#focuscity | MALCHIN STORIES FROM THE FUTURE

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How will the citizens of Malchin live in 2055?

That was our leading question during the Summer University’s #focuscity attendance at Karnitz. Based on research, interviews and visions in 2015, we changed perspective and started telling MALCHIN STORIES FROM THE FUTURE, living in 2055:

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J. Borner | Transformative Literacy und Transformation Literacy

A long way to transformation | schoolbus

Die „Große Transformation“ (auch der Städte) erfordert neue Formen des Wissens, erweiterte Formen der Wissensgenerierung, kontroverse Aushandlungen der Deutungen sowie der Integration von Wissen in die „Denkstile“ der verschiedenen Interessen- und Milieugruppen der Gesellschaft. Schon diese Aufzählung deutet auf eine Gruppe von Fähigkeiten oder Kulturtechniken hin, mit denen sich „offene“ Gesellschaften, also veränderungsfähige Gesellschaften (pro)aktiv ausstatten müssen, um sich an die globalen Veränderungen anpassen zu können.

Das System der Fähigkeiten und Kompetenzen, das sich korrespondierend zu den Herausforderungen entwickelt, und das die „Große Transformation“ mit ihren unterschiedlichen Phänomenen: der Wachstumswende, der Klimakultur, der Landnutzung, der Artenvielfalt u.a., ausmacht, lässt sich mit dem Begriff der

Transformative Literacy rahmen.

Scholz illustriert, wie das Wissen unterschiedlicher naturwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Disziplinen zusammenfließen muss, um eine solche „Alphabetisierung“ zu entwickeln. (www.oekom.de/gaia | GAIA 22/2 (2013): 82– 86) So verstanden, integriert Transformative Literacy System-, Ziel und Transformationswissen, das heisst Wissenstypen, die konstitutiv für eine transdisziplinäre Wissenschaft sind (CASS und ProClim 1997). In seinemWerk Environmental Literacy in Science and Society hat Scholz (2011) mit dem Begriff der Literacy Wissensprozesse im Umgang mit Mensch-Umwelt-Systemen beschrieben. Scholz versteht unter Environmental Literacy „the ability to read and utilize environmental information appropriately, to anticipate rebound effects, and to adapt to changes in environmental resources and systems, and their dynamics“ (Scholz 2011, S. 540 f.).

Dieser Zugang ist mit seinen Elementen der transdisziplinäre Kooperation verschiedener Wissenstypen, der prozessualen Reformulierung von System-, Ziel- und Transformationswissen – d.h. der Generierung eigenen Transformationswissens während der Transformation (Borner ) eine große Hilfe für die Identifizierung dessen, was Gesellschaft an Kulturtechniken und Institutionen braucht, um mit globalen Umbrüchen innerhalb planetarischer Leitplanken umgehen zu können.

Dennoch ist diese Definition, die sich auf Wissen beschränkt, zu eng. Der Begriff der Kompetenzen ist dagegen umfassender, situativer und v.a. handlungsorientiert (Output- und Outcome-orientiert). Er schafft Brücken zwischen wissenschaftlichen Bereichen der Gesellschaften und den Bereichen, in denen Implementierungen – wie in der Stadt, in der Energiewirtschaft, in der Landnutzung – stattfinden sollen.

Kompetenzen zeigen sich, wenn beim Zusammentreffen situativer Herausforderungen (Problemen) und dem individuell, institutionell oder gesellschaftlich zur Verfügung stehenden Potenzial angemessen gehandelt werden kann. Erpenbeck nennt Kompetenzen „Selbstorganisationsdispositionen“. Darin sind eingeschlossen: Wissen/Kenntnisse, Fähigkeiten, kreative Denkhandlungen, Methoden – aber ebenso die Haltungen und Gefühle, Werte, Einstellungen und Motivationen – also auch die Interessen!

A long way to transformation | schoolbus

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat in seinem Hauptgutachten zur „Großen Transformation“ (WBGU2011) eine transformative Wissenschaft im Sinne von „transformativer Forschung“ und „transformativer Bildung“ gefordert. Damit zielt er auf eine Wissenschaft, die gesellschaftliche Veränderungsprozesse nicht nur versteht, sondern die in deren Gestaltung auch aktiv eingebunden ist und aktiv eingebunden werden will. Die transformative Forschung als eine „Forschung, welche die Transformation konkret befördert,[…)] unterstützt Umbauprozesse durch spezifische Innovationen in den relevanten Sektoren“ (WBGU2011, S. 23). Ferner kann „[…] transformative Forschung größere Wirkung entfalten, wenn die Entwicklungsaktivitäten […] in einen systemischen Kontext eingebettet werden, […] und die Bedingungen für transformative Wirkung reflektiert werden. […] Die transformative Forschung umfasst somit ein Spektrum von einer rein disziplinär verankerten bis hin zu systemisch angelegter

Forschung“ (WBGU 2011, S. 23 f.).

In dieser Rahmung beschreibt Transformative Literacy die folgenden Eckpunkte:

(a) die Fähigkeit, neuartige, aber auch unsichere und diffuse Informationen über gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu verstehen (z.B. natürliche oder soziale Kippschalter). Man muss sich das vorstellen als Erkundung/Entdeckung völlig neuer Welten, in denen nicht die gewohnten Regeln, Wertungen, Rituale gelten – oder als einen Prozess eigener Alphabetisierung;

(b) die Kompetenzen, den durch die Veränderungen ausgelösten Stress auf die traditionellen Strukturen, Institutionen und Spielregeln zu deuten/ wahrzunehmen und hinsichtlich seines Störpotenzials als bewältigbar innerhalb der existierenden gesellschaftlichen Systeme einzuschätzen oder aber systemexterne Lösungszugänge und deren erhöhte Konfliktintensität zu identifizieren.

(c) die Kompetenzen (der Protagonistensysteme), sich zukünftige Alternativen „modellieren“ zu können. D.h. über unterschiedliche „Wenn – Dann“ Szenarien in komplexen und dynamischen Umbruchprozessen für die eigene Stadt, die rurale Region, die Branche, die kulturelle Lebensweise etc. Visionen zu entwerfen, die Orientierungen für heutige Entscheidungen mit Zukunftswirkungen geben. Diese Visionen können auch mit dem Begriff der Design Fiction bezeichnet werden.

