einführung einer Ausgleichszahlung bringen die Ökobetriebe zahlen müssen, wenn sie nicht Ökosorten oder Ökotiere einsetzen. Durch diese Ausgleichszahlung würde der Teufelskreis unterbrochen, der seit Jahren dazu führt das Ökobetriebe nicht Ökosaatgut und Tiere einsetzen. Die sind billiger und erwirtschaften oft auch mehr.

  • Finanzmittel in ausreichendem Umfang für ein biodiversitätsförderndes Management agrarisch genutzter Flächen bereitstellen
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Waldkauzästling @bartbblom/Flickr/uil

Mit Maßnahmen auf Ackerstandorten kann die kleinstandörtliche Heterogenität erhöht werden. Dies kann mit Hilfe von Pufferstreifen  (Ah da sind sie ja.-) um Landschaftselemente und Äcker oder die Integration von Extensiv-Flächen in leistungsfähige konventionelle und ökologische Nutzungssysteme geschehen.

Umgekehrt kann auf Böden mit niedrigen Bodenpunkten („schlechtere landwirtschaftliche Böden“) das gezielte Management von Ackerbrachen einen wirksamen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität gerade in Grenzertragsregionen leisten. In allen Fällen müssen aber mit den Förderprämien deutlich höhere finanzielle Anreize gesetzt werden.

  • Erhaltung artenreichen Grünlandes 

Durch extensive Weidehaltung mit Schafen, Ziegen und Rindern.

  • Naturnahe Wälder

Mehr Alters- und Zerfallsphasen zulassen, bei der Baumartenwahl die potenzielle natürliche Vegetation vermehrt zu berücksichtigen und Totholz gezielt weiter anzureichern. Die Anzahl von Biotopbäumen muss erhöht werden. Die finanzielle Honorierung von Naturschutzleistungen muss hierfür auch für Waldflächen in Privatbesitz Anreize setzen, da knapp die Hälfte des Waldes Privatwald ist.

Darüber hinaus ist die Etablierung von Wäldern mit natürlicher Entwicklung hin zu 5 % der Waldfläche weiter umzusetzen. Zudem ist auf eine ausreichende Vernetzung ungestörter und naturnaher Wälder im Rahmen des Biotopverbundes hinzuarbeiten, wie er im Bundesnaturschutzgesetz für 10 % der Fläche vorgesehen ist. Damit wird Arten mit großen Raumansprüchen wie z. B. Luchs und Wildkatze eine Möglichkeit gegeben sich auszubreiten.

  • Bau von Grünbrücken und anderen Querungshilfen

Mit dem Bau von Grünbrücken und anderen Querungshilfen können erfolgreich Lebensräume wieder miteinander verbunden und Gefahrenstellen für den Straßenverkehr entschärft werden. Aus diesem Grunde ist es wichtig, das im Februar 2012 von der Bundesregierung beschlossene Bundesprogramm Wiedervernetzung schnellstmöglich umzusetzen und dafür zu sorgen, dass von dem bestehenden Straßennetz keine erheblichen Beeinträchtigungen auf die biologische Vielfalt mehr ausgehen.

  • Gewässerstrukturen verbessern

Die Längsdurchgängigkeit für Fische und andere Organismen muss wiederhergestellt und die Auen wieder an die natürliche Wasserführung der Flüsse (Hoch- und Niedrigwasser) angebunden werden. Ehemalige Auenflächen, die durch Deichbau oder durch Vertiefung der Gewässer von der Dynamik des Flusses abgeschnitten worden sind, müssen durch möglichst großflächige Deichrückverlegungen oder durch Anhöhungen der Gewässersohle wieder angeschlossen werden

 Der Punkt mit den Gewässerstrukturen ist sicher wichtig, aber irgendwie habe ich das Gefühl, das so ausgedrückt gleichzeitig Lebensraum von Menschen etc. genommen wird. Deiche sind ja auch wichtig damit die Menschen die dahinter wohnen sich sicher fühlen können. Könnte es da helfen Auen-Gebiete auszuweisen die nicht im Widerspruch sind, z. B. durch Renaturierung von Flussläufen?

