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Bildung für Transformation – Stadt und Land zusammen gedacht

Die Erde steht vor Herausforderungen wie Wandel des Klimas, der Bevölkerungszahl und –Struktur, sowie der Notwendigkeit alle ausreichend und nachhaltig zu versorgen. Alle Regionen – ländliche wie städtische – sind dabei von den Veränderungen betroffen. Darum reicht es auch nicht die Herausforderungen lokal begrenzt, z.B. durch den Aufbau einer Smart City, anzugehen. Die Stadt braucht das Land für die Versorgung, genauso wie das Land die Stadt als infrastrukturelles, wie auch soziales Zentrum benötigt. Doch wo fängt man mit der Veränderung an und wo hört man auf?

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Nationale Konferenz am 23. März – Umsetzung nachhaltiger Konsum in Deutschland: Vom Ver- zum Gebraucher?

Anlässlich der 2015 beschlossenen Agenda 2030 der Vereinten Nationen, deren Sustainable Development Goals (SDGs) entwicklungs- und umweltpolitische Ziele einer globalen nachhaltigen Entwicklung vorgeben, entwickelte die deutsche Bundesregierung ein Nationales Programm für nachhaltigen Konsum. In dessen Rahmen wurde am 23. März in Berlin das Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum eingeweiht, das unter Obhut des Umweltbundesamtes als ressort-  und akteurübergreifende Vernetzungs- und Koordinationssplattform ausgebaut werden soll.

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Ist unsere Welt noch zu retten?

Farn

Unsere Welt ist bedroht, und die Bedrohungen sind zahlreich. Aber es sind nicht nur Bedrohungen durch Kriege oder Asteroiden, sondern auch – vermeintlich – harmlosere Gefahren, um die wir Menschen uns dringend kümmern müssen. Denn das Klima gerät aus der Balance, mit zerstörerischen Folgen.

Ambitionierte Beschlüsse zur Rettung der Erde gibt es mit der 2030-Agenda bereits. Jetzt kommt es auf uns alle an: wenn wir uns auch in 100 Jahren auf unserer Erde noch zuhause fühlen wollen, muss jeder etwas tun. Aber wir können auch etwas tun, und zwar wirklich jeder Einzelne.

Die 2030-Agenda

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf einem Gipfeltreffen in New York die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. In dieser Agenda wurden globale Zukunftsziele beschlossen, die deutlich ambitionierter sind als alle vorhergehenden Beschlüsse. Die 17 sogenannten SDGs (sustainable development goals – nachhaltige Entwicklungsziele) umfassen alle wichtigen Bereiche, die für das Fortbestehen des Planeten Erde wichtig sind.

Die Rolle der ländlichen Räume

Für die Erreichung der 17 SDGs kommen dem ländlichen Raum eine besondere Bedeutung zukommt, vor allem für bestimmte ausgewählte Nachhaltigkeitsziele. Als erstes ins Auge fällt dabei das ZIEL 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.

In der Realität – ein Fallbeispiel

Vor einigen Jahren bin ich auf’s Land gezogen und erlebe täglich, wie weit viele Mitmenschen von der Umsetzung dieses Ziels entfernt sind. Auch wenn die “Natur” ja vor der Haustür zu sein scheint, sind Gärten, Wiesen und Äcker häufig so “aufgeräumt” wie das Wohnzimmer ihrer Bewirtschafter. Rasenflächen sind reine Monokulturen, die Felder sowieso, das “Unkraut” wird mit chemischen Mitteln bekämpft, genau wie die “Schädlinge”.

So verwundert es nicht, dass die Bienen heutzutage schon mehr Nahrung in den Städten finden als auf dem Land. Und das gilt ebenso für andere Spezies, wie die Igel, die in den eintönigen Gärten kaum noch Nahrung finden und immer öfter verhungern.

Igel

Die Gründe dafür?! Wenn man die Leute fragt, hört man oft das Argument “das haben wir schon immer so gemacht”. Die Industrialisierung der Landwirtschaft ist in den Köpfen immer noch ein Segen, denn er hat vor vielen Jahren die Erträge gesteigert und damit den Wohlstand in den ländlichen Räumen gesteigert. Dass dieser Effekt dabei ist, sich ins Negative umzukehren, indem die Böden ausgelaugt werden, der Verlust der Artenvielfalt die biologischen Kreisläufe schädigt und die Gifte sich längst in der Nahrungskette – und damit in den Menschen selbst – anreichern, ist den meisten Landbewohnern noch nicht bewusst.

Während in den Städten durch das Kundenverhalten mit der steigenden Nachfrage nach Bio-Produkten eine gewisse Trendwende angestoßen wurde, sucht man Bio-Läden auf dem Lande in vielen Regionen noch vergeblich.

Der Weg zum Umdenken

Umdenken und Bewusst-Werdung ist also die Voraussetzung zur Umsetzung des SGD 15 ist. Seine Erreichung ist daher eng mit dem dem ZIEL 4 verknüpft: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.