Es geht also darum, im Umgang mit Transformationsprozessen gestaltungsorientierte und reflexive Fähigkeiten in der Wissenschaft sowie in der Gesellschaft als Ganzes zu schaffen.

Das bedeutet,

(d) sich und weitere Akteure unter ähnlichen Werten und „selbstverständlichen“ Normen zum Handeln und zum Gestalten dieser Zukunftsvisionen zu motivieren und/oder Kontroversen zu initiieren. Kontroversen über die der anerkannte und akzeptierte Werterahmen, der die Transformation leitet, , (immer wieder) ausgehandelt wird. In der Aushandlung wird die Transformation nicht linear, sondern in den durch die Aushandlungsprozesse notwendigen Schleifen und Wegänderungen geleitet. Eine im Wasser schwimmende Boje kann als Metapher für das nicht statische Ziel und den „beweglichen“ Weg herangezogen werden.

(e) die Kultur der Kontroverse als „Produktivkraft“ der proaktiven oder aus der Zukunft abgeleiteten Vision (soziales robustes Wissen erster Stufe). Die Kontroverse als nichthierarchische Diskursform von Wissen und Deutung über die Welt ersetzt den Konsens als handlungsleitende Mentalität.

(f) dass die Kultur des Erinnerns und des sozialen Gedächtnisses, insbesondere von extremen gesellschaftlichen Ereignissen – wie Erdbeben, Kriegen, sowie der Antizipation auf die Jetztzeit einen größeren Akzeptanzrahmen für Anpassungsmaßnahmen schaffen kann.

Transformation Literacy fragt entsprechend

auf der gesellschaftlichen Ebene – auf der institutionellen Ebene – auf der individuellen Ebene (Person) nach den Kompetenzen und dem Kompetenzsystem, welches notwendig ist um die Transformation in ihren unterschiedlichen Phänomenen zu verstehen (Lernkompetenz), in ihren dynamischen und komplexen Abläufen handeln zu können (Handlungskompetenz unter Ungewissheiten) und kreativ und proaktiv eine Roadmap zu „planen, die sich an einem Zukunftsbild (Vision) orientiert (Gestaltungskompetenz).

Demnach geht es bei der Transformation Literacy um die Fähigkeit, Transformationsprozesse adäquat in ihrer Vieldimensionalität zu verstehen und eigenes Handeln in Transformationsprozesse einzubringen. Denn Transformative Literacy macht sich daran fest, welche Informationen über soziale Veränderungsprozesse adäquat gelesen, interpretiert und genutzt werden, um sie in politische und ökonomische Entscheidungen einzubringen. Aus akademischer Sicht hat die Transformative Literacy eine technologische, ökonomische, institutionelle und kulturelle Dimension – wobei oft die technologische Sicht auf Veränderungsprozesse dominiert. Um die „Große Transformation“ zu meistern, muss dieses Ungleichgewicht beseitigt aber auch die unterschiedliche Dynamik in den Dimensionen in der aktuellen Transformationsdebatte beobachtet werden. (siehe Schneidewind)

Literatur

Scholz, R.W. 2011, Environmental Literacy in Science and Society, From Knowledge to Decisions, Cambridge. Cambridge University Press

Schneidewind, U. 2013, Transformative Literacy, Gesellschaftliche Veränderungsprozesse verstehen und gestalten. GAIA 22/2: p. 82–86
http://epub.wupperinst.org/files/4938/4938_Schneidewind.pdf [2015-07-13]

WBGU, 2011, World in Transition – A Social Contract for Sustainability, Flagship Report
http://www.wbgu.de/en/flagship-reports/fr-2011-a-social-contract/ [2015-07-13

Raus aus der Komfortzone| Wie Klimakunst das Handeln beeinflussen kann

FeaturedHandlungsalternativen

Klimakunst ist eine Kunst, nämlich die Kunst, Menschen aus ihrem täglichen Tun aufzuwecken und zum alternativen Handeln anzuregen. Das Leben vieler Menschen wird vor allem von kognitiver Dissonanz beherrscht, also dem Handeln wider besseren Wissens. Wir Rauchen, obwohl wir wissen, das es Krebs verursacht; wir schlemmen Süßes, obwohl Zucker die Eigenschaften von Drogen nachgesagt werden; und wir konsumieren, obwohl die Ressourcen weltweit bald erschöpft sind. Haben die ersten beiden Beispiele nur Einfluss auf uns als Individuum, gefährden wir im letzten Punkt unseren gesamten Planeten.

Die Aufgabe

Begriffe zur TransformationKlimakunst soll über verschiedene Wissenschaftsdisziplinen bis hin zur Praxis Fakten vermitteln und zur Verständigung beitragen.

Klimakunst soll globale Prozesse erklären und veranschaulichen.

Klimakunst soll ein Medium zum Diskurs und Dialog über alternative Zukunftsszenarien sein.

Klimakunst soll alltagstaugliche Handlungsalternativen aufzeigen und den Transformationsprozess vom Jetzt zu einer klimaverträglichen Zivilisation aufzeigen.

Klimakunst soll ein massentauglicher Trend werden, mit neuen Bildern, Metaphern und Symbolen.

Die Theorie

Es gibt viele Gründe, nicht so zu handeln, wie es die Ratio verlangt. Aussagen wie…

  • Ich sehe keine Alternative.
  • Ich weiß nicht wie.
  • Ich habe keine Lust und Motivation.
  • Das geht mich nichts an.
  • Das spielt in meinem Umfeld keine Rolle.

…kennt sicher der ein oder andere.

Handlungsalternativen
Handlungsalternativen aufzeigen

Dreht man diese Aussagen um, müssen…

  • Konkrete Alternativentwürfe gefunden werden,
  • Informationen zur Technik und Verhalten veranschaulicht werden,
  • Akzeptanz, Verantwortung und Teilhabe müssen gestärkt werden und
  • Die Menschen müssen für das Thema sensibilisiert werden.