  • Die Anerkennung zusätzlicher Biosphärengebiete durch die UNESCO kann helfen, dem SDG 15 näher zu kommen.
  • Netzwerke und Initiativen unterstützen

Für Ökologie und Nachhaltigkeit muss man nicht zwingend das Rad neu erfinden: Gesunder Menschenverstand und die Unterstützung von bzw. das Engagement in bereits bestehenden Organisationen und  Initiativen können hier weiterhelfen: 2015 ist z.B. das UN-weite Jahr des Bodens, um eben die fortschreitende Zerstörung dieser Lebensgrundlage einzudämmen. Slow Food ist eine inzwischen internationale Initiative, die sich für die Aspekte des SDG 15 einsetzt. Es gibt das Europäische Netzwerk von Biokommunen: Die Bio-Städte, -Gemeinden und -Landkreise setzen sich zum Ziel, den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung verstärkt zu fördern.

Gesellschaftlichen Initiativen wie Urban Gardening, Lebensstile wie der der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) können genutzt werden, um das Bewusstsein für die Förderung der Vielfalt der Arten und Ökosysteme zu nutzen.

Und im Zweifel hat jeder ein Fleckchen Erde, auf dem er eine bedrohte Pflanzen- oder Tierart anbauen oder halten kann, Paten werden. . .


Das Wohlergehen aller Menschen, die Bekämpfung des Klimawandels und weitestgehender Arten- und Naturschutz bilden für uns das Fundament zukünftiger globaler Politik. Ohne die Vielfalt der Arten werden Nischen der Ökosysteme nicht mehr bedient, stocken Kreisläufe und kollabieren letztlich Ökosysteme, die das Fundament für das Wohlergehen der Menschen bilden. Wird jetzt nichts gegen den globalen Klimawandel getan, ist die Lebensgrundlage aller Wesen auf diesem Planeten bedroht.

Wir hoffen, dass die neuen Leitlinien nicht nur die globale Politik beeinflussen, sondern auch die Wertschätzung und das Bemühen der Menschen um eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen  stärken.

Importance of communication

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freestockphoto from picjumbo

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At the beginning of July a seminar has been held in a Centre providing superior academic programme to foreign students. This seminar has enabled students from the United States to become familiar with the vast topic of global challenges (i.e. climate change and sustainable development) but also the great transformation.

By showing some short videos, that have been done mostly by former students from KMGNE, the issue of climate change could be addressed and at the same time it was possible to establish a dialogue with the students. Indeed it is easier to make people understand and react with short stories. It was really interesting to see their reactions, some of them were already expected but some others were really surprising. According to the students, some videos wouldn’t have been suitable for the American audience because it was judged as too sensitive for example, or wouldn’t have worked if the people were not already familiar with the topic. Videos which were dealing with the topic of climate change in a positive or humorous way generally won unanimous support. They were judged as more effective. Once again it made me realize how communication is a powerful and really useful tool to spread a short message about a specific topic. The only thing is that you need to find the right way to do it to touch the audience.

It was also really astonishing to hear that a big part of the population still doesn’t believe that human activities have a (negative) impact on climate change. That’s how you realise that communication is something really important. They also discuss about the differences between German and American in terms of culture, habits, etc. Even if both societies are educated in a western style, it appears that they are both quite different.  For instance, one of the student calls the American culture to mind. It is said to highlight the individual freedom more than other countries meaning that decisions, choices, goals, etc. are considered as an individual’s responsibility rather than as a group. In that way, as they might have different ideas it can be more difficult to gather people around the same topic because they are expected to follow and take into account their own decisions and goals.

We also talked about technology innovation, the role that it plays in society and how it has changed society for the last decades.

In the end, this discussion with the students was offering a wealth of information for both parts which reinforces the idea that interdisciplinarity as well as transdisciplinarity are more and more needed if we want to bring some changes in society.