Denn Umdenken tut not, und auch wenn es bereits viele Naturschutz-Initiativen gibt, die immer wieder auf diese Effekte hinweisen, erreichen sie die eher konservativ denkenden Menschen auf dem Land oft nicht. Vorschläge zur Steigerung der Nachhaltigkeit oder des Naturschutzes werden oft als “grüne Spinnereien” abgetan, wohl auch, weil ein Umdenken unbequem wäre und Konsequenzen nach sich ziehen müsste. Hier müsste ein Weg gefunden werden, auch Bewohner im ländlichen Räumen mit geeigneten Medien, Botschaften und Verbreitungswegen zu erreichen, um ein Umdenken anzustoßen.

Die Rahmenbedingungen

Ein weiterer Aspekt ist wichtig für die Entwicklung der ländlichen Räume: die Infrastruktur, also ZIEL 9.

Straßen gibt es genügend, denn beim Ausbau des Straßennetzes ist in den Jahren seit der Wende – vor allem in den neuen Bundesländern – viel erreicht worden. Dass die motorisierte Fortbewegung mit Verbrennungsmotoren zu großen Problemen im Klimaschutz führt, ist inzwischen selbst in den Köpfen der Landbevölkerung angekommen, jedoch fehlen hier gangbare Alternativen. Der öffentliche Nahverkehr ist, wenn überhaupt vorhanden, sehr Benutzer-unfreundlich ausgebaut und treibt daher selbst umweltfreundlich eingestellte Pendler zur Benutzung eines privaten PKWs – eine erhebliche Schwachstelle bei der Erreichung der Ziele für Menschen, die auf dem Land leben.

Fazit

Den ländlichen Räumen kommt eine wichtige Bedeutung zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der 2013-Agenda zu. Vor allem die Landwirtschaft ist ein einflussreicher Faktor, und ihre Auswirkungen auf das SGD 15 (und andere, z.B. auch Ziele 2 und 3) erheblich. Veränderungen und Innovationen, die bei der Erreichung der SGDs helfen können, vollziehen sich auf dem Lande langsamer als in den Städten. Zusätzlich hinken die ländlichen Räume in Sachen Bildung und Infrastruktur den Städten oft noch hinterher.

Es lohnt sich also, in Entwicklung der ländlichen Räume zu investieren, denn hier sind viele Potenziale ungenutzt, die ohne große finanzielle Investitionen ausgeschöpft werden könnten.

Quelle Fotos: pixabay.com, Fotografen unbekannt

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Black Planet

Die große Transformation und das Schweigen der Medien

Tagung, 20. / 21. Juni 2016, Evangelische Akademie Berlin
Vortrag von Dr. Joachim Borner zum Thema “Der Versuch, Zukunft zu kommunizieren”

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DAAD Dozentur in Chile für Transformationsforschung

Im Rahmen der Entwicklung des internationalen Masterstudienganges zur großen Transformation arbeitete Joachim Borner auf Einladung der Universidad Academia de Humanismo Cristiano in Santiago de Chile im Dezember/Januar 2015/2016 zu und in Transformationsprozessen. Es ging um Kommunikationskompetenzen, sowohl als Teil der transformative literacy als auch als Medium des kollaborativen Lernens der Transformationen. Diskussionen methodischer Fragen transdisziplinären Arbeitens und zu Strukturen des Reallabors spielten dabei eine wesentliche Rolle.

Aufgeteilt auf mehrere Veranstaltungsformate wurde mit Studierenden, Nachwuchswissenschaftler_innen sowie Dozent_innen der Universidad Academia de Humanismo Cristiano und kooperierender Universitäten zusammengearbeitet.

In einer Lehrveranstaltung ging es um Nachhaltigkeitsmanagement und Transdisziplinarität in den Umweltwissenschaften. Partizipative Planungsinstrumente und -verfahren können bürgergesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und Veränderungen in regionalen Steuerungsverfahren initiieren (Governance). Die Stakeholder-orientierte Kommunikation spielte hierbei eine wesentliche Rolle. Sie bietet Methoden der Sensibilisierung, Aufklärung, Aushandlung und Willensbildung von lokalen sowie regionalen Entscheidungsprozessen.

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Eine zweite Lehrveranstaltung trug den Titel “Große Transformation und robustes Wissen”. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ergebnisse der Klimakonferenz in Paris und den SDGs der UNO ging es vor allem darum, welche Rolle der Wissenschaft nun in den vor uns liegenden Transformationsprozessen zukommt. Wie kann sie zu den Herausforderungen wie Risikokommunikation, Bildung, Partizipation und Teilhabe in Kommunikationsprozessen beitragen? Wenn wissenschaftliche Aussagen zum Verständnis und zur Akzeptanz von Transformationen beitragen sollen, werden sie so formuliert werden müssen, dass sie von Stakeholdern auch wahrgenommen werden können. Die Nutzung moderner Formate – etwa der sozialen Medien – kann hier eine wichtige Funktion einnehmen.