Der Weg

Schon längst ist die Erkenntnis, das Praxis einprägsamer als Theorie ist, von der Schule bis zur Universität im Bildungssektor angekommen. Diesen Ansatz verfolgen auch die zwei Sommerkurse des Climate Communications Lab (CCCLab). Es geht darum, Fragen zu stellen, die an Jostein Gaarders Roman “Sofies Welt” und die Metapher mit dem Kaninchenfell erinnern: Die Fähigkeit, sich über die Welt wie sie momentan ist zu wundern, und Fragen zu stellen.

  • Begriffe wie Tipping Points, Black Swans und Irreversibilität sollen in diesem Zusammenhang in eine massen taugliche und allgemein verständliche Sprache übersetzt werden.
  • Zukunftsszenarien werden erarbeitet und visuell dargestellt.
  • Eine Roadmap für die “große Transformation” soll erarbeitet werden.

Die Sommerkurse #future cities und #focusland werden vom KMGNE veranstaltet und bilden Teil des internationalen und transdisziplinären Forschungsprojetes ClimArt.

Internationales Forschungsprojekt ClimArt 2014 – 2018

Ch. Klöckner/E. Hertwich, Universität Trondheim (N), J. Borner/ M.Zienert, KMGNE (D), E. Kintisch, Science-Magazin (USA), Sam Jury, D. Buckham Cape Farewell (UK),J. Swimm, Pensilvania State Universität (USA), P.C. Stern, Nationale Akademie der Wissenschaften (USA), P. Huybers, Harvard-Universität (USA).

#fokusland | Das Millenium wird nachhaltig – Von den Millenium zu den Sustainable Goals

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Globales lokal denken

Betrachtet man die Ursachen, Auswirkungen, sowie potentielle Lösungen der globalen Umweltprobleme, so sind diese auf unterschiedlichen Ebenen und bei unterschiedlichen Akteuren angesiedelt. Lokale Themen gewinnen so die Dimension globaler Probleme. So auch in der Agrarindustrie. Eine  nachhaltige Landwirtschaft beispielsweise steht u.a. in Zusammenhang  mit der Verfügbarkeit und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser, dem  Schutz terrestrischer Ökosysteme sowie nachhaltigen Produktions- und Konsummustern.

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Die  biologische und die traditionelle bäuerliche Landwirtschaft, die zwar  weniger Masse produziert, dafür aber schonender mit den begrenzten  Ressourcen umgeht,  ist, langfristig gesehen, deswegen die Zukunft. Eine flächendeckende Nahversorgung mit regionalen Lebensmitteln von  kleinbäuerlichen Betrieben, deren Förderung und eines klares “Nein” zum  Transatlantischen Handelsabkommen (TTIP) sollte daher oberstes Anliegen in der nationalen Umsetzung der neuen Ziele für nachhaltige Entwicklung, der Sustainable Development Goals (SDGs) darstellen.

Die Grundlage für die Erreichung der SDGs ist somit auch ein Wirtschaftssystem, welches nicht auf den kapitalistischen Maximen des ständigen Wachstums und des Wettkampfes gegeneinander aufbaut. Außerdem ist es problematisch, dass wir Entwicklung immer noch verstärkt als wirtschaftliche Entwicklung und somit umsatzorientiert, denken und weniger als soziale Entwicklung. Es muss dementsprechend eine Transformation zu einem Wirtschaftssystem stattfinden, welches menschliche Arbeit  wertschätzt, Ressourcen schont und trotzdem einen  guten Lebensstandard für alle bietet. Solch eine Transformation ist keine Utopie, sondern möglich. Europaweit sprießen Grass Root Movements, wie “Transition Towns” die genau diese Ziele verfolgen.

Politische Bildung in allen Ländern ist daher von Bedeutung um kritisches Konsumbewusstsein und partizipative Einmischung der Zivilbevölkerung zu stärken, um gemeinsam Forderungen an Politik und Wirtschaft stellen zu können und um gemeinsam darüber zu philosophieren. Die SDGs sind ein Schritt in die richtige Richtung, vorausgesetzt, dass sie übergreifend gedacht und verbindlich für alle Nationen verhandelt und umgesetzt werden.

Wer oder was sind SDGs?

Die 17 Sustainable Development Goals sind die baldigen Nachfolger der Millenium Development Goals (MDGs) welche schon im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen  verabschiedet wurden. Inhaltlich sind die neuen Ziele breit gefasst: Neben der  Armutsbekämpfung werden auch Aspekte wie nachhaltige Konsum-  und Produktionsmuster, der Klimaschutz sowie  friedliche und inklusive Gesellschaften thematisiert. Mit den SDG’s werden auch wir in Deutschland in die globale Verantwortung genommen. Sie gelten gleichermaßen für alle Länder –  ob  ökonomisch arm oder reich. Da mittlerweile die globale Mittel- und Oberschicht den größten ökologischen Fußabdruck verzeichnet, resultiert, dass alle Staaten „gemeinsame, aber unterschiedliche Verantwortlichkeiten“ übernehmen müssen. Außerdem sollten die SDGs an den entsprechenden Beitrag zur Verursachung der Umweltprobleme und an den Entwicklungsstand einer Nation angepasst werden. Was das bezüglich einzelner SDGs bedeuten kann, soll im Folgenden diskutiert werden.

Der Konsument hat die Macht! Oder?!

SDG 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.  

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Konsum ist tief im Alltag verankert: Tagtäglich treffen wir viele Entscheidungen, die mit Konsumfragen zusammenhängen. Dabei wird in einem Großteil der westlichen Gesellschaften der Wohlstand insbesondere über den Konsum definiert, die Freiheit des Konsums zelebriert und Konsum als integraler Bestandteil des Lebensstils betrachtet. Das heisst, dass viele Menschen ihre Identität über ihr Konsumverhalten definieren und wenig Bewusstsein dafür mitbringen, welche Auswirkungen dies auf die globalen Ressourcen und  Ökosysteme hat.  Entsprechende Konsummuster zu verändern, stellt deswegen eine große Herausforderung aber auch Notwendigkeit für eine nachhaltige Entwicklung dar.

