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Grimme Online Award 2013 | Die große Erzählung

„ Wer auf sich hält, der hat sowas: ein Narrativ.“ (Uwe Kammann – Grimme-Institut)

Der Grimme-Online-Award, gestern am 21.Juni zeigte: mit einem klaren Versprechen, dass Freiheitsoptionen und kommunikative Chancen im Netz überwiegen und dass sich Qualität – hohe Qualität beweisen lässt: Die Narration über den besonderen Möglichkeitssinn im Netz, über ihr Gestaltungs- und Resilienzpotenzial, über ihre Vernetzungsqualität  mit realen Wirklichkeiten – die gibt es.

In der Regel ist es ein kluges mashup von Formaten, worüber erzählt wird: Text-sprache (als besondere Kulturtechnik für Fantasien), Fotos, Comics, web-doku, Audio-Diskurse, MOOC-Partikel u.a. – manchmal noch additiv, manchmal schon als transmediale Erzählweise kuratiert.

In der Regel ist es ein interaktives „erzählen“ – mittels Kommentare, mittels Offenheit der Geschichten, die den „Follower“/Teilhabenden erlaubt und auffordert, andere Erzählstränge und Logiken zu verfolgen.

Letzten Endes trägt sich das Format durch den publizistischen Inhalt: Originalität, Authentizität, eine Botschaft und eine Relevanz sowie Kompetenz zur Übersetzung – in (Milieu)-Sprachen und Deutungen. Ironie und Satire sind dazu zwei passende Schwestern. „Die Ironie erfordert Verstandeshandlung; sie weckt im anderen ein brüderliches, verständnisvolles, intelligentes Echo. Die Ironie ist ein Appell, den man hören muss; ein Appell der uns sagt: ergänzen Sie selbst, berichtigen Sie selbst, urteilen Sie selbst.“ Vladimir Jankélévitch

Zugleich protestiert die Ironie gegen den statischen Rationalismus, ist Mittel, sich gegen die Macht starrer Logik zu wehren. Sie sagt auf ihre Weise, dass das ganze Wesen des Seins das Werden ist. Ironie lehrt, sich mit der Welt wie sie im Werden ist – mit der Transformation – einzurichten. Dabei ist sie eine fordernde Kraft, die uns zwingt, nacheinander alle Formen der Respektlosigkeit auszuprobieren, alle Frechheiten zu sagen. (V. Jankélévitch, Die Ironie (1964), Berlin 2012)

Für solch anstrengende Aufgaben wie die Klima-, Gerechtigkeits-, Bildungskommunikation – also die Kommunikationen zur Zukunft und ihrer Gestaltung – scheint die deliberative Kulturtechnik des Digitalen das rechte und passende „Aufschreibesystem“ zu sein.

Wenn es es wollte könnte es „Große Narration“, Metaphern, Ironie, Kontroverse, Teilhabe, Kuratieren, ready made, Reduktion durch Intention für die Klimakultur, Energiewende, demografischen Wandel etc. „liefern“. Wenn es wollte – mit denen, die was auf sich halten.

Joachim Borner

Die Preisträger des Grimme Online Award 2013

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