In einer weiteren Lehrveranstaltung wurde in die methodische und forschungskonzeptionell neue Anlage von transformativer sowie von Transformationsforschung eingeführt. Abgeleitet von Projekten der Citizen Science und Forschungswende sowie Zugängen der „open Science“ ging es um die Gestaltung lateinamerikanischer bzw. chilenischer Forschungsschwerpunkte im Rahmen der großen Herausforderungen wie die Senkung oder Vermeidung von CO2-Emissionen, Landnutzungs- und Strategien der Regionalentwicklung, Effizienzsteigerungen, der low-carbon-culture und die Gestaltung von Zukunftsstädten.

Im Rahmen des Diplomado Internacional de Verano fand zudem ein Blockseminar statt, das die audiovisuelle Kommunikation und das transmediale Storytelling im Kontext des Klimawandels zum Thema hatte. Dabei ging es insbesondere um den urbanen Raum als Ort des Wandels. Von der Problemanalyse und Konzeptmodellen bis Gruppenaushandlungen und Roadmaps wurden Zukunftsszenarien entwickelt, die im weiteren Verlauf des Diplomados in verschiedene Kommunikationsformate weiterentwickelt werden.

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Von diesen eher herkömmlichen Formaten unterscheidet sich das Reallabor Acciones para el Bosque, eine Initiative der Internationalen Sommeruniversität für wissenschaftliche, Bildungs- und Kongress-Einrichtungen Chiles und Deutschlands, die ihre Veranstaltungen CO2-neutral organisieren wollen. Das Reallabor zielt erstens auf die Verbreitung des Vorhabens in den wissenschaftlichen und Bildungseinrichtungen Chiles und zweitens auf die Unterstützung der Kommunen, die sich beteiligen und Flächen für Klimawälder sowie Ressourcen zur Verfügung stellen.

Konkret geht es um folgende Realexperimente:

  • Den Transfer von Finanzierungsmodellen für die CO2-Bindung (z.B. Waldaktie, Moorfuture)
  • Die Beratung der kommunalen Verwaltungen von Rio Hurtado, La Ligua, Melipilla, La Pintana bei der Implementierung von Klimaanpassungsmaßnahmen, Partizipation, Kommunikation, Governance im Zusammenhang mit Forschungsansätzen in Realexperimenten
  • Die Kooperation mit dem Aufforstungsansatz „Alhue“.

Informationen zum Projekt

Neue Kommunikationskompetenzen braucht die Wissenschaft

10. Master Class Course Cenference „Renewable Energies“ an der Hochschule für nachaltige Entwicklung Eberswalde: “Kommunikation des Klimawandels – zur Entwicklung einer neuen Energiekultur”

 

DSC03663 (Medium)Die „Große Transformation“, bedarf vieler gesellschaftlicher und kultureller Wandlungsprozesse. Darin kommt der Wissenschaft eine Schlüsselfunktion zu. Zum einen, weil dort das Wissen über Klimawandel und die damit einhergehenden sozialen Veränderungen produziert wird. Des weiteren muss dieses Wissen in einer Art und Weise kommuniziert werden, die über herkömmliche wissenschaftliche Kanäle und Formate hinausreicht. Denn hier geht es, vereinfacht gesagt, nicht mehr nur darum, Fachwissen in Journalen zu publizieren, wo es nur einer elitären Gruppe von Menschen, eben den Vertretern der Wissenschaft, zur Verfügung steht. Wenn die Wissenschaft an der Großen Transformation teilhaben will – und das sollte sie – dann muss auch sie Modifikationen bzw. Updates zulassen.

 

DSC03666 (Medium)Dazu gehört, dass sich die Wissenschaft – zumindest was existentielle Zukunftsprobleme betrifft – endgültig von dem Gedanken der Disziplinen lösen und transdisziplinär werden muss, eine Wissenschaft die gesellschaftliche Relevanz in den Vordergrund stellt. Ferner sollte es ihr Anliegen sein, Mittel und Formate zu finden, um ihre Erkenntnisse in die Öffentlichkeit oder besser in diverse Öffentlichkeiten kommunizieren zu können. Hier kommt den Medien eine wichtige Funktion zu. Schließlich geht es darum, robustes Wissen zu erzeugen, also Wissen, das Gestaltungskompetenzen und transformative literacy generiert und durch diese mitgeneriert wird.