Der Konsument verfügt über Wahlfreiheit im Alltag und damit über Nachfragemacht, durch welche er Einfluss auf das Warenangebot nehmen kann. Allerdings ist auch der Konsument in gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen eingebettet: Der mündige Bürger kann sich zwar dafür entscheiden Bio und regionale Produkte zu kaufen, aber das Angebot muss auch dementsprechend gegeben sein. Infolgedessen ist es zentral, sowohl Anreize auf Seiten der Konsumenten als auch der Produzenten zu setzen.

Die Politik ist hier gefordert, steuernd  in die regionale Wirtschaftsförderung wie auch entsprechende Richtlinien einzugreifen.Ein falscher Schritt wäre es dagegen, Regulierungen und Kontrollen aufzugeben und den freien Markt zu öffnen. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass eine nachhaltige Produktion ein verändertes Konsumverhalten nicht ersetzen kann.

Dementsprechend müssen den Konsumenten glaubwürdige und fundierte Informationen frei und leicht zugänglich, in einer anschaulichen und verständlichen Form, zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt ist dabei Bildung, ausgerichtet auf eine Problematisierung des eigenen Konsumverhaltens und eine Darstellung alternativer Verhaltensweisen, von zentraler Bedeutung. Weil der mündige Bürger allerdings angesichts einer Flut von vielfältigen Informationen überfordert sein kann, sind staatliche Regulierungen und Kontrollen äußerst wichtig und beispielsweise das Transatlantische Handelsabkomen (TTIP) keine Option.

Letztendlich bedeutet Konsum ein Bewusstsein dafür: Was brauche ich wirklich? Was will ich, warum? Dieses Bewusstsein muss sich einerseits in der Gesellschaft und Wirtschaft herausbilden, aber im ersten Schritt bei jedem selbst.

Nahrung ist genug für alle da! Oder?!

SDG2: Hunger beseitigen, Ernährungssicherheit und verbesserte Ernährung erreichen, eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.

Grundsätzlich liegt das Problem der heutigen Nahrungsmittelproduktion nicht primär in der Produktionsmenge – pro Tag wird laut UNCTAD mit 4.600 Kalorien pro Kopf global fast doppelt so viel Nahrung produziert, wie für eine gesunde Ernährung benötigt wird. Vielmehr liegt es in der Frage der Verteilung sowie der nachhaltigen Produktion. Es geht also nicht darum, immer mehr und mehr zu produzieren, sondern dafür zu sorgen, dass jeder Mensch auf dieser Erde Zugang zu gesunder Nahrung hat.

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Die industrielle Landwirtschaft, welche aber eben diesem Prinzip folgt, hocheffizient auf Massenproduktion sowie Monokultur setzt und global immer weiter expandiert, kauft weltweit vor allem in den Entwicklungsländern zunehmend günstiges Land, um noch mehr und noch billiger produzieren zu können. Die Folge: Obwohl die bäuerliche Landwirtschaft vielerorts den lokalen Bedarf an Nahrungsmitteln befriedigen könnte, wird sie dennoch zunehmend von einer auf globalen Handel ausgelegten Lebensmittelindustrie verdrängt. Hinzu kommt, dass internationaler Import und Export lokale Märkte zerstört.

Diese Zusammenhänge weisen klar auf die Interdependenz zwischen lokaler, nationaler und internationaler Handlungsebene hin. Unser Handeln hier hat vielfältige Auswirkungen in unterschiedlichen Regionen der Erde. Die SDGs, wenn sie richtig verhandelt werden, können dazu beitragen, dass auf individueller und politischer Ebene nachhaltige Entscheidungen bevorzugt getroffen werden. Damit tragen sie zu einer besseren Zukunft für uns alle bei.

#fokusland | SDGs & Ländlicher Raum

FeaturedWaldkauzästling

Anfang des Jahrtausends wurden die Milleniumsentwicklungsziele von der UN und anderen Organisationen beschlossen, um eine Orientierung für die globale Politik zu schaffen. Einige Ziele, wie die Halbierung des globalen Hungers, wurden erreicht – andere nicht. Neue globale Herausforderungen verlangen nun nach neuen Leitlinien und Perspektiven. Darum werden Ende dieses Jahres die Sustainable Development Goals (SDGs) die alten Ziele ablösen. In diesem Beitrag wollen wir einige ausgewählte SDGs, die uns am Wichtigsten erscheinen, näher beleuchten.


SDG 3: Ein gesundes Leben sicherstellen und das Wohlergehen aller Menschen in allen Altersgruppen fördern

(Katja)

Dieses Thema haben wir gewählt, weil es zwei in unserer Gruppe wichtig erschien. Das Ziel, ein gesundes Leben und Wohlergehen aller Menschen in allen Altersgruppen zu fördern, klingt erstmal her und wird sicher von wenigen als nicht erstrebenswert angesehen. Es degradiert aber auch schnell zur Sprachblase und muss mit konkreten Überlegungen mit Leben gefüllt werden. Es ist ein Thema, das viele andere Ziele miteinschließt, weil z. B. ein gesundes Leben bei hohen Schadstoffbelastungen in der Umwelt nicht möglich ist und auch relativ ausgewogener Ernährungsgewohnheiten bedarf. Dem weiten Begriff des allgemeinen Wohlergehens gerecht zu werden verlangt auch eine demokratische Gesellschaft in der Menschen auf verschiedenste Weise andersartig sein können. Eine Gesellschaft, die jedem  Menschen unabhängig von seinen Gaben oder gesellschaftlicher Herkunft die Möglichkeit gibt, sich zu beteiligen, und Unterstützungsformen hierfür schafft.

Sind wir in Deutschland diesem Ziel in den letzen 30, 40 Jahren näher gekommen? Oder ist es eher umgekehrt und wir verlernen immer mehr, was es heißt, sich wohl zu fühlen?

Stethoscope
Gesundheit Krankenhaus Stethoskop @Pixabay

Die Zahl der Langzeiterkrankungen nimmt nicht ab, sondern zu. Den Menschen fällt es schwer, bis 65 Jahren im Arbeitsleben zu bleiben. Immer mehr Kinder bekommen Ritalin verschrieben, um schulfähig zu bleiben, immer mehr Erwachsene nehmen Aufputsch- oder Beruhigungsmittel, um fit für den Beruf zu bleiben. Alte Menschen vereinsamen. Kinder vielleicht auch. Jedenfalls kommen bis zu 30 % von Mobbing Betroffene in der Schule nicht von ungefähr.

