Zwischen Papierbirken und bienenfreundlichen Stadtecken wachsen große Visionen aus kleinen Gesten

Millennium Goals, Sustainable Development Goals, neue Nachhaltigkeitsstrategien – abstrakte Begriffe, mit denen 95% der Menschen nichts anfangen können. Wie sollen diese Wörter gelebt werden, wenn sie von den meisten Menschen nicht einmal verstanden werden? Und wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, gehören auch wir, die diese Worte verstehen, viel zu oft zu den Nichtmitmachern, den Diskutierern, der großen Masse Menschen, die gern etwas ändern würden, aber es dann doch nicht tun.

Im Rahmen einer Aufgabe bei der Sommeruniversität zum Thema Transmedia Storytelling im Sinne der nachhaltigen Entwicklung sind wir dazu angehalten worden, Geschichten als Kommunikationsmittel für nachhaltiges Handeln zu entwickeln. Geschichten können „sich gedankenmachende aber bisher passive“ Menschen anregen, ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen, sei es durch eine konsequente Wandlung der familiären Lebensweise oder eine Wiederentdeckung der Schönheit und der Einmaligkeit der Natur, oder sogar der Erkenntnis, die Regenerationsfähgkeit der Ökosysteme als wirkliche Lebensgrundlage der Menschheit erhalten zu müssen.

In unserer Gruppe haben alle Geschichten geschrieben, die von einer tiefen Sehnsucht nach dem „guten/ richtigen Leben“ geprägt sind. Wir alle wünschen uns für die Zukunft ein globales Umdenken, weg vom Zuwachs, hin zu einem Gleichgewicht, das es auf unserer Erde schon viel zu lange nicht mehr wirklich gibt. Wir alle sehnen uns nach einem Leben in Beziehung zur und als Teil der Natur.

Wäre es nicht schön, wenn unsere Kinder in 20 Jahren erzählen könnten, dass ihre Eltern Zeit und Aufmerksamkeit für sie hatten und dennoch im Garten herumwuselten, dass ihre Eltern eben nicht ständig das Neuste erwerben mussten und schon gar nicht 3 Stunden am Tag den Medien verfallen waren? Ganz nach dem Motto: „Degradiert zum Konsumenten. Denken unerwünscht.“

Buchenwald in MV

Wäre es nicht schön, wenn wir unseren Nachbarn statt mit einem distanzierten „Guten Tag“, wieder mit einem freudigen „Hast du schon einmal so eine lustige Zucchini gesehen?“ begrüßen würden, wenn wir unter Lachen Bäumchen pflanzten und ihnen zufrieden beim Wachsen zuschauen würden?

Ein griechisches Sprichwort sagt: Eine Kultur blüht, wenn Menschen Bäume pflanzen, in deren Schatten sie sich nicht ausruhen werden. Immer etwas zu tun, damit unsere Natur erhalten bleibt, muss zum Grundanliegen der Spezies Mensch werden.

Eine Freundin äußerte vor kurzem in einem Gespräch: „Ich weiß, dass ich nicht reich im Sinne des allgemeinen Verständnisses von Reichtum bin. Ich lasse es mir aber dennoch nicht nehmen, mich reich zu fühlen. Ich habe alles, was ich brauche und viel zu viel, was ich nicht brauche. Ich könnte noch viel mehr haben, wäre dann aber wohl ärmer als jetzt, denn alles, was ich nicht habe, gibt mir Freiheit, bindet keine Energien und verpflichtet mich zu nichts. Das ist für mich der größte Reichtum.“

Wie wäre es, wenn du erzählen könntest, dass du genau an diesem Wandel teilgenommen hast? Oder vielleicht sogar die treibende Kraft warst, indem du bewusste Entscheidungen für und nicht gegen diese Welt getroffen hast?

Lass uns jeden Tag mit einer kleinen Tat in unserem winzigen Leben beginnen. Mach mit bei den vielen guten Projekten, die den Wandel in die Wege leiten. Verschaffe dir weiter Gehör auf Demonstrationen. Packe selbst mit an und handele, statt zu reden und zu lamentieren. Jeder, der in irgendeiner Weise über den Tellerrand schaut, muss im Kleinen beginnen. Die vielen scheinbar unbedeutenden Veränderungen führen zu größeren Bewegungen. Das Tun Einzelner wird dann an Einfluss gewinnen und die Masse ergreifen. Verzicht wird als wahrer Reichtum erkannt.

Viele politische Programme enthalten gute Ansätze. Die SDGs weisen in die richtige Richtung, wenngleich sie aus unserer Sicht nicht weit genug greifen und wie flüchtige Seifenblasen erscheinen. Nicht Wachstum, sondern Erhaltung bzw. Regeneration müssen an die erste Stelle treten. Überschreiten wir die Schwelle der Regenerationsfähigkeit eines Ökosystems, und nichts Anderes ist die Welt letztendlich, bricht dieses zwangsläufig zusammen. Wir stehen kurz davor. 

Es liegt also an UNS, an jedem einzelnen und nicht an „den Politikern“, „diesem Staat“, „der Regierung“, die Programme und Ziele mit Leben zu erfüllen, und nicht dieser lähmenden Ohnmacht zu erliegen, die uns ergreift, sobald uns bewusst wird, dass wir immer mehr Boden verlieren und jeden Tag Arten sterben, wenn uns unsere grauen Städte deprimieren und der wertvolle Regen immer weniger wird. Die Summe aller Einzelhandlungen ist das, was die Welt verändert. Man muss sich selbst ändern, wenn es sich ändern soll.

Inwiefern macht uns im Vergleich dazu unser Konsum glücklich? Vielleicht ist es nachhaltiger, sich mit seinem Gegenüber oder mit sich selbst zu beschäftigen, als mit der neuesten Mode oder dem neuen Wagen auf dem Markt. Vielleicht schmecken neue Rezepte mit wildem Knoblauch ganz hervorragend. Vielleicht bedeutet nachhaltiger Konsum und Produktion nicht Verzicht, sondern einfach nur Wandel. Vielleicht meint das Leben auf Erden zu schätzen und zu schützen, nicht begrenzen, sondern wiederentdecken und vorhandenen Reichtum neu kennenlernen. Ein weltumfassender Wertewandel hin zu wirklicher Coolness. „Cool ist ein Elektroauto mit Solarcarport an Stelle eines fetten Mercedes“, echte Lederschuhe von nebenan statt Gummilatschen aus Übersee und dadurch gesunde Füße, die auch das Barfußgehen aushalten. Also ein wirklich guter ökologischer Fußabdruck.

Wollt ihr mehr von den Menschen wissen, die sich selbst herausfordern und nach neuen Wegen des Glücklichseins suchen? Wir haben Geschichten für euch, die euch fühlen lassen, wie schön Nachhaltigkeit sein kann. G3 OCSP Respon

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