 

 

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Diesen einführenden Grundlagen Joachim Borners ließ das Kolleg in ihrem Panel der „Master Class School Conference“ am 3.12. Taten und drei Foren folgen, in denen eine solche Form der Wissenschaftskommunikation im Rahmen der Hochschulausbildung erprobt wurde und die Studierenden selbst aktiv werden konnten. Joachim Borner stellte den Studierenden die Aufgabe, Klimafolgen in textlich fixierten Geschichten zu erzählen, was die Studierenden beispielsweise zu einer Werbeanzeige motivierte. DSC03669 (Medium)Im Forum von Anne Mette entwarfen die Studierenden einen prozessualen Stakeholder-Dialog zu Klimaanpassung im Szenario eines Dammbaus zum Schutz einer am Meer gelegenen Gemeinde. In Thomas Kleins Forum implementierten die Studierenden das Thema Energiewende in die Variation eines gängigen Fernsehformats unter Rückgriff auf eine populäre Science-Fiction-Figur.

 

 

 

 

 

Es zeigte sich in den Foren – bei aller gebotenen Vorsicht angesichts des sehr knappen zeitlichen Rahmens – dass eine Wissenschaftskommunikation, die robustes Wissen in die Wissensvermittlung einzubauen gewillt ist, die entsprechend auch Gestaltungskompetenz sich ausbilden lassen will, in der Lage ist, Studierende gewinnbringend zu motivieren.DSC03674 (Medium)

 

Thomas Klein | KMGNE

Programm der Tagung

J.Borner | Ziemlich beste Freunde? | Anmerkungen

Anmerkungen zur Tagung: Ziemlich beste Freunde? – Forschung von Wissenschaft und Zivilgesellschaft für nachhaltige Transformationen

„Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimaschutz, Armutsbekämpfung oder Erhalt der Biodiversität erfordern umfangreiche gesellschaftliche Transformationen. Es werden wissenschaftlich fundierte und in der Praxis anwendbare Lösungen für komplexe Nachhaltigkeitsprobleme benötigt. Die produktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft könnte dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Das ist für beide Seiten nicht ohne Risiko: Verbände suchen konkrete Ideen für Positionierung und Kampagnen, die Ergebnisse aus Forschungsprojekten liegen allerdings häufig erst nach einigen Jahren vor und sind sehr kontextspezifisch. Forscher/innen fürchten um die Unabhängigkeit ihrer Ergebnisse, wenn Praxisakteure ihre Interessen einbringen. Können die ungleichen Partner Wissenschaft und Zivilgesellschaft also „beste Freunde“ sein?

Viele Beispiele der Kooperation von Zivilgesellschaft und Wissenschaft in transdisziplinären Forschungsprojekten zeigen, dass die Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar sein kann und Forschungsergebnisse mit hoher Relevanz hervorbringt. Eine weit entwickelte Kooperationskultur in der Breite fehlt aber. Ziel der Tagung ist es, Praxis und Perspektiven dieser Zusammenarbeit zu reflektieren. Wie groß die Potenziale für gesellschaftliche Innovationen und konkrete Problemlösungen sind, wird in Workshops am Beispiel der Handlungsfelder Nachhaltiger Konsum und Sustainable Development Goals diskutiert. Dazu werden die bisherigen Lernprozesse der Plattform Forschungswende reflektiert.“
Auszug aus dem Programm

Splitter

In der Gesellschaft vollziehen sich Werteveränderungen. Bürgerenergiegenossenschaften entstehen unbemerkt und unbegleitet von Wissenschaft. Dabei stecken wir mitten in der Transformation der Wissenschaften – gleichbedeutend mit einem Kulturwandel. Exellenz, Relevanz und Transdisziplinarität sind seine Eigenschaften.

Auch wenn traditionelle wissenschaftliche Institutionen nur schwer anerkennen wollen, dass es kein gesellschaftliches Subsystem gibt (also auch nicht die Wissenschaft), das (1) das wesentliche Wissen „besitzt“, (2) die Bedingungen der Erzeugung von Wissen in der Hand hat, (3) in der Lage und legitimiert ist, das erzeugte Wissen zu bewerten (4) und die Ergebnisse zu implementieren – scheint evidente Wissensgenerierung für Transformationen durch Kooperation zu sichern sein.

Wissenschaft geht nur mit der Gesellschaft und ihrer Kritik; man könnte sagen: zum capacity building der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zum Dialog kommt comunity building zum kollaborativen Forschen. Dabei ist die Produktivkraft der uneingeladenen Partizipation viel stärker zu nutzen und Wissenschaft zwischen beiden Systemen viel verschränkter verstehen als bislang. Und Wissenschaft geht nur, wenn sie sich selbst unter Nachhaltigkeitsaspekten reflektiert und verändert.