Wohlstand und Wohlbefinden – bezeichnen diese Worte zwei Pole einer möglichen Entwicklung? Oder muss Wohlstand etwas lernen, um in Bewegung gesetzt zu werden, und sich zu Wohlbefinden zu entwickeln?

Der Lebensraum Land bietet viele Voraussetzungen, damit Menschen sich wohlfühlen und gesünder werden. Begegnungsflächen, überschaubare Zugehörigkeitsmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Verwirklichung und Lebensraum. Doch in den letzten 30 Jahren ist dort vermehrt Infrastruktur abgebaut worden und wenn kein Umdenken geschieht, verschwinden in vielen ländlichen Regionen in den nächsten 10 Jahren noch mehr Basisstrukturen. Gesundes Leben und Wohlergehen aller Menschen in allen Altersgruppen ist nicht möglich ohne  eine flächendeckende Versorgung mit Lebensmittelläden, Krankenhäusern und Notfalldiensten Es fehlt an genügend Personal für die Betreuung von älteren Menschen. Außerdem gibt es immer weniger Kinder,  Betreuungsangebote für die verbliebenen tragen sich oft finanziell nicht und werden eingestellt, ein Grund für die Eltern, wegzuziehen in die Stadt. Sporteinrichtungen werden geschlossen und  zweckentfremdet.

Noch mehr Grund wegzuziehen, es ist ja nichts mehr los. Es braucht neue Konzepte einer Wohn- und Helfer-Kultur in Stadt und Land. Wie kommen wir zusammen und wie sorgen wir dafür, dass es allen gut geht? Letztendlich sieht dies in der Stadt nicht anders aus. Auch da braucht es kleinräumige Organisationen, damit die Menschen sich wiederfinden können. Bücherei, Sport und Begegnungsstätten müssen mehr oder weniger fußläufig zu erreichen sein, wenn sie denen  zugänglich sein sollen, die sie am meisten brauchen. In Bezug auf diese Fragen gibt es sicher schon einiges an Ideen, vieles wurde ausprobiert und es gibt damit Erfahrungen, was im größeren Rahmen funktionieren könnte und was nicht. Dass wir in Deutschland in vielen Fragen des allgemeinen Wohlbefindens nicht weiter sind als vor 30 Jahren zeigt, dass wir  in dieser Beziehung voll Entwicklungsland sind. Neue Wege, neues Denken brauchen. Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir anderen Ländern vorzuschreiben versuchen, wie sie ihre Entwicklung gestalten sollen. Deutschland ist selbst erst auf dem Weg in eine nachhaltigere Entwicklung.


SDG 13: Unverzüglich Maßnahmen gegen den Klimawandel und seine Folgen ergreifen

(Anne)

Globaler Focus

Der Klimawandel stellt eine aktuelle, reale Gefahr für die Menschheit und den aktuellen Lebensstil unzähliger Menschen dar. Einige Prozesse sind bereits unaufhörlich voran geschritten.

Der Meeresspiegel steigt bereits jedes Jahr um einige Millimeter, mancherorts wurden bereits große küstennahe Gebiete vom Meer verschluckt.

Die Temperatur hat sich seit der Industrialisierung bereits um 1°C erhöht und Bauern, Naturschützer und Fischer sind die ersten, die die Auswirkungen spüren.

Langsam fangen auch die Städter in ihren künstlichen Konsumtempeln an zu realisieren, dass es da draußen eine hausgemachte Bedrohung gibt, die größer, mächtiger, gefährlicher und unsicherer ist, als jeder Terrorist oder Krimineller es je sein wird.

  • Wenn abzusehende Bedrohungen und Gefahren bereits jetzt angegangen werden, können schlimmere Folgen für Leib und Leben besonders der Menschen in den südlichen Ländern eingedämmt werden.
  • Wenn der CO2-Ausstoß jetzt verringert wird, kann ein extremerer Temperaturanstieg noch abgemildert werden.

Jedes Grad Temperaturanstieg, welches verhindert wird, ist ein Gewinn.

Focus ländlicher Raum in Deutschland (Mecklenburg Vorpommern)

Windparklandschaft in Mecklenburg
Windparklandschaft in Mecklenburg @Philipp Hertzog

Deutschland sieht sich gern als Vorreiter der globalen Klimapolitik und versucht mit der “Energiewende” ein Zeichen zu setzten. Dieses Programm bezieht sich oft leider nur auf technische Maßnahmen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Möglichkeiten dem Klimawandel entgegenzutreten.

Die Moore in Mecklenburg-Vorpommern müssen geschützt bzw. in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden.

Flächen von Tagebauen müssen renaturiert bzw. eine weitere Zerstörung der Böden durch Minen verhindert werden.

Häuser nahe Überflutungsgebieten von Flüssen usw. dürfen nicht gestattet werden, um spätere finanzielle Hilfen durch den Staat im Katastrophenfall zu vermeiden.

Nicht nachhaltig bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen sollten durch Förderungsprogramme in Ökolandbetriebe umgewandelt werden, die weniger Treibhausgase ausstoßen.

Eine medizinische flächendeckende Versorgung, sowie andere Notdienste und die Erstellung von Hitzewellen- sowie Kälteeinbrüche-Reaktionsstrategien sind essenziell.

Bereits durch diese Maßnahmen, als Ergänzung zur Energiewende, kann der ländliche Raum in Deutschland dem Klimawandel den Wind aus den Segeln nehmen.


SDG 15: Terrestrische Ökosysteme bewahren und wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, die Wüstenbildung bekämpfen, Landdegradation und den Verlust der Artenvielfalt beenden und umkehren 

(Susanne)

Artenvielfalt ist die Grundlage unserer Ernährung: Tausende miteinander in Verbindung stehende Arten bilden das lebendige Netz der Biodiversität innerhalb der Ökosysteme, auf denen die Lebensmittelproduktion beruht. Mit dem Verlust der Biodiversität verlieren wir die Möglichkeit, uns Veränderungen wie Bevölkerungswachstum und Klimawandel anzupassen.

