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J. Borner | Große Transformation und ihre Kommunikation

Tagung am 1. und 2. Juni 2015 | Große Transformation und ihre Kommunikation  | Ein Change-Prozess im Schatten der Medien

Veranstalter: Dr. Michael Hartmann, Evangelische Akademie zu Berlin
Manfred Ronzheimer, Wissenschaftsjournalist, Berlin
Roland Zieschank, Forschungszentrum für Umweltpolitik, Freie Universität Berlin

Eine Replik von Joachim Borner

Der Ansatz:

„Seitens der Wissenschaft gibt es zahlreiche Studien und Belege für die These, dass grundsätzliche Veränderungen im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und den globalen Lebensgrundlagen dringend geboten sind. Der Terminus „Große Transformation“ kommt aus der Wissenschaft und beschreibt diese Herausforderung.

Entsprechende Empfehlungen aus der Wissenschaft, zahlreichen politischen Think Tanks, Räten und Kommissionen und daraus folgende Veränderungsstrategien werden indes von der Politik nur in Ansätzen aufgegriffen. Ein Beispiel ist die Enquete-Kommission des Bundestages Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität (2011–2013), aus der bislang keine konkreten politischen Umsetzungsmaßnahmen hervorgingen.

Auch in den Medien sind die Große Transformation und die „Grand Challenges“, denen sich die Gesellschaft heute und künftig zu stellen hat, kein großes Thema. Dieses mediale Desinteresse hat allerdings Wirkung – über das fehlende thematische Agenda-Setting hinaus. Der Gesellschaft geht damit ein wichtiger Reflexions- und Verhandlungsraum für ihre Zukunfts-Herausforderungen verloren.

  • Die zentrale These der Veranstaltung lautet daher: Weil die Medien die Transformations-Themen nicht ausreichend aufgreifen, kommt der Umsetzungsprozess in Stocken. Und im Umkehrschluss: Wird die Kommunikation in Richtung einer gesellschaftlichen Umorientierung verstärkt, befeuert das konkrete Veränderungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Defizite bei der Umsetzung der „Großen Transformation“ werden nur aufgedeckt, wenn die Gesellschaft auch den Diskurs über eine erfolgreiche Kommunikation (wieder) aufnimmt.“

Was kam rüber?

the Waves

uroburos | pixabay: free photo

 

  • Die Tagung war ein guter Beginn eines Suchprozesses, der die Kommunikation, das kommunikative, kollaborative „Lesen Lernen“ der „großen Transformation“ zum Gegenstand macht. Endlich möchte man sagen; überfällig längst. Denn bei allen Tagungen und Programmen der letzten Zeit, die sich mit nachhaltiger Entwicklung, Klimakultur, Antropozän, Transformation, offener Wissenschaft u.a. befassten wurde als Flaschenhals für Implementierungen bzw. für das Entstehen und das Ausbreiten von „robustem“ Wissen zwar die Kommunikation benannt – war aber nicht oder wenig eigener Gegenstand.

Also hier nun der erste Versuch. Und er brachte eine ganze Reihe von Versatzstücken zu Tage, die es Wert sind strukturiert zu werden.

Ich zähle einige der Herausforderungen auf: Änderung des Deutungsrahmens und Reflektion von Deutungsmacht, Phänomene der Begriffsentleerung, widersprüchlicher Signale und die Akzeptanz von Kommunikationslücken, systemferne Zumutungen wie Suffizienz und Allmende, mediale Resonanzbedingungen wie: „passt in die öffentliche Debatte“, Kombination von Ereignissen, Agenda, Wissensergebnisse; Schaffung paralleler Medienstrukturen, die Kommunikation strategisch und prozessorientiert anlegen, Wissensergebnisse reeditieren, inhaltliche Positionierung, die große Narration verkoppeln mit Einzelthemen/Episoden (das Große muss im Kleinen aufleuchten).

Joachim Borner | KMGNE

Programm der Tagung

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