/// Sowohl bei einigen vorbereiteten Denkanstößen als auch bei Fragen bzw. Interventionen durch Teilnehmende war die Diskrepanz zwischen Potenzial des Themas und Niveau des Diskurses leider nicht zu übersehen. ///

Website Konferenz mit Keynote und Präsentationen
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Fotos Konferenz

J. Borner | Transformative Literacy und Transformation Literacy

A long way to transformation | schoolbus

Die „Große Transformation“ (auch der Städte) erfordert neue Formen des Wissens, erweiterte Formen der Wissensgenerierung, kontroverse Aushandlungen der Deutungen sowie der Integration von Wissen in die „Denkstile“ der verschiedenen Interessen- und Milieugruppen der Gesellschaft. Schon diese Aufzählung deutet auf eine Gruppe von Fähigkeiten oder Kulturtechniken hin, mit denen sich „offene“ Gesellschaften, also veränderungsfähige Gesellschaften (pro)aktiv ausstatten müssen, um sich an die globalen Veränderungen anpassen zu können.

Das System der Fähigkeiten und Kompetenzen, das sich korrespondierend zu den Herausforderungen entwickelt, und das die „Große Transformation“ mit ihren unterschiedlichen Phänomenen: der Wachstumswende, der Klimakultur, der Landnutzung, der Artenvielfalt u.a., ausmacht, lässt sich mit dem Begriff der

Transformative Literacy rahmen.

Scholz illustriert, wie das Wissen unterschiedlicher naturwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Disziplinen zusammenfließen muss, um eine solche „Alphabetisierung“ zu entwickeln. (www.oekom.de/gaia | GAIA 22/2 (2013): 82– 86) So verstanden, integriert Transformative Literacy System-, Ziel und Transformationswissen, das heisst Wissenstypen, die konstitutiv für eine transdisziplinäre Wissenschaft sind (CASS und ProClim 1997). In seinemWerk Environmental Literacy in Science and Society hat Scholz (2011) mit dem Begriff der Literacy Wissensprozesse im Umgang mit Mensch-Umwelt-Systemen beschrieben. Scholz versteht unter Environmental Literacy „the ability to read and utilize environmental information appropriately, to anticipate rebound effects, and to adapt to changes in environmental resources and systems, and their dynamics“ (Scholz 2011, S. 540 f.).

Dieser Zugang ist mit seinen Elementen der transdisziplinäre Kooperation verschiedener Wissenstypen, der prozessualen Reformulierung von System-, Ziel- und Transformationswissen – d.h. der Generierung eigenen Transformationswissens während der Transformation (Borner ) eine große Hilfe für die Identifizierung dessen, was Gesellschaft an Kulturtechniken und Institutionen braucht, um mit globalen Umbrüchen innerhalb planetarischer Leitplanken umgehen zu können.

Dennoch ist diese Definition, die sich auf Wissen beschränkt, zu eng. Der Begriff der Kompetenzen ist dagegen umfassender, situativer und v.a. handlungsorientiert (Output- und Outcome-orientiert). Er schafft Brücken zwischen wissenschaftlichen Bereichen der Gesellschaften und den Bereichen, in denen Implementierungen – wie in der Stadt, in der Energiewirtschaft, in der Landnutzung – stattfinden sollen.

Kompetenzen zeigen sich, wenn beim Zusammentreffen situativer Herausforderungen (Problemen) und dem individuell, institutionell oder gesellschaftlich zur Verfügung stehenden Potenzial angemessen gehandelt werden kann. Erpenbeck nennt Kompetenzen „Selbstorganisationsdispositionen“. Darin sind eingeschlossen: Wissen/Kenntnisse, Fähigkeiten, kreative Denkhandlungen, Methoden – aber ebenso die Haltungen und Gefühle, Werte, Einstellungen und Motivationen – also auch die Interessen!

A long way to transformation | schoolbus

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat in seinem Hauptgutachten zur „Großen Transformation“ (WBGU2011) eine transformative Wissenschaft im Sinne von „transformativer Forschung“ und „transformativer Bildung“ gefordert. Damit zielt er auf eine Wissenschaft, die gesellschaftliche Veränderungsprozesse nicht nur versteht, sondern die in deren Gestaltung auch aktiv eingebunden ist und aktiv eingebunden werden will. Die transformative Forschung als eine „Forschung, welche die Transformation konkret befördert,[…)] unterstützt Umbauprozesse durch spezifische Innovationen in den relevanten Sektoren“ (WBGU2011, S. 23). Ferner kann „[…] transformative Forschung größere Wirkung entfalten, wenn die Entwicklungsaktivitäten […] in einen systemischen Kontext eingebettet werden, […] und die Bedingungen für transformative Wirkung reflektiert werden. […] Die transformative Forschung umfasst somit ein Spektrum von einer rein disziplinär verankerten bis hin zu systemisch angelegter

Forschung“ (WBGU 2011, S. 23 f.).