Globaler Kontext

1992 hat die Weltgemeinschaft das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) verabschiedet mit dem Ziel, weltweit dem dramatischen Verlust an Arten, Lebensräumen und genetischer Diversität zu begegnen. Im Fokus sind Tiere, Pflanzen, Lebewesen in Gewässern sowie die Ökosysteme der Böden und Wälder.

Die  Vereinten  Nationen  haben  die  Jahre  2011-2020  zur  UN-Dekade  der  biologischen  Vielfalt  ausgerufen.  Durch  vielfältige  Maßnahmen  und  Programme  sollen mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sensibilisiert werden. Das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt und die Verantwortung  für  deren  Schutz  und  nachhaltige  Nutzung  soll  gefördert  werden.  Ziel  der UN-Dekade  zur  biologischen  Vielfalt  ist  es,  dass  staatliche  und  nicht-staatliche  Akteure  gemeinsam  dazu  beitragen,  die  biologische  Vielfalt  auch  für  die  Zukunft  zu bewahren. Im Verlauf der UN-Dekade soll international und national Bilanz gezogen werden.

Fokus Deutschland

Deutschland hat im Jahr 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt im Bundeskabinett beschlossen (BMU 2007). Der Indikatoren Bericht 2014 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt dokumentiert, wie weit wir in Deutschland von der Erreichung der selbstgesteckten Ziele entfernt sind.

Maßnahmen

  • Förderung des ökologischen Landbaus

Der ökologische Landbau trägt in besonderem Maße zur Erhaltung der biologischen Vielfalt  sowie  zur  Förderung  regionaltypischer  Kulturlandschaften  bei.  Die  ökologische Bewirtschaftung  führt  u.a.  zu  einer  höheren  biologischen  Aktivität  im  Boden, schont  das  Bodengefüge  und  verringert  Bodenverluste.  Die  dadurch  gesteigerte Wasserspeicherkapazität  des  Bodens  trägt  zusätzlich  zum  Schutz  vor  Hochwasser bei und die Erosionsgefahr sinkt.

  • Marktwirtschaftliche Instrumente nutzen

Labelling bis hin zur Förderung von Akteurs Kooperationen und freiwilligen Selbstverpflichtungen (inklusive große Handelsketten) zu Unterstützung der  Agrobiodiversität. Im Bereich der verarbeitenden Industrie und des Handels liegt die wesentliche Herausforderung darin, deren Nachfrage nach einer größeren Tier- und Pflanzendiversität anzuregen. Kooperationen entlang der Lebensmittelkette, beispielsweise von Unternehmen und Erhaltungsinitiativen, können diese Nachfrage befördern.

  • Sensibilisierung der Gesellschaft

Die Verankerung des Themas in Schulen, in der landwirtschaftlichen Ausbildung und in der allgemeinen Öffentlichkeit ist daher ein weiteres Element einer Vorsorgestrategie. Modellhöfe (z.B. Schelphof in Bielefeld), Hofbesichtigungen, Verkostungen

  • Entwicklung ländlicher Räume und regionaler Tourismuskonzepte 
  • Agrarpolitischen Rahmenbedingungen

Beispielsweise würde ein vollständiges Grünlandumbruchverbot einen wirksameren Schutz des Grünlands ermöglichen. Hier möchte ich Einspruch erheben und um Änderung bitten. Dauergrünland ist wichtig aber Grünlandumbruch ist oft eine sinnvolle Maßnahme gerade um Grünlandbetriebe produktiv zu halten und noch mehr um Humusaufzubauen.

Grünlandumbruch ist zwar isoliert gesehen humusabbauend aber nur wenn Grünland in der Ackerfläche rotiert kann Humus effektiv aufgebaut werden. Die in Deutschland praktizierte Trennung von Dauergrünland und Ackerland hat dazu geführt, dass die wichtigste und effektivste  Maßnahme des Humusaufbaus, mehrjähriges Kleegras in der Fruchtfolge hier nur wenig praktiziert wird und man allgemein davon ausgeht, das Humusaufbau nur in sehr geringen Schritten möglich ist.

Komposteinsatz unterstützt den Humuseinsatz aber ersetzt nicht die Fruchtfolgewirkung mit integrierter Fruchtfolge. Da die Artenvielfalt sich gerade in Randgebieten manifestiert wäre eine mindestens ebenso wirksame Maßnahme die Etablierung von ordentlichen Schutzstreifen am Ackerrand. Das dient dann auch gleichzeitig dem Gewässerschutz.

Mir bleibt echt jedes Mal das Herz stehen wenn ich sehe wie in Deutschland immer noch bis Geldrand gepflügt wird. 1m Schutzstreifen sollte Minimum sein, drei Meter wäre besser ( mit Ausgleichszahlungen) Auch müssen die ökologischen Vorrangflächen auf dem Acker sowohl quantitativ als auch qualitativ hinsichtlich ihrer Wirkungen auf relevante Arten hin optimiert und ambitionierte Vorgaben für die Anbaudiversifizierung gemacht werden.

Neben der Artenvielfalt ist es wichtig die Sortenvielfalt sicherzustellen und zu fördern. da sieht es sowohl im Tier und Pflanzenreich gerade sehr schlecht aus. Solange die Landwirte nach größter Menge bezahlt werden wird das sich nur verschlimmern, weil die Ertragsreichsten Sorten einfach am interessantesten bleiben. Dies gilt auch für den Ökolandbau, der seinem Anspruch auf Erhalt der Artenvielfalt nur noch begrenzt gerecht wird.

Erste Hilfe würde die Einführung einer Ausgleichszahlung bringen die Ökobetriebe zahlen müssen, wenn sie nicht Ökosorten oder Ökotiere einsetzen. Durch diese Ausgleichszahlung würde der Teufelskreis unterbrochen, der seit Jahren dazu führt das Ökobetriebe nicht Ökosaatgut und Tiere einsetzen. Die sind billiger und erwirtschaften oft auch mehr.