Eine unbequeme Wahrheit | Anne K.

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Seit dem Film von Al Gore vor 10 Jahren hat sich die gesellschaftliche Diskussion über den Klimawandel und den globalen Wandel insgesamt gewandelt. Als Kind der “Generation Y” frage ich mich nicht nur, wie will ich in Zukunft arbeiten und wie will ich leben – ich frage mich auch, wie werden und wollen wir alle  – damit meine ich die Spezies Mensch insgesamt – leben!

Schüler, Student, Change Agent

Ich studierte zunächst Wirtschaftskommunikation in meiner Heimatstadt Berlin und lernte die komplexen Beziehungen und Prozesse zwischen Wirtschaft, Medien und Gesellschaft kennen. Die Macht der Medien und der Wirtschaft auf Politik – und damit die Zukunft meiner Generation empfand ich erst als erschreckend. Warum nicht Medien und Wirtschaft nutzen, um selbst mit zu gestalten?

In meinem derzeitigen Studiengang Global Change Management in Eberswalde, geht es vor allem um das Begreifen komplexer Systeme und globaler Veränderungen. Die Anthroposphäre und Ökosphäre sind nicht getrennt, sondern eins. Die Gesellschaft und Wirtschaft sind auf die Umwelt angewiesen und können ohne sie nicht existieren. Der Wald braucht dagegen keine Förster und funktioniert trotzdem.

Die Party geht weiterBerlin | Business-as-Usual trotz Klimawandel

Die Welt ist mit der Globalisierung unübersichtlicher geworden und  zahlreiche Prozesse haben sich beschleunigt. Im Fernsehen geht es darum wie man die beste Figur auf dem Laufsteg macht, in Zeitschriften wie man fit für den Sommer wird, in der Zeitung um den neuesten Promi- oder Politiker-Skandal und im Internet um Handzeichen der jungen Elisabeth II. Aber wer redet von morgen?

In Bonn wurden und in Paris werden dieses Jahr Weichen für unser aller Zukunft gestellt. Es geht um Fragen wie:

  • Wie können mehr Menschen weniger konsumieren?
  • Wie bekommen wir 10 Mrd. Menschen satt?
  • Wohin siedeln wir die vom Meeresspiegel-Anstieg bedrohten Menschen hin um?
  • Wie sollen die Menschen in Städten versorgt werden?
  • Welche Tier- und Pflanzenarten sind noch zu retten?
  • Wohin mit all dem Müll?
  • Was muss gegen den Klimawandel getan werden, damit es uns in 100 Jahren noch gibt?
  • Was sind wir bereit aufzugeben, um zu retten, was noch zu retten ist?

Ist es Ignoranz, dass keiner darüber redet? Sind diese Fragen und die damit verbundenen Forderungen zu “unbequem”? Man läuft durch Berlin, bekannt durch seine Partys und im Moment großer Touristenmagnet: Den Blick auf ihre Smartphones gesenkt rennen viele zur nächsten Party, zum nächsten Event, zum nächsten “Place-to-be”.

  • Sieht jemand die vertrocknenden Bäume in der Stadt, die unter Schädlingen ächzen, weil es in Berlin schon jetzt trockener und bald ca. 2°C wärmer ist?
  • Entscheiden sich Wohnungssuchende für Wohnungen mit Blick zum Innenhof, weil Dachgeschosse zu Backöfen werden?
  • Denken die Menschen in den Autokolonnen morgens 7:00 auf der Frankfurter Allee über das Absaufen der Malediven und den Kollaps der Meere nach?
  • Denken die KaDeWe Kunden am Nespresso-Stand über den Müllstrudel im Pazifik nach?

Zurück auf Null

Für mich ist es an der Zeit wirklich umzudenken, auch wenn ich gern in den Urlaub fliege etc. pp. Die Party ist vorbei, was nicht heißen soll, dass nun der Spaß aufhört! Spaß mit Verantwortung, mitgestalten und kooperieren, kommunizieren und austauschen, umdenken, neu denken und umschmeißen – das müssen unsere Parolen sein!