In dieser Rahmung beschreibt Transformative Literacy die folgenden Eckpunkte:

(a) die Fähigkeit, neuartige, aber auch unsichere und diffuse Informationen über gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu verstehen (z.B. natürliche oder soziale Kippschalter). Man muss sich das vorstellen als Erkundung/Entdeckung völlig neuer Welten, in denen nicht die gewohnten Regeln, Wertungen, Rituale gelten – oder als einen Prozess eigener Alphabetisierung;

(b) die Kompetenzen, den durch die Veränderungen ausgelösten Stress auf die traditionellen Strukturen, Institutionen und Spielregeln zu deuten/ wahrzunehmen und hinsichtlich seines Störpotenzials als bewältigbar innerhalb der existierenden gesellschaftlichen Systeme einzuschätzen oder aber systemexterne Lösungszugänge und deren erhöhte Konfliktintensität zu identifizieren.

(c) die Kompetenzen (der Protagonistensysteme), sich zukünftige Alternativen „modellieren“ zu können. D.h. über unterschiedliche „Wenn – Dann“ Szenarien in komplexen und dynamischen Umbruchprozessen für die eigene Stadt, die rurale Region, die Branche, die kulturelle Lebensweise etc. Visionen zu entwerfen, die Orientierungen für heutige Entscheidungen mit Zukunftswirkungen geben. Diese Visionen können auch mit dem Begriff der Design Fiction bezeichnet werden.

Es geht also darum, im Umgang mit Transformationsprozessen gestaltungsorientierte und reflexive Fähigkeiten in der Wissenschaft sowie in der Gesellschaft als Ganzes zu schaffen.

Das bedeutet,

(d) sich und weitere Akteure unter ähnlichen Werten und „selbstverständlichen“ Normen zum Handeln und zum Gestalten dieser Zukunftsvisionen zu motivieren und/oder Kontroversen zu initiieren. Kontroversen über die der anerkannte und akzeptierte Werterahmen, der die Transformation leitet, , (immer wieder) ausgehandelt wird. In der Aushandlung wird die Transformation nicht linear, sondern in den durch die Aushandlungsprozesse notwendigen Schleifen und Wegänderungen geleitet. Eine im Wasser schwimmende Boje kann als Metapher für das nicht statische Ziel und den „beweglichen“ Weg herangezogen werden.

(e) die Kultur der Kontroverse als „Produktivkraft“ der proaktiven oder aus der Zukunft abgeleiteten Vision (soziales robustes Wissen erster Stufe). Die Kontroverse als nichthierarchische Diskursform von Wissen und Deutung über die Welt ersetzt den Konsens als handlungsleitende Mentalität.

(f) dass die Kultur des Erinnerns und des sozialen Gedächtnisses, insbesondere von extremen gesellschaftlichen Ereignissen – wie Erdbeben, Kriegen, sowie der Antizipation auf die Jetztzeit einen größeren Akzeptanzrahmen für Anpassungsmaßnahmen schaffen kann.

Transformation Literacy fragt entsprechend

auf der gesellschaftlichen Ebene – auf der institutionellen Ebene – auf der individuellen Ebene (Person) nach den Kompetenzen und dem Kompetenzsystem, welches notwendig ist um die Transformation in ihren unterschiedlichen Phänomenen zu verstehen (Lernkompetenz), in ihren dynamischen und komplexen Abläufen handeln zu können (Handlungskompetenz unter Ungewissheiten) und kreativ und proaktiv eine Roadmap zu „planen, die sich an einem Zukunftsbild (Vision) orientiert (Gestaltungskompetenz).

Demnach geht es bei der Transformation Literacy um die Fähigkeit, Transformationsprozesse adäquat in ihrer Vieldimensionalität zu verstehen und eigenes Handeln in Transformationsprozesse einzubringen. Denn Transformative Literacy macht sich daran fest, welche Informationen über soziale Veränderungsprozesse adäquat gelesen, interpretiert und genutzt werden, um sie in politische und ökonomische Entscheidungen einzubringen. Aus akademischer Sicht hat die Transformative Literacy eine technologische, ökonomische, institutionelle und kulturelle Dimension – wobei oft die technologische Sicht auf Veränderungsprozesse dominiert. Um die „Große Transformation“ zu meistern, muss dieses Ungleichgewicht beseitigt aber auch die unterschiedliche Dynamik in den Dimensionen in der aktuellen Transformationsdebatte beobachtet werden. (siehe Schneidewind)

Literatur

Scholz, R.W. 2011, Environmental Literacy in Science and Society, From Knowledge to Decisions, Cambridge. Cambridge University Press

Schneidewind, U. 2013, Transformative Literacy, Gesellschaftliche Veränderungsprozesse verstehen und gestalten. GAIA 22/2: p. 82–86
http://epub.wupperinst.org/files/4938/4938_Schneidewind.pdf [2015-07-13]

WBGU, 2011, World in Transition – A Social Contract for Sustainability, Flagship Report
http://www.wbgu.de/en/flagship-reports/fr-2011-a-social-contract/ [2015-07-13

Eine unbequeme Wahrheit | Anne K.