  • Finanzmittel in ausreichendem Umfang für ein biodiversitätsförderndes Management agrarisch genutzter Flächen bereitstellen
Waldkauzästling
Waldkauzästling @bartbblom/Flickr/uil

Mit Maßnahmen auf Ackerstandorten kann die kleinstandörtliche Heterogenität erhöht werden. Dies kann mit Hilfe von Pufferstreifen  (Ah da sind sie ja.-) um Landschaftselemente und Äcker oder die Integration von Extensiv-Flächen in leistungsfähige konventionelle und ökologische Nutzungssysteme geschehen.

Umgekehrt kann auf Böden mit niedrigen Bodenpunkten („schlechtere landwirtschaftliche Böden“) das gezielte Management von Ackerbrachen einen wirksamen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität gerade in Grenzertragsregionen leisten. In allen Fällen müssen aber mit den Förderprämien deutlich höhere finanzielle Anreize gesetzt werden.

  • Erhaltung artenreichen Grünlandes 

Durch extensive Weidehaltung mit Schafen, Ziegen und Rindern.

  • Naturnahe Wälder

Mehr Alters- und Zerfallsphasen zulassen, bei der Baumartenwahl die potenzielle natürliche Vegetation vermehrt zu berücksichtigen und Totholz gezielt weiter anzureichern. Die Anzahl von Biotopbäumen muss erhöht werden. Die finanzielle Honorierung von Naturschutzleistungen muss hierfür auch für Waldflächen in Privatbesitz Anreize setzen, da knapp die Hälfte des Waldes Privatwald ist.

Darüber hinaus ist die Etablierung von Wäldern mit natürlicher Entwicklung hin zu 5 % der Waldfläche weiter umzusetzen. Zudem ist auf eine ausreichende Vernetzung ungestörter und naturnaher Wälder im Rahmen des Biotopverbundes hinzuarbeiten, wie er im Bundesnaturschutzgesetz für 10 % der Fläche vorgesehen ist. Damit wird Arten mit großen Raumansprüchen wie z. B. Luchs und Wildkatze eine Möglichkeit gegeben sich auszubreiten.

  • Bau von Grünbrücken und anderen Querungshilfen

Mit dem Bau von Grünbrücken und anderen Querungshilfen können erfolgreich Lebensräume wieder miteinander verbunden und Gefahrenstellen für den Straßenverkehr entschärft werden. Aus diesem Grunde ist es wichtig, das im Februar 2012 von der Bundesregierung beschlossene Bundesprogramm Wiedervernetzung schnellstmöglich umzusetzen und dafür zu sorgen, dass von dem bestehenden Straßennetz keine erheblichen Beeinträchtigungen auf die biologische Vielfalt mehr ausgehen.

  • Gewässerstrukturen verbessern

Die Längsdurchgängigkeit für Fische und andere Organismen muss wiederhergestellt und die Auen wieder an die natürliche Wasserführung der Flüsse (Hoch- und Niedrigwasser) angebunden werden. Ehemalige Auenflächen, die durch Deichbau oder durch Vertiefung der Gewässer von der Dynamik des Flusses abgeschnitten worden sind, müssen durch möglichst großflächige Deichrückverlegungen oder durch Anhöhungen der Gewässersohle wieder angeschlossen werden

 Der Punkt mit den Gewässerstrukturen ist sicher wichtig, aber irgendwie habe ich das Gefühl, das so ausgedrückt gleichzeitig Lebensraum von Menschen etc. genommen wird. Deiche sind ja auch wichtig damit die Menschen die dahinter wohnen sich sicher fühlen können. Könnte es da helfen Auen-Gebiete auszuweisen die nicht im Widerspruch sind, z. B. durch Renaturierung von Flussläufen?

  • Die Anerkennung zusätzlicher Biosphärengebiete durch die UNESCO kann helfen, dem SDG 15 näher zu kommen.
  • Netzwerke und Initiativen unterstützen

Für Ökologie und Nachhaltigkeit muss man nicht zwingend das Rad neu erfinden: Gesunder Menschenverstand und die Unterstützung von bzw. das Engagement in bereits bestehenden Organisationen und  Initiativen können hier weiterhelfen: 2015 ist z.B. das UN-weite Jahr des Bodens, um eben die fortschreitende Zerstörung dieser Lebensgrundlage einzudämmen. Slow Food ist eine inzwischen internationale Initiative, die sich für die Aspekte des SDG 15 einsetzt. Es gibt das Europäische Netzwerk von Biokommunen: Die Bio-Städte, -Gemeinden und -Landkreise setzen sich zum Ziel, den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung verstärkt zu fördern.

Gesellschaftlichen Initiativen wie Urban Gardening, Lebensstile wie der der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) können genutzt werden, um das Bewusstsein für die Förderung der Vielfalt der Arten und Ökosysteme zu nutzen.

Und im Zweifel hat jeder ein Fleckchen Erde, auf dem er eine bedrohte Pflanzen- oder Tierart anbauen oder halten kann, Paten werden. . .


Das Wohlergehen aller Menschen, die Bekämpfung des Klimawandels und weitestgehender Arten- und Naturschutz bilden für uns das Fundament zukünftiger globaler Politik. Ohne die Vielfalt der Arten werden Nischen der Ökosysteme nicht mehr bedient, stocken Kreisläufe und kollabieren letztlich Ökosysteme, die das Fundament für das Wohlergehen der Menschen bilden. Wird jetzt nichts gegen den globalen Klimawandel getan, ist die Lebensgrundlage aller Wesen auf diesem Planeten bedroht.

Wir hoffen, dass die neuen Leitlinien nicht nur die globale Politik beeinflussen, sondern auch die Wertschätzung und das Bemühen der Menschen um eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen  stärken.

Importance of communication

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freestockphoto from picjumbo
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At the beginning of July a seminar has been held in a Centre providing superior academic programme to foreign students. This seminar has enabled students from the United States to become familiar with the vast topic of global challenges (i.e. climate change and sustainable development) but also the great transformation.