Während meines Praktikums bei KMGNE möchte ich meinen Beitrag zur kreativen Neugestaltung der Zukunft leisten und weiterhin so viel wie möglich über unsere Welt lernen. Andere aufzuklären und aufmerksam zu machen ist dabei auch ein Beitrag. Zukunft und nachhaltige Entwicklung gestalten kann jeder – los geht´s!

J. Borner | Große Transformation und ihre Kommunikation

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Tagung am 1. und 2. Juni 2015 | Große Transformation und ihre Kommunikation  | Ein Change-Prozess im Schatten der Medien

Veranstalter: Dr. Michael Hartmann, Evangelische Akademie zu Berlin
Manfred Ronzheimer, Wissenschaftsjournalist, Berlin
Roland Zieschank, Forschungszentrum für Umweltpolitik, Freie Universität Berlin

Eine Replik von Joachim Borner

Der Ansatz:

„Seitens der Wissenschaft gibt es zahlreiche Studien und Belege für die These, dass grundsätzliche Veränderungen im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und den globalen Lebensgrundlagen dringend geboten sind. Der Terminus „Große Transformation“ kommt aus der Wissenschaft und beschreibt diese Herausforderung.

Entsprechende Empfehlungen aus der Wissenschaft, zahlreichen politischen Think Tanks, Räten und Kommissionen und daraus folgende Veränderungsstrategien werden indes von der Politik nur in Ansätzen aufgegriffen. Ein Beispiel ist die Enquete-Kommission des Bundestages Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität (2011–2013), aus der bislang keine konkreten politischen Umsetzungsmaßnahmen hervorgingen.

Auch in den Medien sind die Große Transformation und die „Grand Challenges“, denen sich die Gesellschaft heute und künftig zu stellen hat, kein großes Thema. Dieses mediale Desinteresse hat allerdings Wirkung – über das fehlende thematische Agenda-Setting hinaus. Der Gesellschaft geht damit ein wichtiger Reflexions- und Verhandlungsraum für ihre Zukunfts-Herausforderungen verloren.

  • Die zentrale These der Veranstaltung lautet daher: Weil die Medien die Transformations-Themen nicht ausreichend aufgreifen, kommt der Umsetzungsprozess in Stocken. Und im Umkehrschluss: Wird die Kommunikation in Richtung einer gesellschaftlichen Umorientierung verstärkt, befeuert das konkrete Veränderungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Defizite bei der Umsetzung der „Großen Transformation“ werden nur aufgedeckt, wenn die Gesellschaft auch den Diskurs über eine erfolgreiche Kommunikation (wieder) aufnimmt.“

Was kam rüber?

the Waves

uroburos | pixabay: free photo

 

  • Die Tagung war ein guter Beginn eines Suchprozesses, der die Kommunikation, das kommunikative, kollaborative „Lesen Lernen“ der „großen Transformation“ zum Gegenstand macht. Endlich möchte man sagen; überfällig längst. Denn bei allen Tagungen und Programmen der letzten Zeit, die sich mit nachhaltiger Entwicklung, Klimakultur, Antropozän, Transformation, offener Wissenschaft u.a. befassten wurde als Flaschenhals für Implementierungen bzw. für das Entstehen und das Ausbreiten von „robustem“ Wissen zwar die Kommunikation benannt – war aber nicht oder wenig eigener Gegenstand.

Also hier nun der erste Versuch. Und er brachte eine ganze Reihe von Versatzstücken zu Tage, die es Wert sind strukturiert zu werden.

Ich zähle einige der Herausforderungen auf: Änderung des Deutungsrahmens und Reflektion von Deutungsmacht, Phänomene der Begriffsentleerung, widersprüchlicher Signale und die Akzeptanz von Kommunikationslücken, systemferne Zumutungen wie Suffizienz und Allmende, mediale Resonanzbedingungen wie: „passt in die öffentliche Debatte“, Kombination von Ereignissen, Agenda, Wissensergebnisse; Schaffung paralleler Medienstrukturen, die Kommunikation strategisch und prozessorientiert anlegen, Wissensergebnisse reeditieren, inhaltliche Positionierung, die große Narration verkoppeln mit Einzelthemen/Episoden (das Große muss im Kleinen aufleuchten).