FeaturedBerlin | Business-as-Usual trotz Klimawandel

Seit dem Film von Al Gore vor 10 Jahren hat sich die gesellschaftliche Diskussion über den Klimawandel und den globalen Wandel insgesamt gewandelt. Als Kind der “Generation Y” frage ich mich nicht nur, wie will ich in Zukunft arbeiten und wie will ich leben – ich frage mich auch, wie werden und wollen wir alle  – damit meine ich die Spezies Mensch insgesamt – leben!

Schüler, Student, Change Agent

Ich studierte zunächst Wirtschaftskommunikation in meiner Heimatstadt Berlin und lernte die komplexen Beziehungen und Prozesse zwischen Wirtschaft, Medien und Gesellschaft kennen. Die Macht der Medien und der Wirtschaft auf Politik – und damit die Zukunft meiner Generation empfand ich erst als erschreckend. Warum nicht Medien und Wirtschaft nutzen, um selbst mit zu gestalten?

In meinem derzeitigen Studiengang Global Change Management in Eberswalde, geht es vor allem um das Begreifen komplexer Systeme und globaler Veränderungen. Die Anthroposphäre und Ökosphäre sind nicht getrennt, sondern eins. Die Gesellschaft und Wirtschaft sind auf die Umwelt angewiesen und können ohne sie nicht existieren. Der Wald braucht dagegen keine Förster und funktioniert trotzdem.

Die Party geht weiterBerlin | Business-as-Usual trotz Klimawandel

Die Welt ist mit der Globalisierung unübersichtlicher geworden und  zahlreiche Prozesse haben sich beschleunigt. Im Fernsehen geht es darum wie man die beste Figur auf dem Laufsteg macht, in Zeitschriften wie man fit für den Sommer wird, in der Zeitung um den neuesten Promi- oder Politiker-Skandal und im Internet um Handzeichen der jungen Elisabeth II. Aber wer redet von morgen?

In Bonn wurden und in Paris werden dieses Jahr Weichen für unser aller Zukunft gestellt. Es geht um Fragen wie:

  • Wie können mehr Menschen weniger konsumieren?
  • Wie bekommen wir 10 Mrd. Menschen satt?
  • Wohin siedeln wir die vom Meeresspiegel-Anstieg bedrohten Menschen hin um?
  • Wie sollen die Menschen in Städten versorgt werden?
  • Welche Tier- und Pflanzenarten sind noch zu retten?
  • Wohin mit all dem Müll?
  • Was muss gegen den Klimawandel getan werden, damit es uns in 100 Jahren noch gibt?
  • Was sind wir bereit aufzugeben, um zu retten, was noch zu retten ist?

Ist es Ignoranz, dass keiner darüber redet? Sind diese Fragen und die damit verbundenen Forderungen zu “unbequem”? Man läuft durch Berlin, bekannt durch seine Partys und im Moment großer Touristenmagnet: Den Blick auf ihre Smartphones gesenkt rennen viele zur nächsten Party, zum nächsten Event, zum nächsten “Place-to-be”.

  • Sieht jemand die vertrocknenden Bäume in der Stadt, die unter Schädlingen ächzen, weil es in Berlin schon jetzt trockener und bald ca. 2°C wärmer ist?
  • Entscheiden sich Wohnungssuchende für Wohnungen mit Blick zum Innenhof, weil Dachgeschosse zu Backöfen werden?
  • Denken die Menschen in den Autokolonnen morgens 7:00 auf der Frankfurter Allee über das Absaufen der Malediven und den Kollaps der Meere nach?
  • Denken die KaDeWe Kunden am Nespresso-Stand über den Müllstrudel im Pazifik nach?

Zurück auf Null

Für mich ist es an der Zeit wirklich umzudenken, auch wenn ich gern in den Urlaub fliege etc. pp. Die Party ist vorbei, was nicht heißen soll, dass nun der Spaß aufhört! Spaß mit Verantwortung, mitgestalten und kooperieren, kommunizieren und austauschen, umdenken, neu denken und umschmeißen – das müssen unsere Parolen sein!

Während meines Praktikums bei KMGNE möchte ich meinen Beitrag zur kreativen Neugestaltung der Zukunft leisten und weiterhin so viel wie möglich über unsere Welt lernen. Andere aufzuklären und aufmerksam zu machen ist dabei auch ein Beitrag. Zukunft und nachhaltige Entwicklung gestalten kann jeder – los geht´s!

J. Borner / M. Zienert | Splitter

Klimawandel und Kommunikation

Der Klimawandel ist in den vergangenen 15 Jahren immer besser durch die comunity der naturwissenschaftlichen Klimaforschung (IPCC) beschrieben worden. In den Massenmedien ist zwar keine systematische noch weniger eine systemische Darstellung des Phänomens erfolgt aber die wesentlichen Beschreibungen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Die Herausforderung heute ist es, die „Transformation“ zu verstehen, die hinter dem Klimawandel steckt. Es geht um die Transformation gesellschaftlicher Strukturen, Verhaltensweisen und Spielregeln, die notwendig ist, um sich vor dem Klimawandel zu schützen und sich Veränderungen anzupassen. Diese Transformation hat den Charakter einer sozialen Alphabetisierung! Und diese soziale Alphabetisierung eines „ lesen lernens“ der Transformation ist die reale Aufgabe der Klimakommunikation!