By showing some short videos, that have been done mostly by former students from KMGNE, the issue of climate change could be addressed and at the same time it was possible to establish a dialogue with the students. Indeed it is easier to make people understand and react with short stories. It was really interesting to see their reactions, some of them were already expected but some others were really surprising. According to the students, some videos wouldn’t have been suitable for the American audience because it was judged as too sensitive for example, or wouldn’t have worked if the people were not already familiar with the topic. Videos which were dealing with the topic of climate change in a positive or humorous way generally won unanimous support. They were judged as more effective. Once again it made me realize how communication is a powerful and really useful tool to spread a short message about a specific topic. The only thing is that you need to find the right way to do it to touch the audience.

It was also really astonishing to hear that a big part of the population still doesn’t believe that human activities have a (negative) impact on climate change. That’s how you realise that communication is something really important. They also discuss about the differences between German and American in terms of culture, habits, etc. Even if both societies are educated in a western style, it appears that they are both quite different.  For instance, one of the student calls the American culture to mind. It is said to highlight the individual freedom more than other countries meaning that decisions, choices, goals, etc. are considered as an individual’s responsibility rather than as a group. In that way, as they might have different ideas it can be more difficult to gather people around the same topic because they are expected to follow and take into account their own decisions and goals.

We also talked about technology innovation, the role that it plays in society and how it has changed society for the last decades.

In the end, this discussion with the students was offering a wealth of information for both parts which reinforces the idea that interdisciplinarity as well as transdisciplinarity are more and more needed if we want to bring some changes in society.

#focuscity | We introduce: Kristin Meyer

Kristin Meyer

“While working in the media comic and animation it is possible to realise even utopian and absurd concepts.”

Kristin Meyer | Art Mediator, Comic Artist (freelance worker)
Art Mediation, Comic- and Trickfilmworkshops, Inclusion

  • Workshop Animation

Kristin Meyer

During my workshops I offer a place where people with different backgrounds can meet and exchange ideas, thoughts and wishes and turn them into something creative. During six years, students, colleagues and me explored the city of Leipzig in the project „Comic meets L.E.“ at The Museum of Contemporary Art Leipzig. We followed obvious and hidden changes, met people at their working spaces or homes, developed new ideas for Leipzig in 2022 and realised them in comics and illustrations. By now I ´m involved in the project „Forscheralbum Leipzig“.

E-Mail: kristl.meyer@web.de
Homepage: www.keepsmesearching.blogspot.com

Samples | Animation, created in the workshops at the Summer University:

A Waste of Time | Summeruniversity 2014 #SUI14

You may say I ´m a dreamer | Summeruniversity 2013 #SUI13

More Samples

Forscheralbum Leipzig
City exploration with children from different districts of Leipzig in occasion of the 1000th City anniversary, 2015

Comic meets L.E. City 2022
Inclusive Comic-Workshop at The Museum of Contemporary Art (Price Winner of „Land der Ideen“ 2011), Topic: Future of Leipzig, 2014

How to build a family, inclusive Animation-Workshop | Topic: Family, 2013

#focuscity | We introduce: David Donschen

David Donschen

“Instead of scientists we will become acoustic storytellers. We will figure out how we can tell the story of “Climate change” in an audio in a way which touches the listeners.”

David Donschen | Local Reporter in Berlin

  • Workshop Podcast
David Donschen
David Donschen

Bringing the topic “sustainability” into journalism is very difficult.

I am working as a local reporter in Berlin. This means I have to think about which topics are close to the everyday life of the people. A topic like “Climate change” for example is too big and too complex and nothing which most people are thinking about every day.

On the other hand local journalism is perfect for explaining what the results of global warming could be. You can pick up the people “at their front door” to show them what climate change precisely means for their city, region or a country

twitter: @DDonschen
Homepage: David Donschen

Samples | Audio drama, created in the workshops at the Summer University:

We are the players, not the cards, Summeruniversity 2014 #SUI14.

Dripping point: WhATER you talking about?, Summeruniversity 2013 #SUI13.

Music by Handmade – Foggy_Dew”. Produced by Viola Raddatz, Hoang Do Minh, Janosch Borner, Magdalena Machalicka, Evangelia Kalogiannaki and David Donschen. The participants worked with David Donschen at the radiostation “Studio Malchin”.

More samples:

A video documentary about a rabbi in Berlin. (german only)
Dein Leben und ich – In der Jüdischen Gemeinde | ARD Mediathek, rbb 2015

Audio report about refugees in Berlin | INFOradio rbb 2015

A soundslide about a coroner
Zu Besuch bei der Rechtsmedizinerin Saskia Guddat | ARD, rbb 2012

Coline Raguénès | New life in Berlin and intern at KMGNE

Working at KMGNE

Photo_ColineComing to Berlin to work at KMGNE is really exciting for me. It’s like taking a leap into the unknown. All is new, the city first, but also the people, the custom, and last but not the least the language. Before coming I had no idea what to expect even if I tried to guess. Even for the work, I had so many questions in mind. I can say that every day here is a new discovery.

KMGNE is a great opportunity for me. Opportunity to discover a new culture and way of working, to take part into different projects all dealing with climate change and sustainable development but in different ways, but also to broaden my skills.

I am not an expert in climate change and sustainable development but I am eager to learn more about it and new ways of communication.

In the past

After a bachelor’s degree in Economics and Management, I couldn’t come with a precise idea of what I wanted to do for the next years. Therefore I thought that a gap year would be a great idea, I would have time to think about my future but also to discover and open-up my mind to a new and unknown culture.  Another benefit was that I would improve my English.

Then I had to choose the destination… Instantaneously, Australia came to my mind. I always dreamt of discovering this country / continent. There I learnt to be able to leave my comfort zone in my everyday life. This was my first long experience abroad on my own. I had such an amazing time there and met some extraordinary people. Since then I can’t stop thinking about discovering some more countries and cultures.

Eventually, I came up with the idea of working in the field of European and International projects which will allow me to work in cooperation with different countries on the same project; and also to share and compare different points of view.

Taking part into an INTERREG project last year strengthen this idea. The project, called Local Wood Hub, dealt with sustainable development and enhancement of local-forest wood field. There, I had the chance to meet different stakeholders and to see the importance of working in cooperation. Indeed it can led to good practice and learning opportunities thanks to intercultural exchange of experience.

Now I can’t wait to contribute to the projects and to learn more every day.