Joachim Borner | KMGNE

Programm der Tagung

“Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.”

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Elbehochwasser 2013 in meiner Heimatstadt Dresden

Elbehochwasser 2013 in meiner Heimatstadt Dresden

Die Welt hat sich verändert, seit Erich Kästner diese Worte formulierte und doch weist die Aussage in ihrer Einfachheit und ihrem Wahrheitsgehalt eine fortbestehende Aktualität auf.

Angesichts des Klimawandels sind schnellstmöglich Taten statt Lippenbekenntnisse gefordert. Ein Umdenken muss auch in veränderten Verhaltensweisen resultieren. Umweltbewusstsein kann nicht durch Geld erkauft, sondern muss durch positiven Verzicht gelebt werden.

Ich weiß, dass all diese Sätze wahr sind. Ich habe kein Auto. Ich esse kein Fleisch. Ich wäre gern durch und durch grün… Aber letztendlich plane ich eine Südostasien-Reise, anstatt eine klimaneutrale Radtour an die Ostsee zu unternehmen, was eine Katastrophe für meine CO2-Bilanz ist. Ich achte beim Einkauf auch auf die Herkunft des Gemüses und Obstes. Dennoch greife ich manchmal zu spanischen Gurken und Tomaten.

Ich möchte gern etwas gegen den Klimawandel tun! Oder, realistischer, zumindest einen kleinen Beitrag dazu leisten… Indem ich mich selbst immer wieder hinterfrage und an mir arbeite. Außerdem möchte ich daran mitwirken, die Aufmerksamkeit der Menschen für dieses Thema zu gewinnen, sie zu sensibilisieren, sie anzuregen etwas zu tun!

Aus diesem Grund fand ich das KMGNE mit den übergreifenden Zielstellungen einer nachhaltigen Kommunikation und neuen Lernkulturen als Praktikumspartner sehr reizvoll.

Zu meiner Person

An mein Abitur anschließend, begann ich Politikwissenschaft zu studieren. Im Rahmen dieses Studiums nahm ich die Chance wahr, ein Auslandssemester in Frankreich am l’Institut d’études politiques Lyon zu verbringen. Dieser Aufenthalt ermöglichte es mir fachlich in neue Themengebiete der Politikwissenschaft einzusteigen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern sowie die schmackhaften Köstlichkeiten der französischen Küche kennen zu lernen.

Daran anschließend ging ich für ein Praktikum bei einer NGO, welche sich der Verständigung zwischen Palästinensern und Israelis widmet, nach Jerusalem. Diese wechselvolle Zeit bildete eine komplett neue Erfahrung für mich im Sinne einer intensiven Begegnung mit anderen Kulturen und der Konfrontation mit unterschiedlichen Sichtweisen in einer komplexen Problemlage an einem der Brennpunkte der Weltpolitik.

Da ich während meines Studiums ein ausgeprägtes Interesse an Umweltpolitik entwickelt habe, begann ich nach meinem Bachelorabschluss in Politikwissenschaft, Angewandte Umweltwissenschaften zu studieren. Um das Feld der Umweltpolitik angemessen erfassen und interdisziplinär arbeiten zu können, wollte ich sowohl über naturwissenschaftliche als auch politik- bzw. sozialwissenschaftliche Kenntnisse verfügen. Aktuell stehe ich kurz vor meinem Diplomabschluss.

Ich stecke voller Erwartungen und Vorfreude hinsichtlich meines Aufenthaltes in Berlin als einer derart vielgestaltigen, lebendigen und spannenden Stadt und hoffe sehr, mich positiv in die Projektarbeit des KMGNE einbringen zu können.