(Die „great transformation“ ist ein international anerkanntes, strategisches Konzept des WBGU zur Bewältigung von komplexen Krisen/nachhaltige Entwicklung. Es adaptiert den Ansatz von Pollany. Dieser hatte die industrielle Revolution als große Transformation beschrieben.)

Das Problem ist, dass die Veränderungen so schnell ablaufen, dass die analytischen Methoden der Wissenschaften zu langsam für die zeitnahe Reaktion der Gesellschaft sind. Um die Folgen des Klimawandels zu verstehen, brauchen wir die Vielzahl von Wissenstypen und ihrer Träger, die ihren Beitrag zur strategischen und aktuellen Gestaltung einer zivilisatorischen Klimakultur leisten. Die verschiedenen sozialen Wissenstypen (Kunst, Wissenschaft, Erfahrungswissen, indigenes Wissen…) müssen sich verständigen und transdisziplinär kooperieren.

Nur so entsteht „robustes Wissen für die Veränderung“ – ( robustes Wissen ist eine soziologische Kategorie zur Beschreibung von gesellschaftlicher Akzeptanz, Legitimation und Partizipation an der Transformation!)

Dass die Wissenschaft ihre analytische / empirische Beschreibung der Welt (und mögliche Entwicklungstrends) dazu beiträgt ist klar.

Kunst leistet in unserem Verständnis ihren Beitrag in der Entwicklung einer (Widerstands)-Ästhetik, die erkenntnistheoretisch das robuste Wissen stärkt: Als Ablehnung und Widerstand gegen alte Konventionen, Institutionen und Strukturen und/oder als kulturelle Innovation (siehe Bauhaus). (Peter Weiss, Widerstandsästhetik)

Ästhetik als Wahrnehmungs- und Erkenntnisinstrument bindet sich dabei an Objekte, Symbole und Signale, die in die Alltagskultur eindringen, dort irritieren und gestalten.

Das Besondere von Transformation – und damit auch ihrer Kommunikation ist, dass man sie verstehen muss als ein soziales, autodidaktisches Erlernen der „Steuerung der Transformation“, also der kollaborativen Entwicklung transformativen (robusten) Wissens.

Das KMGNE folgt mit seinen (Selbst)Lern- und Gestaltungsprojekten diesem Ansatz. Wir suchen nach Ästhetiken, Metaphern und Symbolen, die diese „great transformation“ deutlich macht – und wir suchen nach Kompetenzen, nach „transformative literacy“ bei den Promotoren. Dabei spielt der Dialog (auch im Sinne Beuys) eine entscheidende Rolle!

Methodisch folgt die Internationale Sommeruniversität vier (Lern- und Gestaltungs-)Pfaden:

  1. Sie integriert sich in alltagskulturelle Wirklichkeiten (z.B. in die Stadtentwicklung mecklenburgischer Kleinstädte, oder im Widerstandsprojekt HydroAycen in Chile) und organisiert sich als „Realexperiment“ oder „Reallabor“ (transdisziplinäres Forschungsdesign)
  2. Sie arbeitet mit der szenarischen Methode um detaillierte Beschreibungen über Zukunftsoptionen (zukünftige Alternativen) zu erhalten. Diese Bilder über „Zukünfte“ (design fiction) sind die Basis für soziokulturelle und politische Entscheidungen heute. Ohne Vorstellungen über „Zukünfte“ ist heutiges Tun nur Krisenmanagement.

Also müssen wir „Zukünfte“ beschreiben.

  1. Die Beschreibung der Zukünfte muss solch eine Faszination ausstrahlen, dass sie die Warenästhetik der Gegenwart übertrumpft. Das geht kommunikativ nur über Narrationen. Narrationen ermöglichen solch einen Handlungssinn zu erzählen, der eben nicht rational-ökonomisch sondern vielfältig und kulturell, solidarisch sinnstiftend und ethisch begründet ist.
  2. Da die verschiedenen Stakeholder und Milieugruppen in der Gesellschaft unterschiedliche Sprachen und Deutungsmuster haben und verschiedene Medienformate nutzen bietet es sich an, transmedial zu kommunizieren. Wir lassen dazu in unterschiedlichen Werkstätten verschiedene Episoden in unterschiedlichen Formaten erzählen. Diese verdichten sich dann zu einer „big story“ – auf“geschrieben“ in Storyfy oder anderen transformativen/transmedialen Plattformen (event, performance, website, festival)

Transmediales Erzählen ist offen: „Ich gebe eine Geschichte rein, Du kannst dran kratzen, verändern… Die Geschichte ist nicht fertig, sie kann reeditiert werden.

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